Mobile Recruiting erfordert neue Form der Bewerbung

Mobile Recruiting erfordert andere Bewerbungsprozesse. Ich hatte Gelegenheit, dazu mit meinestadt.de Geschäftsführer Wolfgang Weber zu sprechen. Auf geht’s: 

saatkorn.: Bitte stellen Sie sich den saatkorn. LeserInnen doch kurz vor.

Wolfgang Weber von meinestadt.de
Wolfgang Weber von meinestadt.de

Mein Name ist Wolfgang Weber und ich bin inzwischen seit über 10 Jahren im Stellenmarkt-Geschäft tätig. Bei meinestadt.de bin ich seit Januar als Geschäftsführer an Bord. meinestadt.de bietet den größten Stellenmarkt für Fachkräfte mit Berufsausbildung. Wir haben bereits früh erkannt, wie wichtig gut ausgebildete Fachkräfte für den deutschen Arbeitsmarkt sind.

saatkorn.: Welche Bedeutung kommt dem mobile Recruiting im Jahr 2018 zu?
Unser Kommunikations- und Konsumverhalten hat sich im digitalen Zeitalter bereits radikal verändert: Netzwerken, Shoppen von Büchern und technischen Geräten bis hin zum Online Check-In beim Flug, nichts geht mehr ohne das Smartphone. Das hat unsere Erwartungen geprägt. Da ist es nicht verwunderlich, dass Menschen auch für die Jobsuche und die Bewerbung immer häufiger zum Smartphone greifen. 73 Prozent der Fachkräfte mit Berufsausbildung würden sich mobil bewerben, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten. Das macht unsere Mobile Recruiting Studie deutlich. Die Nachfrage ist also in jedem Fall vorhanden. Damit kommt auch dem Mobile Recruiting eine immer wichtigere Bedeutung zu. Wollen Unternehmen im Wettbewerb um passende Bewerber mithalten, müssen sie mobil nachrüsten.

saatkorn.: Was sind aktuell noch Hürden im mobile Recruiting?
Wunsch und Wirklichkeit klaffen noch zu sehr auseinander. Zukünftig wird das Recruiting nicht mehr funktionieren, wenn Unternehmen nicht direkt mitdenken, wie die Stellenanzeige oder die Bewerbung mobil funktioniert. In unserer doppelperspektivischen Studie wurden auch Personaler befragt. 43 Prozent der Unternehmen haben ihren Online-Karriere-Auftritt nach wie vor in keiner Weise mobil optimiert. Das HR-Management hat – wenn überhaupt – in die mobile Optimierung von Stellenanzeigen investiert, aber selbst hier ist nur eine Minderheit up to date: Der Bewerbungsprozess ist nicht einmal bei einem Drittel der Unternehmen mobilfähig.

saatkorn.: Warum ist die Direktbewerbung im mobile Recruiting so wichtig?
Weil sie wesentliche Hürden senkt! ‘Mobile’ suggeriert Schnelligkeit, Flexibilität und Effizienz. Da haben althergebrachte, komplexe Bewerbungsprozesse mit ausführlichen Anschreiben und langen Rückmeldezeiten keinen Platz. Kurze Fragebögen, die die wichtigsten Anforderungen abdecken, reichen oft völlig aus. Nehmen wir beispielsweise die Bewerbung auf eine Stelle als Lastkraftfahrer. Da geht es in erster Linie um die Fahrerlaubnis, Sprachkenntnisse und eventuell die Berufserfahrung. Das lässt sich wunderbar in einem kurzen Fragenkatalog prüfen und erleichtert sowohl für den Bewerber als auch den Arbeitgeber den Bewerbungsprozess. Das ist zeitgemäß und effizient. Und dahin muss die Reise beim Recruiting gehen.

saatkorn.: Wie läuft die Direktbewerbung konkret aus Bewerber- und aus Arbeitgebersicht ab?
Der Bewerber klickt nach seiner Suche auf eine unserer Stellenanzeigen und navigiert bei Interesse weiter auf den prominenten Bewerber-Button. Dann gelangt er direkt auf das Direktbewerbungsformular. Auf eine kurze Einführung zur Direktbewerbung folgen bis zu fünf Fragen, die der Arbeitgeber vorher individuell vorgibt. Der Bewerber beantwortet die Fragen und gibt abschließend noch die wichtigsten personenbezogenen Daten, wie Namen und Mailadresse, an. Dann klickt er auf “Bewerbung absenden” und der Arbeitgeber erhält eine Mail mit der Bewerbung und den entsprechenden Antworten. Der Arbeitgeber kann sich dann auf Basis seines kurzen Fragenkatalogs entscheiden, ob der Bewerber für den weiteren Bewerbungsprozess in Frage kommt oder nicht. Er kann innerhalb der Mail zwischen “Ablehnen” oder “Bewerbung bestätigen” auswählen und damit eine weitere automatisierte Mail an den Bewerber senden.

saatkorn.: Wie kommen die Daten genau in das Bewerbermanagementsystem der Kunden?
Da jedes Formular zur Direktbewerbung aufgrund des individuellen Fragenkatalogs einzigartig ist und es eine Vielzahl an Bewerbermanagementsystemen gibt, ist für die direkte Übermittlung immer auch eine Individuallösung erforderlich. Wir unterstützen aber gerne bei der Umsetzung. Für Kleinunternehmen, deren Bewerbermanagementsystem häufig Outlook und nicht SAP heißt, ist die Übertragung der Daten ideal.

saatkorn.: Was sind die nächsten Entwicklungsschritte im mobile Recruiting für meinestadt.de?
Bei meinestadt.de sind alle Schritte im Bewerbungsprozess mobil optimiert – von der Suche über alle Detailansichten bis hin zur Bewerbung. Mit der Einführung eines adaptiven, also sich anpassenden Designs der Nutzeroberfläche über alle Devices hinweg, haben wir dieses Jahr die Jobsuche einmal mehr einfacher und nutzerfreundlicher gestaltet. Unsere Mission lautet: Bewerber und Unternehmen zusammenbringen. Um das zu erreichen, unterstützen wir Unternehmen und Bewerber dabei, möglichst einfache, mobile Bewerbungsprozesse wie die Direktbewerbung anzubieten.

saatkorn.: Herr Weber, vielen Dank für das Interview. 

 

Über meinestadt.de

meinestadt.de ist der führende Stellenmarkt für Fachkräfte mit Berufsausbildung. Durch

den regionalen und lokalen Fokus verbindet meinestadt.de Unternehmen und Jobsuchende in

allen 11.000 Städten und Gemeinden Deutschlands. Stellensuchende können sowohl online als

auch mobil und über die mehrfach ausgezeichneten Job-Apps jederzeit auf die Angebote

zugreifen. TalentHero, die Azubi-App von meinestadt.de, hilft Jugendlichen bei der Berufswahl und bringt Unternehmen und Auszubildende für eine gemeinsame erfolgreiche Zukunft zusammen.

 

 

 

Gero Hesse

Gero Hesse

Ich bin Gero Hesse, Macher, Berater und Blogger in den Themenfeldern Employer Branding, Personalmarketing, Recruiting, Social Media und New Work. Mehr Infos über Gero Hesse.

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