Reverse Recruiting – Interview mit 4scotty Gründer Frank Geßner

Reverse Recruiting: der Arbeitsmarkt verändert sich vor dem Hintergrund von Demografie und Digitalisierung. Klar, dass sich auch Recruitingansätze verändern. 4scotty hat nun eine Studie zum Thema Reverse Recruiting heraus gebracht. Ich hatte Gelegenheit, dazu mit 4scotty Gründer Frank Geßner zu sprechen. Auf geht’s:

saatkorn.: Herr Geßner, bitte stellen Sie sich den saatkorn. LeserInnen doch kurz vor.
Gern. Ich möchte das Besetzen von offenen Stellen in der IT für beide Seiten erheblich vereinfachen. Dazu habe ich mit Matthias Schleuthner zusammen 4scotty gegründet. Vorher hatte ich mehrere große IT-Teams aufgebaut und geleitet (u.a. weltweit die Softwareentwicklung und IT von Delivery Hero, ALEA und Intershop). Das damalige Recruiting mit Stellenanzeigen oder Head-Huntern, die nichtssagenden Anschreiben, Abiturzeugnisse, Lebensläufe, usw. haben mir zu viel Zeit gekostet. Der herkömmliche Prozess ist für beide Seiten sehr intransparent und oft nervig. Mit dem Reverse-Recruiting-Modell von 4scotty geht es viel einfacher. Das ist jetzt auch mal wissenschaftlich untersucht wurden.

saatkorn.: Soeben hat das Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe (FZI) eine Studie zum Reverse Recruiting für ITler durchgeführt. Ganz kurz zur Begriffsklärung. Was verstehen Sie unter Reverse Recruiting?
Die Unternehmen bewerben sich bei den IT-Experten. Daher „Reverse“. Die Kandidaten geben bei uns im Profil an, was sie können und was ein Unternehmen bieten müsste, damit ein Job-Angebot als attraktiv wahrgenommen wird. Somit ist sofort ersichtlich, an welchem Standort, ab welchem Gehalt und mit welchen Technologien die Kandidaten einen neuen Job suchen. Die Unternehmen können dann konkrete Job-Angebote an die Kandidaten senden, die genau auf ihre offenen Stellen matchen. Wir begleiten im Hintergrund den gesamten Prozess, bis beide Seiten zusammenkommen. Die damit erhöhte Transparent verkürzt den gesamten Prozess enorm und macht die Suche für beide Seiten deutlich einfacher.

saatkorn.: Ist das Thema Reverse Recruiting aus Ihrer Sicht in den deutschen Personalabteilungen bereits angekommen? – Die Vorgehensweise für Recruiter hat mit dem alten Post & Pray Prinzip ja nicht mehr viel zu tun…
Anfänglich hatten wir es sehr schwer, das Prinzip zu erklären. Doch die meisten Unternehmen buhlen ja sowieso viel mehr um die IT-Talente als diese sich um die Jobs dort. Mit unserer Platform wird der Prozess nur digital abgebildet. Es ist ja auch super einfach und jeder, der es einmal die Vorteile erlebt hat, will auch nicht wieder zurück. Und es ist auch nicht komplett neu, wir kombinieren eher die Vorteile der bekannten Verfahren wie Headhunting, Active Sourcing, Job-Anzeigen und Employer Branding – doch alles optimiert für das IT-Recruiting.

saatkorn.: Wie wirksam ist denn nun Reverse Recruiting für die Zielgruppe von ITlern im Vergleich zu traditionellen Methoden?
Das Ergebnis der FZI Studie zur Effizienz von Reverse Recruiting im Vergleich zu anderen Modellen war eindeutig: Es geht deutlich schneller bis eine Stelle in der IT neu besetzt ist (teilweise halbiert sich die Zeit), es ist für beide Seiten einfacher (als Hauptgrund wird beidseitig der bessere Zugang zu Informationen und die Prozesstransparenz genannt) und es bedient besser die Bedürfnisse sowohl der Fachbereiche als auch der Bewerber*innen. Das hat uns natürlich sehr bestärkt und motiviert, das Modell weiter auszubauen.

saatkorn.: Nun gibt es auf dem Markt ja inzwischen eine ganze Menge Player, die sich Reverse Recruiting Ansätzen geöffnet haben. Was ist das Besondere von 4scotty?
Für alle sogenannten ‚Arbeitnehmer-Märkte‘, wo sich also ein Kandidat quasi den Job aussuchen kann, ist das Reverse-Recruiting Modell geeignet. Das ist also neben IT-Jobs auch der Fall für offene Stellen im Vertrieb, Online-Marketing, einige Arztberufe, Juristen für große Kanzleien, bestimmte Ingenieursberufe usw. Wir bei 4scotty.com fokussieren uns ausschließlich auf IT-Experten, also Softwareentwickler, System-Administratoren, Produktmanager oder Führungsrollen in der IT. Dabei haben wir den Anspruch, dass es nirgendwo in Deutschland einfacher und schneller sein soll, eine offene Stelle in der IT zu besetzen, als über 4scotty.com. Und wir haben noch hunderte Ideen, wie wir das immer effizienter und angenehmer für beide Seiten gestalten können.

saatkorn.: Herr Geßner, vielen Dank zum Interview rund um Reverse Recruiting!

Gero Hesse

Gero Hesse

Ich bin Gero Hesse, Macher, Berater und Blogger in den Themenfeldern Employer Branding, Personalmarketing, Recruiting, Social Media und New Work. Mehr Infos über Gero Hesse.

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