Die CANDIDATE EXPERIENCE AWARDS kommen nach Deutschland

 

CANDIDATE EXPERIENCE und kein Ende: nachdem das Thema in der von Jo Diercks initiierten Blogger Challenge viel diskutiert wird (auch ich hatte mir hier ein paar Gedanken dazu gemacht), importiert Wolfgang Brickwedde, Director des Instituts für Competitive Recruiting, ICR, nun die im angelsächsischen Raum etablierten Candidate Experience Awards nach Deutschland. Dazu wollte ich mehr wissen. Auf geht’s:

saatkorn.: Wolfgang, was sind die „Candidate Experience Awards DACH“?
Photo W Brickwedde 2.jpg
Die Candidate Experience Awards sind sicherlich eines der Highlights unseres für 2015 ausgerufenen Jahres der Kandidaten. Kurz gesagt sind sie ein kosten- und risikofreier Wettbewerb für alle Arbeitgeber, die ihre Candidate Experience messen, benchmarken und verbessern wollen. Obwohl die Candidate Experience Awards ein Wettbewerb sind, ist eine Teilnahme an diesem Wettbewerb für Arbeitgeber wie gesagt kosten- und vor allem risikofrei. Teilnehmende Unternehmen erhalten Vergleichs- und Verbesserungsmöglichkeiten für ihre Candidate Experience. Jeder Arbeitgeber, der Interesse an der Verbesserung seiner Bewerberzufriedenheit hat, unabhängig von der aktuellen Güte der Prozesse oder Unternehmensgröße, wird von der Teilnahme an dem Benchmark-Verfahren profitieren. Die Teilnahme ist kostenfrei, die anfallenden Kosten werden über Sponsoren getragen.  Die Teilnahme ist aber auch risikofrei. Die übermittelten Daten werden vertraulich behandelt und nur die Namen der Unternehmen mit überdurchschnittlichen Leistungen werden öffentlich kommuniziert (deren Erlaubnis vorausgesetzt) und sie erhalten einen Award verliehen. Sollten teilnehmende Unternehmen nicht darunter sein, erhalten sie einen Vergleich ihres Abschneidens im Benchmark gegen die Gewinner der Awards, und können so interne Verbesserungsmaßnahmen anstoßen. Ihre Teilnahme am Award Programm wird nicht kommuniziert.

saatkorn.: Wie sieht das konkrete Programm der Candidate Experience Awards aus?
Das Programm besteht aus zwei Erhebungsrunden.

Runde 1 besteht aus einem mehrdimensionalen Online-Befragung mit ca. 60 Fragen, die diejenigen aktuellen Rekrutierungsprozesse und -praktiken wie z.B. Personalmarketing, Management von Bewerbern, Auswahl, Interview, Umgang mit ausgewählten Kandidaten und Onboarding eines Unternehmens erfasst, die Einfluß auf die Candidate Experience haben. Runde 2 bildet die Bewerberberfragung.

In Runde 2 erhalten Unternehmen einen nur für sie bestimmten Link, den diese an ihre Bewerber aus den Jahren 2014-2015 weiterleiten, um deren Erfahrungen während einer Bewerbung bei Ihrem Unternehmen zu erheben. Die Unternehmen laden ihre eigenen Bewerber ein, an der Befragung teilzunehmen und wir sammeln die Ergebnisse ein, werten sie aus und bereiten die Benchmarks vor. Was die Bewerber gefragt werden steht hier.

Falls ein Unternehmen nicht an Runde 1 und 2 teilnehmen kann oder möchte, dann kann es auch gerne nur an Runde 1 teilnehmen, es erhält dann ein kostenfreien Benchmark. Die unternehmensspezifischen Informationen werden nicht kommuniziert und natürlich vertraulich behandelt. Unternehmen, die überdurchschnittlich bei den Candidate Experience Awards sowohl für Runde 1 als auch für Runde 2 abschneiden, werden mit dem Candidate Experience Award ausgezeichnet, die auf der Candidate Experience Awards Reception am Ende des Jahres bekanntgegeben werden. Ausgezeichnete Unternehmen werden über ihren besonderen Ansatz zur Verbesserung der Candidate Experience interviewt.

saatkorn.: Wie bist Du auf die Idee gekommen, diese Awards aus den USA und UK in die DACH Region zu holen?
Seit gefühlt ca. 2 Jahren reden wir in Deutschland über die Candidate Experience, daß sie verbessert werden soll, doch welcher Arbeitgeber misst sie bei sich im Unternehmen schon? Seit 5 Jahren gehe ich dieser Frage in meinen ICR Studien mit dem Ergebnis nach: die wenigsten bisher – nur ca. 20% laut Recruiting Reports 2011-2014, wie ich auch schon in meinem Beitrag zu Blogger-Challenge dargelegt hatte. Und woher weiß man, ob das Ergebnis gut oder vielleicht mittelmäßig ist? Mit wem kann man die Resultate auf vergleichbarer Basis benchmarken?

Das soll m.E. im von uns ausgerufenen Jahr der Kandidaten anders werden. Über meine internationalen Kontakte kannte ich einen der Köpfe hinter den Candidate Experience Awards, Gerry Grispin, persönlich. Dieser fragte mich im letzten Jahr, ob ich mir vorstellen könnte, die Candidate Experience Awards auch nach DACH zu tragen. Die Idee gefiel mir sofort.

Das Ziel des ICR ist es ja seit 5 Jahren, das Recruitment im deutschsprachigen Raum zu verbessern. Hierzu führt das ICR u.a. jährliche Befragungen bei ca. 10.000 Unternehmen zu verschiedenen Recruiting-Themen durch, um die Recruiting-Praktiken zu erheben, zu vergleichen und evidenzbasiert Unternehmen bei der Verbesserung ihres Recruitments zu beraten. In dieses Verbesserungsbestreben paßt das mit den Candidate Experience Awards mögliche struktierte und systematische Messen, Erfassen und Verbessern sehr gut. Dennoch dauerte es aus organisatorischen Gründen fast ein Jahr, bis die Awards jetzt auch in DACH verfügbar sind. Besonders reiz- und sinnvoll fand ich die Tatsache, daß die Teilnahme an den Awards kostenfrei ist. Warum? Ein Benchmark lebt immer von einer möglichst hohen Teilnehmerzahl. Jede Art von Kosten verringert die Zahl möglicher Teilnehmer und begrenzt die Aussagekraft der Ergebnisse. Daher habe ich das Angebot aus den USA, dieses kostenfreie Tool auch in DACH einzusetzen, gerne aufgenommen und treibe das Thema Verbesserung des Verhältnisses zwischen Bewerbern und Arbeitgebern gemeinsam mit dem Beirat des Candidate Experience Awards Programm 2015 DACH weiter voran.

saatkorn.: Brauchen wir wirklich noch mehr Awards? Was haben die teilnehmenden Unternehmen davon?
Mehr Awards der gleichen Qualität zum selben Thema brauchen wir sicher nicht. Vor allem keine, die auf einer empirisch sehr dünnen Substanz aufbauend, von Arbeitgebern viel Geld für Logos haben wollen. Aber welche Auszeichnungen gibt es denn für die gute Behandlung von Bewerbern, die nicht auf einer Außensicht, Vermutungen oder selbst aufgestellten Kriterien beruhen?

Ist es nicht eher so, dass es für diesen Zweck keine bessere Quelle für echte Einblicke in die Recruiting-Leistung gibt, als die Eindrücke und Beurteilungen der Betroffenen, der Bewerber selber? Und zwar von richtigen Bewerbern eines bestimmten Unternehmens, die sich wirklich um einen Job beworben haben? Sogenannte „Mystery-Bewerber“, die nicht wirklich einen Job wollen und auch selten über die Zahl 2 pro Unternehmen hinausgehen, können da m.E. nur ein schaler Ersatz sein.

Bei den Candidate Experience Awards wird zudem der betrachtete Recruitingprozess sehr weit gefasst: Von der Zeit vor einer Bewerbung über die konkrete Bewerbung, weiter zur Auswahl und Interviewphase bis zum Onboarding. Beide Beteiligte, Arbeitgeber und Bewerber schildern und bewerten ihre jeweiligen Prozesse bzw. Erfahrungen und der Vergleich aus Eigen- und Fremdsicht mit den Benchmarkdaten zeigt konkret umsetzbare Verbesserungspotentiale auf.

Im Austausch für die investierten 90-120 Minuten erhalten Unternehmen, die in der ersten Runde die Online-Befragung abschließen, ein kostenfreies Benchmark, einen Vergleich, wie sie im Verhältnis zum Durchschnitt abschneiden. Mit anderen Worten, jedes teilnehmende Unternehmen erhält Hinweise, wie sie die ihre Candidate Experience verbessern können. Darüber hinaus sind die Gewinner der 2015 Awards berechtigt, das Auszeichnungslogo kostenfrei für Ihre Arbeitgeberkommunikation zu nutzen.

saatkorn.: Wie kann man als Unternehmen dabei sein, was muss man tun?
Die Anmeldung ist sehr einfach und kurz. Die gesamte Registrierung besteht aus 7 Fragen und beinhaltet nur wenige Angaben. Wer ungeduldig ist, dabei sein will und nicht mehr warten kann: hier geht es zur direkt zur Anmeldung. Nach der Registrierung erhalten die Teilnehmer innerhalb von ca. 2 Wochen eine Email mit einem Link zur weitergehenden Befragung. Diese nachgelagerte vollständige Arbeitgeber-Befragung wird ca. 90- 120 Minuten Zeit beanspruchen. Das war`s dann auch schon mit dem Zeitaufwand für eine teilnehmendes Unternehmen.

saatkorn.: Wann werden die Ergebnisse bekannt gegeben?
Du meinst, wann werden die Oskar für die Candidate Experience verliehen? Wann wird Bewerbers Liebling gekürt? – Die Ergebnisse, aber noch wichtiger, die Namen derjenigen Unternehmen, die mit dem Candidate Experience Award ausgezeichnet werden, werden auf der Candidate Experience Awards Reception am Ende des Jahres bekanntgegeben werden. Ich hoffe aber auch schon einige allgemeinere Zwischenergebnisse auf unserer gemeinsamen Veranstaltung „HR-Edge“ am 10.September in Hamburg zeigen zu können.

saatkorn.: Wolfgang, viel Erfolg mit den ersten Candidate Experience Awards – ich bin gespannt auf die Ergebnisse!

Für alle Interessierten gibt es am 11.5.2015 um 14:30 Uhr HIER ein Info-Webinar!

Poster CEA

Gero Hesse

Gero Hesse

Ich bin Gero Hesse, Macher, Berater und Blogger in den Themenfeldern Employer Branding, Personalmarketing, Recruiting, Social Media und New Work. Mehr Infos über Gero Hesse.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.