Die neue Berufsausbildung: strategisch, agil, wirtschaftlich

Die neue Berufsausbildung: ein neues Buch dreht sich um diesen wichtigen Aspekt. Ich hatte Gelegenheit, mit Dr. Volker Mayer, Herausgeber des Buches und CEO der STRIMgroup AG, ein Interview zu führen. 3 Buchexemplare werden heute über die saatkorn. facebook Seite verlost – viel Glück dabei. Jetzt aber erstmal ins Interview mit Dr. Mayer – auf geht’s: 

saatkorn.: Herr Dr. Mayer, bitte erläutern Sie den Saatkorn-LeserInnen doch, was die STRIMgroup macht.
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„STRIM“ steht für STRategie-IMplementierung; „group“ bringt zum Ausdruck, dass drei Kernkompetenzen bei der Strategieimplementierung zusammenwirken müssen:

  1. Methoden- und Fachexpertise – STRIMconsult -,
  2. lernfeld-fokussierter Erfahrungsaustausch – STRIMacademy -, und
  3. Umsetzung/-sbegleitung zur Wertschöpfungssteigerung – STRIMservices.

Diese drei Kernkompetenzen sind bei uns drei legal entities, zusammengefasst in einer kleinen Unternehmensgruppe. Inhaltlich beschäftigt sich die STRIM mit drei Schwerpunkten:

  1. Strategieimplementierung entlang des Strategie-Regelkreises mit Fokus auf die Balance von operativer Exzellenz und Wachstum durch Innovation,
  2. Talent Acquisition mit Fokus auf Ansprache und Rekrutierung von Berufseinsteigern, und
  3. Human Capital Management mit Fokus auf Strategische Personalplanung und auf People Analytics.

saatkorn.: Nun haben Sie gerade ein Buch mit dem spannenden Titel „Die neue Berufsausbildung – strategisch, agil, wirtschaftlich“ herausgebracht. Inwiefern haben sich Rahmenbedingungen geändert, so dass eine „neue“ Berufsausbildung notwendig wird?
Die Berufsausbildung als solche hat sich – soweit ich das überblicken kann – die letzten 20 Jahre kaum verändert. Die Rahmenbedingungen, wie z.B. die Anforderungen der Lehrbetriebe und die Erwartungen der jungen Berufseinsteiger, dagegen sehr. Hier ist bereits ein Spagat entstanden. In unseren Projekten und wissenschaftlich begleiteten Untersuchungen stellen wir fest, dass viele Verantwortliche in der Berufsausbildung versuchen, den sich verändernden Rahmenbedingungen dadurch zu begegnen, dass sie

  • abhängig von der momentanen Wirtschaftslage mehr oder weniger Auszubildende rekrutieren, ohne die mittelfristigen Auswirkungen zu Ende zu denken und valide Prognosen transparent gegenüber der Geschäftsleitung darzulegen,
  • Maßnahmen anderer Betriebe ohne vorherige Analyse einfach kopieren,
  • teilweise stur an Erfolgsfaktoren der Vergangenheit festhalten – Beispiel: Boys Day, Girls Day – ohne Zielgruppen hinreichend detailliert zu analysieren, den Erfolg konsequent zu evaluieren, Dinge auch einmal anzupassen oder ganz einzustellen und neue Wege auszuprobieren,
  • vielfach zu einseitig auf Social Media setzen, nun von Facebook zu Whatsapp wechseln, häufig keine valide Brandingstrategie zugrunde gelegt haben und zu wenig cross-medial agieren.

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Wissend, dass es viele exzellente Ausbildungsverantwortliche gibt, die einen hervorragenden Job machen, spreche ich hier von der Mehrzahl derjenigen, die Berufsausbildung nicht konsequent genug neu ausrichten. Ich spreche deshalb bewusst von einem notwendigen neuen Geschäftsmodell Berufsausbildung.

saatkorn.: Gehen wir auf die einzelnen Begriffe im Titel „Die neue Berufsausbildung – strategisch, agil, wirtschaftlich“ ein. Wofür steht „strategisch“?
Strategisch ist eine Berufsausbildung dann, wenn sie auf Basis einer bedarfsorientierten Planung Berufsbilder anpasst, externe und interne strategische Analysen, wie z.B. Zielgruppenanalyse, Kulturanalyse, Wettbewerberanalyse, SWOT-Analyse, in Überlegungen einbindet und entlang einer strategischen Positionierung Ziele und Maßnahmen verabschiedet und umsetzt. Ich habe hierfür ein Instrument entwickelt, die Talent Sourcing Canvas. Die Co-Autoren des Buches beschäftigen sich in einem Kapitel des Buches vor allem mit den Generationen Y und Z, schildern ihre Erfahrungen zur bedarfsorientierten Nachwuchssicherung und zur Internationalisierung der Berufsausbildung und gehen auf strategie-gerichtete Marketingaktivitäten ein.

saatkorn.: Was meinen Sie mit „agil“?
Agil ist eine Berufsausbildung dann, wenn sie entlang – ggf. regional unterschiedlicher – Rahmenbedingungen und Messgrößen Verfahren und Prozesse überprüft, flexibel anpasst und die Auswirkungen dessen misst – auch unterjährig. Hierzu zählen die Ausbildung in Teilzeit, die Professionalisierung der LehrerInnen sowie Programme wie „Startklar“, die in dem Buch ausführlich dargelegt werden.

saatkorn.: Und inwiefern geht es neuerdings um Wirtschaftlichkeit? – Musste man nicht schon immer „wirtschaftlich“ ausbilden?
Die Aussage „Wir haben eine gesellschaftlich-soziale Verantwortung auszubilden“ ist nach wie vor hörbar, springt aber deutlich zu kurz. Die Betriebe tätigen Investitionen in Ausbildung und diese müssen sich rechnen. Tun sie dies nicht, dann – und das kann man ja beobachten – bilden die Betriebe weniger oder gar nicht mehr aus; soziale Verantwortung hin oder her. Wirtschaftlichkeit ist also ein Muss. Es ist nur offensichtlich weniger spannend, als sich mit Themen, die gerade im Trend liegen, zu beschäftigen.

Wirtschaftlich ist eine Berufsausbildung dann, wenn sie alle Investitionen, z.B. Auftritte in sozialen Netzwerken, Messeauftritte und Rekrutierungsverfahren, vorab aufwands- und nutzenseitig evaluiert, überprüft und ggf. auch einstellt. Neben der Ermittlung von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen – Beispiel: erhalten wir durch Facebook mehr geeignete BewerberInnen? – gehören für mich an dieser Stelle auch RoI-Betrachtungen hinzu.

Fakt ist: Häufig liegen in ausbildenden Unternehmen selbst grundlegende Daten nicht vor, wie z.B.:

  • Was kostet uns die Einstellung eines Mechatronikers? Welche Kosten sind fix, welche variabel?
  • Erreichen wir den Return unserer Investitionen im 2. Ausbildungsjahr, im 3. oder erst im Anschluss an die Ausbildung?

Wie sollen auf einer solch wackeligen Basis oder – um es anders auszudrücken – bei solch einem Nebel eine klare Sicht und klare Strategien sichergestellt und deren Umsetzung evaluiert werden?

Hinweise geben mehrere Berufsbildner im Buch, indem sie über Kennzahlen, über die wirtschaftliche Ausrichtung einer Berufsausbildung sowie über die kosteneffiziente Ressourcenverteilung Auskunft geben. Durch ein solches Vorgehen gewinnt die Professionalisierung der Berufsausbildung an Fahrt; dies ist meines Erachtens – gerade wegen der eingangs diskutierten Rahmenbedingungen – unerlässlich.

saatkorn.: Wie wird sich angesichts der Digitalisierung das Thema Azubi-Gewinnung in den nächsten Jahren verändern? – Bereits jetzt kann man feststellen, dass ohne mobile Ansprache nur wenig läuft bei der Generation Z…
Die Digitalisierung bringt Chancen und Gefahren. Ich werde darauf auch in der neuen Schülerstudie für die D-A-CH-Region eingehen, die im Juni dieses Jahres erscheinen wird. Wir alle – damit meine ich Eltern, Schulen und Betriebe – gehen hierbei mitunter naiv vor. Lassen Sie mich dies an einigen Beispielen erläutern:

  • Technologien verändern die Art, sich Schaden zuzufügen. Es sind allen voran soziale Medien, die derart gestaltet sind, dass der Schutz der eigenen Privatsphäre immer schwieriger wird und Mobbing hingegen erleichtert.
  • Studien zum Thema Risikofaktoren von Cyber-Mobbing bestätigen, dass der physische Ort (Kinderzimmer vs. Gemeinschaftsraum), an dem Kinder zuhause Zugang zum Internet haben, eine Rolle spielt.
  • In Online-Communities und Foren, wie z.B. matheboard.de, tauschen sich Schülerinnen und Schüler über Schulfächer und -themen aus, sie diskutieren Lösungen und besprechen dort auch ihre sozialen Probleme und Sorgen.
  • Soziale Netzwerke werden zu einem Raum, der informelles Lernen zwischen den Schülern unterstützt. Im Backchannel gibt es keine direkte Unterstützung durch die Lehrkräfte, sondern hier unterstützen sich Schüler gegenseitig (Peer-to-Peer-Support).
  • Die technische Architektur von Facebook ist für die klassische Lehrer-Schüler-Beziehung eine Herausforderung und sie erschwert die Aufrechterhaltung der professionellen Distanz zwischen Lehrern und Schülern. Das Design und die Funktionalitäten von Facebook führen dazu, dass der Kontext von Beziehungen verloren geht und soziale Grenzen und Beziehungen abgeflacht werden. Der Grund hierfür liegt in der spezifischen Freundschaftsstruktur von Facebook.

Ein bloßes Schwarz-Weiß gibt es also nicht; es würde auch nicht weiterhelfen. Fakt ist aber: Ob ein junger Mensch zu einem Ausbildungsbetrieb passt, entscheidet sich maßgeblich an Werten und grundsätzlichen Einstellungen. Um eine Passung auf diesem Gebiet herauszufinden, bedarf es des persönlichen Kontaktes. Unsere wissenschaftlichen Untersuchungen belegen, dass beispielsweise das Betriebspraktikum v.a. deswegen so wichtig ist, weil neben fachlichen Fähigkeiten speziell der sog. cultural fit herausgefunden werden kann. Digitalisierung kann hierbei im besten Falle unterstützend wirken; entscheidend ist es nicht.

saatkorn.: Erschreckend finde ich, dass das „Duale Studium“ – die Verknüpfung von Ausbildung und Studium so wenig bekannt und geschätzt ist. Sehen Sie das auch so und wenn ja, was müsste man tun, um diesen stiefmütterlichen Zustand zu ändern?
Erschreckend empfinde ich vielmehr den Dschungel, durch den sich junge Menschen hindurchquälen müssen, um das für sie passende Angebot zu finden. – Grundsätzlich kann ich Ihre Beobachtung nicht teilen. Zahlreiche Ausbildungsbetriebe haben den Bogen hin zum Dualen Studium meines Erachtens sogar überspannt, indem sie auf die Curricula Einfluss nehmen und sich Studiengänge zertifizieren lassen, die maßgeblich auf betriebsspezifische Bedarfe hin ausgerichtet sind. Das führt auf Seiten der Jugendlichen zu einer totalen Intransparenz. Wenn ich sage, dass der Bogen überspannt wurde, dann heißt das auch, dass Betriebe teilweise bereits umdenken, denn: Jugendliche, die ein Duales Studium absolviert haben, sind mitunter – bitte nicht verallgemeinern! – fordernder als Jugendliche mit abgeschlossener Dualer Ausbildung, teurer, haben eine geringere kulturelle Passung, etc. Das „Duale Studium“ muss man meiner Meinung nach entlang von Zielgruppensegmenten in Verbindung mit Region, Anforderungen konkreter Berufsfelder, Situation bei Wettbewerbern, etc. entscheiden.

saatkorn.: Welche Aufgaben haben aus Ihrer Sicht Eltern, Lehrer, Unternehmen und Politik, damit wir endlich die viel zu hohen Abbruchquoten in Ausbildungsgängen minimiert bekommen?
Eltern sollten mit dem berechtigten Wunsch „Mein Kind soll es einmal besser haben“ nicht zwingend Gymnasium, Abitur, Studium, etc. verbinden. Diese logische Kette gibt es nämlich nicht. Stattdessen – und das tun die meistern Eltern bereits – halte ich viel davon, dass Eltern ihre Kinder – lt. unserer Untersuchungen wollen diese das auch – auf Informationsveranstaltungen begleiten, ihnen Tests ermöglichen, wo Jugendliche ihre Neigungen und mögliche Berufsfelder herausfinden können, und ihnen einfach als Gesprächspartner zur Verfügung stehen. Eltern sollten ihre Kinder auch zu Praktika motivieren und ihnen die Chance geben, sich auszuprobieren. Nicht alles passt beim ersten Versuch – auch bei uns Eltern nicht.

Lehrer und Schulen sind meines Erachtens ein kritisches Feld. Ich wünsche mir, dass Kopfnoten wieder flächendeckend eingeführt werden. Die Relevanz von Fächernoten ist dagegen nachweislich gering. Unsere Schulen fokussieren Deutsch, Mathe und Sprachen. Die naturwissenschaftlichen, künstlerischen und musischen Fächer kommen eindeutig zu kurz – v.a. in Deutschland und im Gegensatz zu einigen europäischen Nachbarn. Ich halte das für kritisch. Im Bereich der Berufsorientierung hat sich in den letzten Jahren manches bewegt; unter dem Strich jedoch noch zu wenig, v.a. in Gymnasien. Hier sollte ein gleiches Gewicht auf Duale Ausbildung und auf Studium gelegt werden. Auch die Phasen für Praktika sind mitunter zu kurz und zeitlich unabgestimmt mit Berufsorientierungstests und ähnlichem.

Ich hoffe, dass ich in meiner Rolle als Beirat des Lehrer Forum MINT hilfreiche Impulse setzen und diese in der Umsetzung begleiten kann.

Die Politik hat in puncto Durchlässigkeit der unterschiedlichen Systeme sowie möglicher Unterstützungsmaßnahmen viele Angebote entwickelt. Teilweise sind diese Angebote noch zu wenig bekannt, teilweise herrscht auch ein Überangebot, das zu wenig hinsichtlich seines Nutzens evaluiert wird. Vorliegende Untersuchungen sind deskriptiver Natur und zu wenig ganzheitlich ausgerichtet. Hier sollte sich etwas tun, um die finanziellen Mittel noch besser zu allokieren. Ich muss auch klar sagen: Das ständige Gerede, „Bildung ist Sache der Länder und wir vom Bund halten uns da heraus“ ist nicht zielführend. In Zeiten von PISA, Bologna, ICILS, etc. sollten wir die zahlreichen Feldversuche mit jungen Schülerinnen und Schülern deutlich reduzieren, vorliegende Ergebnisse und Wirkungen evaluieren, unseren eigenen Weg finden und zu einem geordneteren Miteinander unterschiedlicher Interessensgruppen übergehen.

Wenn Lehrer nur noch auf PISA hin lehren und Bulimielernen unterstützen, Gymnasiasten an die Unis treiben und diese dann als Studienabbrecher nach einigen Semestern zur Lieblingszielgruppe für Ausbildungsbetriebe avancieren, dann scheint es mir da noch einige ungelöste Hausaufgaben zu geben.

Aussagen zu Unternehmen zu machen ist nun schwierig. Abhängig von der Größe, der Branche, den relevanten Ausbildungsberufen eines Betriebes, etc. gibt es zu viele Facetten, um diese hier abschließend zu beschreiben. Deshalb hier ein paar Gedankenanstöße:

  • Viele Großunternehmen haben in den letzten Jahren viel Geld in sozialen Medien versenkt. In einigen Fällen kann ich diesen siebenstelligen Betrag quantifizieren. Der RoI ist nahe Null! Ausnahmen bestätigen die Regel. Außerdem sind Verantwortlichkeiten über mehrere Abteilungen hinweg verteilt und häufig weiß die eine Abteilung wenig bis nichts über aktuelle Maßnahmen und Stoßrichtungen der anderen Abteilung. Es mangelt häufig an einer Koordination von HR, Recruiting, Marketing und PR/Kommunikation.
  • KMU machen noch zu wenig aus ihren Stärken und Chancen. Ich höre immer häufiger Resignation: Wir finden keine passenden BewerberInnen mehr. Für die Ursachenanalyse ist dann aber offensichtlich kein Geld da. Dafür aber für Assessment-Center mit Kosten in Höhe von 700 Euro pro Person und zweifelhaftem Mehrwert.
  • Nun gibt es natürlich eine große Menge erfolgreich agierender Unternehmen. Einige davon habe ich im Buch quasi „zu Wort kommen lassen“. Am Ende des Tages agieren sie strategisch, agil und wirtschaftlich. Das ist das Erfolgsgeheimnis. Sie sind damit auch einzigartig, schwer zu kopieren, binden ihre Talente (nicht mit Geld!) und bieten gute Weiterentwicklungschancen.

saatkorn.: Und zu guter Letzt: was können mittelständische Unternehmer tun, damit diese überhaupt noch Auszubildende bekommen – angesichts der Entwicklung der demographischen Zahlen?
KMU sind in der Tat häufig nicht zu beneiden. In meinem ersten Buch „Ausbildung – Verantwortung & Chance“, das 2010 erschien, schrieb einer der Co-Autoren den Satz: „Gerade Kleinunternehmen und Mittelständler müssen ihre Bildungs-Hausaufgaben machen, um nicht als zweite Sieger Reste-Rampen des Ausbildungs- und Arbeitsmarktes zu werden“. Das ist wahr.

Deshalb freue ich mich, dass in dem jetzt neu erschienenen Buch auch KMU ihre Ansätze in der Berufsausbildung vorgestellt haben; beispielsweise Kantonalbanken der Schweiz und das Unternehmen Schenck Process in Darmstadt. Diese Beiträge sind erfrischend zu lesen. Die handelnden Akteure sind mutig, kreativ und bereit, neue Wege zu gehen. Sie managen überschaubare Budgets und hinterfragen interessanterweise konsequent ihre Wertschöpfungstiefe. Was andere preiswerter machen können, verlagern sie dorthin. Sie haben sich eine Marke erarbeitet, setzen diese schlüssig ein und binden auch ihre Auszubildenden ein, wenn es darum geht, diese Marke in Schulen oder auf Messen herauszustellen. Sie investieren in Betriebspraktika und suchen sich geeignete Jugendliche frühzeitig aus. Denn: Bei weitem nicht alle Berufseinsteiger bevorzugen ein Großunternehmen. Aber sie wollen umworben und wertschätzend behandelt werden, sie wollen eine sinnhafte Aufgabe und in der Regel gute Weiterbildungsmöglichkeiten aufgezeigt bekommen. Wenn das ein KMU beherrscht, dann bekommt es nach meiner Einschätzung auch Auszubildende trotz der demografischen Entwicklung.

saatkorn.: Herr Dr. Mayer, vielen Dank für das Interview!

 

Gero Hesse

Gero Hesse

Ich bin Gero Hesse, Macher, Berater und Blogger in den Themenfeldern Employer Branding, Personalmarketing, Recruiting, Social Media und New Work. Mehr Infos über Gero Hesse.

Ein Gedanke zu „Die neue Berufsausbildung: strategisch, agil, wirtschaftlich

  • 26. April 2015 um 13:14
    Permalink

    Lieber Gero

    Danke für dieses interessante Interview mit Volker Mayer. Als Autor eines Kapitels im Buch von dem Herr Mayer spricht, sind mir natürlich seine Kommentare zu Social Media und Recruiting / Karriere Blogs aufgefallen. Zum Beispiel dieses Statement aufgefallen:

    „…Viele Großunternehmen haben in den letzten Jahren viel Geld in sozialen Medien versenkt. In einigen Fällen kann ich diesen siebenstelligen Betrag quantifizieren. Der RoI ist nahe Null! …“

    Mit Social Media meint Herr Mayer vielleicht die Untergruppe der Social Networks wie Facebook, LinkedIn, Xing, usw. ?
    Da zeigen ja die Studien von der STRIMgroup und der CyTRAP Labs jedes Jahr, dass Inhalte hier zur Rekrutierung von Auszubildenden auf sehr wenig Resonanz stossen.

    HRM oder Social Media definieren ROI oft anders als dies Finanz-Analysten tun. Egal wie dies sein möge, der Zeitaufwand zur Erstellung von interessanten Beiträgen mit Mehrwert für die Zielgruppe ist natürlich beträchtlich.

    Doch mit der richtigen Content Strategie stellen sich dann die Erfolge ein. Dies können mehr qualifizierte Bewerber sein. Aber auch wie viele Bewerber dann die Ausbildung antreten im Herbst ist hier von Interesse. Hier ein Beispiel wie eine Content Strategie ausschauen kann aus der Schweiz:

    ===> http://alpiq-skills.com/erfahrungen-mit-der-schnupperlehre-von-deniz/

    Die Alpiq InTec hat einen Azubi Blog. Dieser hat eine eigene Domaine und behandelt nur Themen welche Schüler interessieren, die einen Ausbildungsplatz suchen.
    Der Auftritt ist der Zielgruppe angepasst. Dies wurde bewusst so gemacht und ist im Gegensatz zur Unternehmensseite welche statisch ist….

    Es gibt ROI 🙂 Aber vielleicht nicht mit Snapchat oder WhatsApp wie unsere Daten zeigen. Doch mit dem Corporate Blog lässt sich in Sachen Personalmarketing was machen!

    Danke an dich Gero und Volker Mayer für diesen interessanten Beitrag.
    Freundlichst

    Urs
    DrKPI

    PS. Alpiq InTec ist ein Kunde von uns.

    Antwort

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