UNIVERSUM Student Survey 2022 zeigt TRENDWENDE

Universum Student Survey 2022: Warum die Ergebnisse eine Trendwende anzeigen

Ein Gastbeitrag von Tina Smetana, Country-Managerin für Deutschland bei Universum, zu spannenden Insights des Universum Student Survey 2022 mit den Rankings der Attraktivsten Arbeitgeber der Studierenden Deutschlands

Was genau macht Unternehmen als Arbeitgeber attraktiv? Welche Unternehmen schaffen es, die so heiß begehrten Fachkräfte zu begeistern? Antworten darauf und auf weitere zentrale Fragen rund um den Berufseinstieg der Studierenden gibt der Universum Student Survey 2022. Dafür befragt die internationale Employer-Branding-Beratung Universum*, die Teil von StepStone ist, einmal jährlich Studierende weltweit. Am aktuellen Student Survey haben zwischen September 2021 und März 2022 fast 39.000 Studierende verschiedener Fachrichtungen in Deutschland teilgenommen. Über die gerade veröffentlichten Ergebnisse berichtet Tina Smetana, Country-Managerin für Deutschland bei Universum.

HOME OFFICE gewünscht!

In diesem Jahr gibt es einige interessante Veränderungen in den Ergebnissen des Student Survey, sodass sich insgesamt von einer beginnenden Trendwende sprechen lässt. Das trifft zum einen auf die Faktoren zu, die Studierenden bei ihrem Berufseinstieg wichtig sind. So deuten beispielsweise der in diesem Jahr deutlich stärkere Wunsch nach Work-Life-Balance und Homeoffice sowie die höheren Gehaltserwartungen darauf hin, dass Studierende wieder mutiger werden in dem, was sie von Arbeitgebern fordern. Zum anderen zeigen sich auch in den Rankings der Attraktivsten Arbeitgeber spannende Tendenzen: Zu den Gewinnern gehören in diesem Jahr Beratungsunternehmen, Banken, Automobilunternehmen sowie führende Impfstoffhersteller.

Mehr Geld, bitte!

Wenn es darum geht, was Unternehmen bei Studierenden als Arbeitgeber attraktiv macht, stehen in den Fachbereichen Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurwesen, Naturwissenschaften und IT/Informatik nach wie vor ein attraktives Grundgehalt und ein hohes Einkommen in der Zukunft an der Spitze der Rangliste. Gleichzeitig ist das erwartete Jahresgehalt über alle Fachbereiche hinweg um durchschnittlich 5 Prozent auf 48.904 Euro gestiegen. Es scheint, dass die Studierenden die Zurückhaltung der vergangenen Jahre überwunden haben und die steigenden Preise sowie die globale Inflationsrate bereits einkalkulieren.

Studierende fordern Flexibilität

Ein Faktor hat allerdings insgesamt besonders stark an Bedeutung gewonnen: flexible Arbeitsbedingungen. Sie zählen in diesem Jahr erstmals für Studierende in allen vier Fachbereichen, Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurwesen, Naturwissenschaften und IT/Informatik, zu den Top-10-Faktoren, die Unternehmen als Arbeitgeber attraktiv machen. Den größten Sprung in dieser Rangliste haben flexible Arbeitsbedingungen in den Wirtschaftswissenschaften und dem Ingenieurwesen gemacht, wo sie um sieben Plätze auf Rang 5 und 8 aufgestiegen sind. In den Naturwissenschaften und der IT sind sie immerhin drei Plätze auf Rang 9 und 3 nach oben geklettert.

Insgesamt an Bedeutung verloren haben weiche Faktoren, wie ein freundliches Arbeitsumfeld oder Respekt für die Mitarbeitenden, obwohl sie im vergangenen Jahr stark an Bedeutung gewonnen hatten. Dagegen legen Studierende jetzt mehr Wert auf Aspekte, die sich auf das Image oder die Karriere beziehen. Das trifft zum Beispiel auf Prestige, Markterfolg, eine rasche Beförderung, eine gute Referenz für die zukünftige Karriere, transparente Beförderungswege und einen leistungsabhängigen Bonus zu.

Big Four gehören zu den Gewinnern

Passend dazu schneiden die für Karriere und Prestige bekannten Branchen Consulting, Banken und Wirtschaftsprüfung tendenziell besser ab als in den vergangenen Jahren. Waren die als „Big Four“ bezeichneten Unternehmen Deloitte, EY (Ernst & Young), KPMG oder PricewaterhouseCoopers (PwC) im vorherigen Ranking noch im Abwärtstrend, gehören sie in diesem Jahr definitiv zu den Gewinnern.

BioNTech & Pfizer auch beliebt

Ebenfalls zu den großen Gewinnern in den aktuellen Rankings gehören führende Impfstoffhersteller wie BioNTech und Pfizer Deutschland. Viele Aufsteiger des vergangenen Jahres fallen dagegen auf die Platzierungen vor der Pandemie zurück. Hierzu zählen unter anderem große Supermarktketten, FMCG-Unternehmen und Automobilzulieferer. Auch die Tourismusbranche verliert weiterhin an Attraktivität. Deutliche Verluste hat auch Tesla zu verzeichnen. Davon profitieren die deutschen Automobilunternehmen, allen voran Porsche mit teilweise beachtlichen zwei Prozent Gewinn in seinen Spitzenpositionen.

Wer sind die Top-Arbeitgeber der Studierenden?

Porsche steigt bei den Wirtschaftswissenschaftlern einen Rang nach oben auf den ersten Platz und verweist Daimler/Mercedes-Benz auf Rang 2. Apple und die BMW Group halten sich auf Rang 3 und 4. Google macht einen Platz gut und landet auf Rang 5.

Auch im Fachbereich Ingenieurwesen steht Porsche an der Spitze und verteidigt seine Position. Daimler/Mercedes-Benz steigt zwei Plätze nach oben auf Rang 2. Audi hält seinen dritten Platz und positioniert sich vor der BMW Group auf Platz 4 und Siemens auf Rang 5. Beide Unternehmen rücken jeweils einen Platz nach oben.

Für die Studierenden der IT/Informatik ist Google weiterhin der attraktivste Arbeitgeber. Apple hält sich auf Rang 2. Microsoft steigt einen Rang auf Platz 3, während Tesla auf Rang 4 fällt und vor Porsche auf Platz 5 landet.

In den Naturwissenschaften stand BioNTech in dieser Befragung den Studierenden erstmals zur Auswahl und schafft es direkt an die Spitze. Der Impfstoffhersteller verweist die Max-Planck-Gesellschaft, Bayer, die Fraunhofer-Gesellschaft und BASF jeweils einen Platz nach unten auf die Ränge 2 bis 5.

Die Top 5 Arbeitgeber im Überblick

Platz Wirtschaftswissen-schaften Ingenieurwesen IT/Informatik Naturwissenschaften
1 Porsche Porsche Google BioNTech
2 Daimler/Mercedes-Benz Daimler/Mercedes-Benz Apple Max-Planck-Gesellschaft
3 Apple Audi Microsoft Bayer
4 BMW Group BMW Group Tesla Fraunhofer-Gesellschaft
5 Google Siemens Porsche BASF

 

Homeoffice spielt bei der Arbeitgeberwahl eine Rolle

Ob und wie Unternehmen zukünftig junge Talente erreichen und begeistern, scheint auch mit der Frage zusammenzuhängen, wie sie sich in Sachen Remote Work und Homeoffice positonieren. Als ein zentraler Aspekt flexibler Arbeitsbedingungen trifft Remote Work oder Homeoffice bei den jungen Talenten auf deutlich mehr Interesse als im vergangenen Jahr. Damals gaben knapp die Hälfte der Befragten an, generell Interesse an Homeoffice zu haben. In diesem Jahr hat sich dieser Anteil auf fast zwei Drittel erhöht.

Wenig überraschend spielt die Möglichkeit, remote oder im Homeoffice arbeiten zu können, auch bei der Auswahl der zukünftigen Arbeitgeber eine Rolle, am meisten für Studierende der IT/Informatik. Mit 59 Prozent ist es für fast zwei Drittel von ihnen wichtig oder sehr wichtig, dass der zukünftige Arbeitgeber Remote Work oder Homeoffice ermöglicht. In den Wirtschaftswissenschaften trifft das auf 55 und im Ingenieurwesen auf 45 Prozent der Studierenden zu. In den Naturwissenschaften ist der Anteil mit 38 Prozent am geringsten.

Für Frauen ist Homeoffice besonders relevant

Insgesamt legen Frauen mit 47 Prozent etwas mehr Wert darauf, im Homeoffice arbeiten zu können, als ihre männlichen Kommilitonen (43 Prozent). Deutlichere Unterschiede zeigen sich in den verschiedenen Fachbereichen. Am größten ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern unter Studierenden der Wirtschaftswissenschaften. Während es für 59 Prozent der Frauen wichtig oder sehr wichtig ist, dass der zukünftige Arbeitgeber Homeoffice ermöglicht, trifft das hier nur auf 49 Prozent der männlichen Studierenden zu. Am geringsten ist der Unterschied mit jeweils 60 Prozent im Fachbereich IT/Informatik.

Homeoffice ja, für zwei bis drei Tage

Auf die Frage, wie viele Tage pro Woche die Studierenden im Homeoffice arbeiten wollen würden, geben mit 48 Prozent (Naturwissenschaften und Ingenieurwesen) und 46 Prozent (Wirtschaftswissenschaften) die meisten Studierenden zwei Tage an. Einzig in der IT/Informatik möchten jeweils 35 Prozent zwei oder drei Tage im Homeoffice arbeiten. Dabei gibt es bei der Anzahl der Tage kaum Unterschiede zwischen Frauen und Männern.

Verständnis für zukünftige Fachkräfte gewinnt an Bedeutung  

Die Daten des Universum Student Survey zeigen, dass sich Faktoren, die Unternehmen als Arbeitgeber attraktiv machen, durchaus verändern. Gleichzeitig scheint es, als wären sich junge Talente ihrer Bedeutung für den Arbeitsmarkt durchaus bewusst. Für Unternehmen geht es, in Anbetracht des sich verschärfenden Fachkräftemangels, mehr denn je darum, ein Verständnis für die nächste Generation am Arbeitsmarkt zu entwickeln, um junge Talente anzuziehen. Die Universum-Daten sind dafür eine gute Grundlage.

Über den Universum Student Survey 2022 in Deutschland

Für den Universum Student Survey 2022 wurden zwischen September 2021 und März 2022 insgesamt 38.619 Studierende an 235 Hochschulen in Deutschland befragt. Auf dieser Basis erstellte Universum die Arbeitgeberrankings für verschiedene Studienrichtungen: Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurwesen, IT/Informatik, Naturwissenschaften, Geistes- und Sozialwissenschaften, Rechtswissenschaften und Medizin/Gesundheitswissenschaften.

Die Befragten gaben unter anderem Auskunft dazu, bei welchen Unternehmen sie gerne arbeiten möchten, nach welchen Kriterien sie Arbeitgeber bewerten, welche Gehaltsvorstellungen sie haben und welche langfristigen Karriereziele sie verfolgen. Weitere Informationen und Rankings: https://universumglobal.com/de/studentsurvey2022/

 

*Über Universum
Universum, Teil der StepStone-Gruppe, ist ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich Employer Branding. Mit über 30 Jahren wertvoller Erfahrung im Bereich Employer Branding haben wir uns weltweit in 60 Märkten etabliert und sind an Standorten in 20 Ländern präsent. Unsere Befragungen von Studierenden und Professionals bieten Personalverantwortlichen einzigartige Informationen, was junge Talente bei Unternehmen suchen. Auf unsere datengesteuerten und aussagekräftigen Ergebnisse vertrauen 1.700 Kunden, darunter viele Fortune-500-Unternehmen, sowie globale Medienpartner, die unsere jährlichen Rankings und Trendberichte veröffentlichen.

Weitere Informationen: www.universumglobal.com/de

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Gero Hesse

Ich bin Gero Hesse, Macher, Berater und Blogger in den Themenfeldern Employer Branding, Personalmarketing, Recruiting, Social Media und New Work. Mehr Infos über Gero Hesse.

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