Studie: alles zum azubi.report 2018 + Download

Der azubi.report 2018 liegt vor. Wie jedes Jahr hat Ausbildung.de Auszubildende und der Ausbildungsabteilungen befragt und einen spannenden Report erstellt. Ich hatte Gelegenheit dazu mit Felix von Zittwitz, Director Talent Platforms bei TERRITORY EMBRACE, dazu zu sprechen. Auf geht’s:  

saatkorn.: Felix, bitte stelle Dich den saatkorn. LeserInnen doch kurz vor.

Felix von Zittwitz, Director Talent Platforms bei TERRITORY EMBRACE

Moin, ich bin Felix und leite innerhalb von TERRITORY EMBRACE den Bereich Talent Platforms. Darunter fallen die Portale MeinPraktikum.de, Trainee.de, MeineUni.de und natürlich Ausbildung.de.

saatkorn.: Was macht Ihr bei TERRITORY EMBRACE im Bereich Talent Platforms konkret?
Unsere Portale richten sich an junge Menschen, die den bestmöglichen Einstieg ins Berufsleben suchen. Dieser Einstieg fängt meist ganz profan damit an, dass gegoogelt wird – daher arbeiten wir intensiv daran, unsere Auffindbarkeit rund um die Themen Ausbildung und Praktikum bei Google zu erhöhen – was uns zum Glück ziemlich gut gelingt, mit Ausbildung.de sind wir typischerweise auf Platz 1 rund um die relevanten Keywords. Aber das bedeutet auch, dass wir unsere Zielgruppe sehr gut kennen müssen: Was treibt Schüler um, wenn sie sich auf die Suche nach einer Ausbildung machen? Wonach suchen sie? Was brauchen sie, um eine gute Entscheidung zu treffen? Und wie bringen wir sie bestmöglich in Kontakt mit den passenden Arbeitgebern

saatkorn.: Nun habt Ihr gerade den azubi.report 2018 heraus gebracht. Was war das Setting der Studie?
Unser Ziel mit dem Report ist es, eine Bestandsaufnahme des Azubi-Marktes zu erheben und im Zeitverlauf Entwicklungen nachzuvollziehen.  Für den azubi.report 2018 haben wir insgesamt 4.000 Azubis und 100 Personaler befragt. Gerade das Zusammenbringen beider Perspektiven ist uns wichtig. Denn ganz offensichtlich haben wir ein Problem, wenn die Zahl der unebsetzten Ausbildungsstellen so hoch ist wie zuletzt vor 20 Jahren. Und das Problem liegt in der Art und Weise, wie potenziell Azubis und Unternehmen zusammenkommen.

saatkorn.: Ein Spezialthema im Report widmet sich der Frage, warum in Deutschland so viele Azubi Stellen unbesetzt bleiben. Liegt das nicht einfach am Azubi-Mangel in Deutschland?
Laut der Bundesagentur für Arbeit waren im August noch 130.000 Schüler auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Nach Mangel hört sich das für mich nicht an… Eine Kernerkenntnis des Reports ist, dass es absurderweise der Bewerbungsprozess selbst ist, der verhindert, dass Unternehmen ihre Stellen gut besetzen können.

saatkorn.: Das ist doch eigentlich eine gute Nachricht – den Prozess haben die Ausbildungsverantwortlichen doch selbst in der Hand.
Aber die allerwenigsten sind sich des Problems bewusst. Drei Viertel der von uns befragten Personaler geben an, dass sie Ausbildungsstellen nicht besetzen können – aber 95 Prozent bewerten den eigenen Bewerbungs- und Auswahlprozess als gut! Und das bei einer durchschnittlichen Prozessdauer von 3 Monaten – das ist in Zeiten der Digitalisierung geradezu eine aberwitzige Zeitspanne. Natürlich brechen da auch viele Bewerber während des Prozesses ab.

Interessant ist auch, dass die Personaler zwar typischerweise sagen, dass der „Personal Fit“ das wichtigste Auswahlkriterium sei und nur 2/3 der ausgeschriebenen Kriterien für die Auswahl notwendig wären – gleichzeitig aber durch zu hohe Formalkriterien viele Bewerber abschrecken. Die Hälfte der befragten Azubis sagt, dass sie sich nicht auf Stellen beworben haben, deren Anforderungen zu hoch schienen… Meine Empfehlung wäre hier: Weniger Formalismus bei den Kriterien, und schneller einen persönlichen Eindruck vom Bewerber gewinnen.

Der azubi.report 2018

saatkorn: Auf Ausbildung.de setzt ihr auch die Video-Bewerbungs-Software von JobUFO ein…
Genau deshalb, ja. So gewinnt der Verantwortliche auf Unternehmensseite sofort einen ersten Eindruck: Kann ich mir diesen Bewerber als Azubi bei uns vorstellen? Das ist im Zweifel der bessere Check als die Betrachtung einer Durchschnittlichen Abinote.

saatkorn.: Gibt es weitere Ergebnisse im azubi.report 2018, die Dich überrascht haben?
Unternehmen müssen sich ganz offensichtlich darauf einstellen, dass sie nicht mehr nur für den Eigenbedarf ausbilden: Nur ein Dritte der Azubis gibt an, sich in 10 Jahren noch im selben Unternehmen zu sehen, in dem sie ihre Ausbildung gestartet haben. Hier wird es wichtig werden, dass Unternehmen sich auch langfristig als gute Arbeitgeber beweisen, um ihre Fachkräfte auch zu halten.

Spannend ist auch, dass die Azubis in Pflegeberufen mehrheitlich angeben, in ihrem Traumjob zu arbeiten. Und dass trotz wenig Freizeit und geringem Gehalt! Das fand ich schon überraschend. Aber es zeigt: Zufriedenheit entsteht nicht durch monetäre Anreize, sondern ganz wesentlich durch den Sinn der eigenen Arbeit.

saatkorn.: Welche konkreten Empfehlungen lassen sich auf Basis des azubi.report 2018 für Ausbildungsbereiche in den Unternehmen ableiten?
Pauschale Empfehlungen sind natürlich schwer. Ganz wesentlich ist aber, dass man den eigenen Bewerbungsprozess hinterfragt: Warum brauchen wir 3 Monate? Können wir das nicht in 4 Wochen schaffen? Welche Schritte können wir weglassen, digitalisieren oder automatisieren? Und: Wie schaffen wir es, uns schneller ein persönliches Bild vom Bewerber zu machen – wenn das doch eh das wichtigste Kriterium ist?

saatkorn.: Was passiert eigentlich gerade bei Ausbildung.de? Inwiefern helft Ihr – beispielsweise mit neuen Funktionalitäten – dabei, die Situation für angehende Azubis weiter zu verbessern?
JobUFO hast du ja eben schon erwähnt. Ich glaube wirklich, dass das ein gutes Tool ist, um schon früh im Prozess  authentische Eindrücke vom Bewerber zu gewinnen. Und in den kommenden Wochen wirst du noch mehr von uns dazu hören, wie wir mit Ausbildung.de den Bewerbungsprozess schneller machen wollen. Noch ist das aber Top Secret.

saatkorn.: Vielen Dank für das Gespräch zum azubi.report 2018. 

Wer den Report nun haben möchte, kann entweder weiter unten bei der Verlosung mitmachen oder sich den azubi.report 2018 hier direkt bestellen. Have fun!

 

Gero Hesse

Gero Hesse

Ich bin Gero Hesse, Macher, Berater und Blogger in den Themenfeldern Employer Branding, Personalmarketing, Recruiting, Social Media und New Work. Mehr Infos über Gero Hesse.

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