Google for Jobs ist da – Was bedeutet das?

Google for Jobs ist da – nachdem Google ja schon in anderen Branchen – beispielsweise der Hotelbranche – vorgemacht hat, wie man Märkte neu definiert, ist gestern auch in Deutschland Google for Jobs gestartet. Welche Implikationen das für Unternehmen und die Jobbörsen Branche haben kann, erläutert Tristan Niewöhner, der mit seinem HR Startup persomatch nah dran an dieser Thematik ist. Auf geht’s: 

saatkorn.: Tristan, bitte stelle dich und dein Unternehmen den saatkorn. LeserInnen doch kurz vor.
Mein Name ist Tristan Niewöhner, ich bin 32 Jahre alt und habe 2017 die Firma persomatch GmbH gegründet. Mittlerweile haben wir 10 Mitarbeiter und sind mit unserem wirtschaftlichen Wachstum sehr zufrieden!

Tristan Niewöhner von persomatch gibt Auskunft zu Google for Jobs
Tristan Niewöhner von persomatch gibt Auskunft zu Google for Jobs

Das Thema Fachkräftemangel beschäftigt ja sämtliche Branchen. Viele Unternehmen suchen ihre neuen Mitarbeiter allerdings über Kanäle, die unserer Meinung nach nicht mehr zielführend sind: Tageszeitungen, Jobbörsen, Messen … Überall gibt es fürchterlich hohe Streuverluste, und die Stellenanzeigen der Unternehmen gehen einfach unter. Wenn man darüber hinaus noch weiß, dass 75% der Hochschulabsolventen ihre Jobs direkt über Google suchen, und dass es allein in Deutschland pro Monat ca. 70 Millionen Suchanfragen bei Google gibt, die sich um das Thema „Job“ ranken, fragt man sich, warum man seine Stellenanzeige nicht direkt über Google schalten sollte?! Und genau diesem Thema haben wir uns gewidmet! Wir schalten die Stellenanzeigen von Unternehmen direkt bei Google, und sorgen dafür, dass sie auf der ersten Seite ganz oben erscheinen. Mit einem perfekten Targeting gibt es dann keine Streuverluste mehr, und die Firmen finden schnell die idealen Bewerber!

saatkorn.: Gerade ist Google for Jobs in Deutschland gestartet.
Oh ja – und das ist für uns ein – weiterer – Punkt, den wir gerne und laut kommunizieren möchten! Mit Google for Jobs wird sich die Online-Jobsuche maßgeblich verändern. Die erste Suchergebnisseite auf Google, und wir wissen, dass nur die erste Seite zählt, büßt einiges an Platz für organische Ergebnisse ein. Demnächst werden ganz oben drei bis vier Anzeigen stehen, dann kommt die neue Google for Jobs-Box, und dann ist vielleicht noch Platz für ein bis zwei organische Suchergebnisse. Google nutzt in der Google for Jobs-Box die Daten der Stellenausschreibungen, die bereits digital vorliegen (Internet-Jobbörsen, Karriereseiten von Unternehmen, etc.). Unternehmen, die jetzt in dieser Umgebung mit ihrer Stellenanzeige gefunden werden möchten, müssen also entweder ihre Anzeige ganz oben auf der Seite platziert bekommen, oder in die Google for Jobs-Box aufgenommen werden.

saatkorn.: Mit Deinem Unternehmen persomatch und der Tagline „Schalten Sie Ihre Stellenanzeige direkt bei Google“ bist Du ja direkt betroffen. Schätzt Du den Start von Google for Jobs für Dein Unternehmen eher positiv oder negativ ein?
Sehr positiv, denn die Unternehmen werden unsere Hilfe brauchen. Wie schon gesagt, wird sich die Umgebung, in der Stellenanzeigen gezeigt werden, verändern. Um nicht unterzugehen, muss man die Regeln und „Gesetze“ von Google kennen. Wir können diesen Unternehmen helfen, da wir bzgl. Google und den entsprechenden Standards für die optimale Aufbereitung und Strukturierung der Daten wahre Experten sind. Darüber hinaus haben wir über 20.000 Jobs eingehend analysiert, was die Art und Weise betrifft, wie diese Jobs gesucht werden. Wir setzen pro Stelle zwischen 500 und 900 Suchwortkombinationen ein, um die Bewerber bestmöglich zu erreichen. Das kann keine Personalabteilung.

saatkorn.: Was bedeutet Google for Jobs an Veränderung für den Jobbörsen-Markt? – Welche Player werden es zukünftig schwer haben, wer wird von Google for Jobs profitieren?
Wenn der Jobsuchende in Zukunft nur noch eine Quelle, nämlich Google, nach relevanten Jobangeboten durchforsten muss, werden es die Jobbörsen natürlich schwer haben. Ich denke, die Jobbörsen, die sich mit dem Search Engine Advertisement (SEA) im Allgemeinen und den Google-Standards im Speziellen auseinandersetzen werden, bestehen diese Herausforderung. Mit strukturierten Daten und einer ausgesprochenen Relevanz für die Nutzer werden diese Player es schaffen, dass „ihre“ Stellenanzeige in der Google for Jobs-Box gezeigt werden wird.

saatkorn.: Wie sieht Deiner Meinung nach der Jobbörsen Markt Deutschlands in 5 Jahren aus?
Da Google bisher in allen Sparten, die sie sich vorgenommen haben, Marktführer geworden sind, wird Google meiner Einschätzung nach auch im Personalakquise-Sektor Marktführer werden. Diese Art der Jobsuche macht es den Jobsuchenden natürlich auch leicht, insofern kann ich mir vorstellen, dass die Nutzer diese neue Suche sehr schnell adaptieren, und dass die Jobbörsen an Wichtigkeit verlieren werden.

saatkorn.: Welche Tipps hast Du für Personalabteilungen? Wie sollten die mit Google for Jobs umgehen?
Da ich davon ausgehe, dass Google auch in diesem Sekor Marktführer wird, hilft es nichts, sich dem Thema Google zu verschließen. Stattdessen müssen sich die Personalabteilungen mit dem Thema „strukturierte Daten“ und den Kriterien auseinandersetzen, um für Google relevant zu erscheinen. Hier ein paar Beispiele, was man bei der Konzeptionierung einer digitalen Stellenanzeige beachten muss.

  • die Optimierung der Stellenanzeige hinsichtlich relevanter Suchwörter und Suchwortkombinationen
  • das Bereitstellen von relevanten Informationen zum Job speziell für Google, die im Quelltext der Seite hinterlegt werden, wie z. B. die exakte Stellenbeschreibung, das anbietende Unternehmen, der Ort, an dem die Stelle auszuüben sein wird, etc.
  • die Optimierung der Stellenbeschreibung entsprechend der SEO-Standards (Seitentitel, Überschriften, Stellenbeschreibung, etc.)
  • und – last but not least – die Stellenanzeige muss den Bewerber ansprechen.

Oder sie nehmen einfach unsere Dienste in Anspruch :-).

saatkorn.: Tristan, vielen Dank für das Interview – und weiterhin viel Spaß und Erfolg mit Persomatch. Bis zum #RC19 Festival, wo Du ja auch auf dem TECHWALK sein wirst!

 

 

Gero Hesse

Gero Hesse

Ich bin Gero Hesse, Macher, Berater und Blogger in den Themenfeldern Employer Branding, Personalmarketing, Recruiting, Social Media und New Work. Mehr Infos über Gero Hesse.

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