Neue Studie zur Generation Y: „Karriere trifft Sinn“

Neue Studie zur Generation Y: „Karriere trifft Sinn“

 

Heute nochmal saatkorn. in eigener Sache. Vielleicht hat der Eine oder die Andere ja die Berichterstattung zu diesem Thema auf der Onlineseite der Wirtschaftswoche letzte Woche gelesen. Seit langem schon frage ich mich, ob man unterschiedliche Generationen überhaupt pauschal als Generation X, Y oder Z titulieren sollte und ob man damit der Realität überhaupt gerecht wird. Meine aktuelle Meinung dazu: ja, kann man machen – natürlich in dem Wissen, dass dann alle Behauptungen und Erkenntnisse extrem pauschal sind. Ich glaube auch, dass auf Basis externer Rahmenbedingungen (Krieg oder Frieden? Wirtschaftliche Stabilität oder Instabilität? Neue technologische Entwicklungen usw usf) unterschiedliche Generationen – pauschal – auch unterschiedlich denken, logisch.

Was mich allerdings seit geraumer Zeit nicht losgelassen hat, war die Frage, inwiefern innerhalb einer Generation, nämlich bei Studierenden und hier bezogen auf das Thema Karriere möglicherweise unterschiedliche Wertemuster und Einstellungen vorhanden sind. Insbesondere natürlich bei der Generation Y, naheliegend bei einem Blog über Employer Branding, Personalmarketing und Recruiting.

Meine Hypothese war: die Studierenden werden sich vor allem vor dem Hintergrund ihrer gewählten Fachrichtungen unterscheiden. Klar, Ingenieure denken anders als BWLer, BWLer anders als ITler undsoweiter. Vor diesem Hintergrund haben wir von embrace unter wissenschaftlicher Begleitung von Prof. Dr. Christoph Beck eine große Studie bei den Mitgliedern unseres Karrierenetzwerkes careerloft durchgeführt:

VERGESST DIE FACHRICHTUNGEN!
Das (zumindest für mich) absolut überraschende Ergebnis: es gibt keine Unterschiede zwischen den Fachrichtungen! – Vielmehr lassen sich 5 verschiedene Karriere-Clustertypen ausmachen (innerhalb derer die Fachrichtungen interessanterweise auch wieder nahezu gleichverteilt sind). Vor diesem Hintergrund sollte man sich im Personalmarketing und Recruiting viel mehr als bislang nicht in erster Linie Gedanken darüber machen, wie man beispielsweise Ingenieure pauschal anspricht, sondern was für einen Typus Ingenieur man eigentlich benötigt. Wie passt das Wertemuster der betreffenden Person zum Unternehmen und zur Aufgabe? – Das wird in Zukunft die viel wichtigere Frage werden.

Der Aufruf „Vergesst die Fachrichtungen!“ ist natürlich nicht absolut zu verstehen, sondern eher im Hinblick darauf, dass man tiefer schauen sollte – im Wissen, dass es auf Basis der Studie folgende 5 Studierenden-Typologien gibt:

Für Employer Branding und Personalmarketing ist mithin die Frage zentral, mit welchen Werteversprechen ich eigentlich an Zielgruppen herantrete, wenn ich bestimmte Typen suche. Die Studienergebnisse gehen aber noch tiefer, dann innerhalb der Clustertypen haben wir auch analysiert, bei welchen Zielgruppen eigentlich welche Musikrichtungen, Eventformate, Sportarten etc stark ausgeprägt sind. Das kann durchaus eine große Rolle im Personalmarketing-Maßnahmenmix spielen. Und hier kann man extrem in die Tiefe gehen…

5 zentrale Thesen
Eine weitere Erkenntnis der Studie sind 5 zentrale Thesen rund um Karrierethemen, die in meinen Augen auch ziemlich interessant sind. Beispiel gefällig? – Nehmen wir das Thema Familie: 79 % der Befragten wllchen auf jeden Fall Kinder haben (vor diesem Hintergrund ist unser aller Demografiethema vermutlich absehbar ;-)), eine erfolgreiche Karriere ist dagegen „nur“ 74 % der Befragten wichtig. Bitte nochmal beachten: befragt wurden Mitglieder eines Karrierenetzwerkes…

Auch spannend: 54 % wollen spätestens nach 3 Berufsjahren Kinder haben – was Unternehmen noch vor extreme Herausforderungen beim Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf stellen wird. In Thesen formuliert bedeutet das:

Junge Fachkräfte wollen Kinder gleich zu Karrierebeginn.

Deutschlands Arbeitswelt muss sich radikal verändern.

Mehr top-Jobs in Teilzeit – Mehr Home Office – Mehr Betriebs-Kitas.

Ich könnte jetzt noch ewig dazu weiterschreiben, muss ich aber nicht. Denn: unsere Studie erscheint in einem 148 seitigen gebundenen Schmöker am 28.4. und kann hier bestellt werden. Wer dafür kein Geld ausgeben möchte, ist hiermit herzlich zum kostenlosen Webinar eingeladen:

Wann: 29.4.2014, 16:30 Uhr

Format: Webinar

Kosten: Keine 😉

Anmeldung über sauerstein@medienfabrik.de mit Stichwort „Webinaranmeldung“

Und – für alle Unentschlossenen – hier noch ein Blick in das Inhaltsverzeichnis der Printversion (lohnt sich, versprochen):

Gero Hesse

Gero Hesse

Ich bin Gero Hesse, Macher, Berater und Blogger in den Themenfeldern Employer Branding, Personalmarketing, Recruiting, Social Media und New Work. Mehr Infos über Gero Hesse.

4 Gedanken zu „Neue Studie zur Generation Y: „Karriere trifft Sinn“

  • Pingback: Wer fürchtet sich vor der Generation Z? - Personaleum

  • Pingback: Infografik: Generation X vs Generation Y vs Generation Z - saatkorn.

  • Pingback: Video: Sinn und Karriere. Macht das wirklich Sinn? - saatkorn.

  • 13. April 2014 um 19:32
    Permalink

    Beim Aspekt der Fachrichtungen ist mir die „Nicht-Abweichung“ durchaus klar. Selbst bei mir und vielen meiner Mitstudenten von vor 30 Jahren hat sich die Fachrichtung als immer weniger relevant für den beruflichen Werdegang herausgestellt. Ich habe Wirtschaftswissenschaften aka BWL studiert. Beim Vordiplom waren nur noch 50 Prozent übrig, die anderen haben das Studium gewechselt oder sich anders orientiert. Ich war danach in der IT, im Consulting, im Gesundheitswesen, der Kommunikation.

    Was ich im Studium lernte, ist eine gute Basis, aber die (Wirtschafts-)Umwelt änderte sich bereits in den letzten zehn Jahren so oft und schnell, dass das Studium immer weniger wichtiger wurde. Und bei vielen der Gen Y beobachte ich eine noch ausgeprägtere „Patchwork-Karriere“. Was in einem Projekt heute gebraucht wird, gab es im Studium oft noch gar nicht sondern muss selbsständig erlernt werden.

    Deswegen glaube ich, dass das Studiumswissen und damit die Fachrichtung immer weniger relevant für den Werdegang wird.

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