Mühlenhoff by Randstad RiseSmart zur aktuellen Arbeitsmarktsituation

Mühlenhoff by Randstad RiseSmart war ja schon des Öfteren Gast hier auf SAATKORN. Meistens in Person des Geschäftsführers Michael Schuster. Heute spreche ich mit ihm (oben links) und seinem Kollegen Klaus Rupprecht über die Auswirkungen von Corona auf die Arbeitsmarktsituation in Deutschland, auch im Zusammenhang mit dem Thema interne Mobilität. Auf geht’s: 

SAATKORN: Bitte stellen Sie sich den SAATKORN Leser*innen doch kurz vor.

Michael Schuster: Ich bin Geschäftsführer des Talent Mobility- und Outplacement-Dienstleisters Mühlenhoff by Randstad RiseSmart. Meine Leidenschaft für Menschen und herausfordernde Projekte brachte mich vor mehr als 10 Jahren in diesen Beratungsbereich – und sie ist bis heute geblieben.

Klaus Rupprecht: Ich bin Managing Consultant bei Mühlenhoff by Randstad RiseSmart und begleite seit mehr als 15 Jahren Menschen und Unternehmen bei individuellen Veränderungsprozessen. Im Vordergrund steht für mich dabei immer, Projekte so umzusetzen, dass sie wertschätzend und fair für alle Beteiligten laufen. Das ist meines Erachtens ausschlaggebend für den Erfolg.

SAATKORN: Wie ist aus Ihrer Sicht auf Basis von Corona die Marktsituation in Deutschland? Wie viel wird abgebaut, wie viel neu eingestellt?

Michael Schuster: Dank der Kurzarbeit sind uns in Deutschland bisher größere Entlassungswellen erspart geblieben. So konnte Geschwindigkeit aus der Krise genommen werden. Doch ist die Pandemie noch nicht vorbei. Viele Branchen müssen sich bereits jetzt mit den Folgen auseinandersetzen. Kürzlich hat das ifo-Institut im Auftrag von Randstad Personalleiter zu ihrer Personalplanung befragt. In den meisten Unternehmen soll der Personalbestand im ersten Halbjahr 2021 konstant bleiben. Allerdings planen 23% sich von Personal zu trennen. Das spüren wir deutlich. Die Nachfrage nach Dienstleistungen wie Transfermaßnahmen steigt – und das branchenübergreifend. Corona hat den Strukturwandel in vielen Branchen nicht herbeigeführt, aber doch stark beschleunigt.

SAATKORN: Sind die Auswirkungen der Krise aus der Sicht von Mühlenhoff by Randstad RiseSmart größer als bei der Weltwirtschaftskrise 2009?

Klaus Rupprecht: Ich denke, dass die Auswirkungen nicht vergleichbar sind. Die Corona-Pandemie hat die Welt härter getroffen als die Finanzkrise. Sie ist direkt im Alltag der Menschen zu spüren. Die Auswirkung auf die Wirtschaft war vor allem zu Beginn besonders brachial. Angebot und Nachfrage haben in einigen Bereichen rasch zugenommen. An andere Stelle sind sie dafür vollständig eingebrochen. Das hat es in dieser Geschwindigkeit und Stärke bisher noch nicht gegeben. Hinzu kommt, dass wir nicht wissen, ob wir vor dem Höhepunkt der Krise stehen oder ihn bereits hinter uns haben – auch wenn wir natürlich alle hoffen, dass das Schlimmste hinter uns liegt. In meinen Gesprächen mit den Unternehmen wird deutlich, dass die Pandemie zu einem Veränderungsdruck geführt hat, der so noch nie auf Unternehmen gelastet hat. Auch nicht in der Finanzkrise.

SAATKORN: Wie managen Unternehmen anstehende Veränderungen am besten?

Klaus Rupprecht: Viele Unternehmen stehen vor umfassenden Restrukturierungen. Am wichtigsten ist es jetzt, zukunftsrelevante Felder frühzeitig zu identifizieren und diese gezielt zu fördern. Um diesen Prozess erfolgreich zu meistern, kommt es auch auf die passende Belegschaft an. Die klassische Taktik für personelle Restrukturierungen ist oft ein Personalaustausch. Also Arbeitnehmer aus den nachfrageschwachen Segmenten abbauen und neue Mitarbeiter für die zukunftsfähigen Bereiche einstellen. Dieser Ansatz funktioniert in der Regel gut auf dem Papier, ist aber in der Praxis nicht so einfach umsetzbar. Zum einen gibt es nicht genug Fachkräfte für die zukunftsfähigen Bereiche, zum anderen macht es für Unternehmen auch keinen Sinn, sich von Mitarbeitern zu trennen, in die teilweise viele Jahre investiert wurde. Arbeitgeber sollten ihre Mitarbeiter in den Veränderungsprozess einbinden und auch in Sachen Personal nachhaltiger agieren.

SAATKORN: Unser Verständnis von personeller Restrukturierung muss sich also ändern. Wie gelingt das?

Klaus Rupprecht: Wir alle müssen personelle Restrukturierungen neu denken. Sie sollten zum kontinuierlichen Prozess werden, um Betriebe flexibel aufzustellen. Wichtig ist, die Belegschaft in Veränderungsprozessen frühzeitig mitzunehmen. Mitarbeiter müssen befähigt werden, neue Aufgaben zu übernehmen und brauchen Anreize, sich aktiv mit Neuerungen auseinanderzusetzen. Durch individuelle Programme zur Karriereentwicklung werden rechtzeitig Hebel in Bewegung gesetzt, um Mitarbeiter auf diesem Weg erfolgreich zu begleiten. Wichtig ist auch, dass Unternehmen anstehende Veränderungen früh genug kommunizieren und entsprechend Maßnahmen zur Vorbereitung einleiten.

Michael Schuster: Dieser moderne Restrukturierungsansatz bringt einen weiteren Vorteil mit sich. Gerade in schwierigen Zeiten profitieren Unternehmen von der flexiblen Ausrichtung ihrer Teams. Redeployment-Programme machen einen schnellen Personalumbau innerhalb des Unternehmens möglich. So werden Arbeitsplätze erhalten, Know-how bewahrt und Kosten reduziert. Gleichzeitig erhalten Mitarbeiter so die Möglichkeit, ihren Karriere- und Berufsweg im eigenen Unternehmen neu auszurichten.

SAATKORN: Welche Rolle spielt die interne Mobilität dabei aus Sicht von Mühlenhoff by Randstad RiseSmart?

Michael Schuster: Damit Redeployment- und Career Development-Programme wirklich greifen können, ist eine Kultur der internen Mobilität in Unternehmen ein wichtiger Knackpunkt. Interne Wechsel müssen zur echten Option für Mitarbeiter werden – und nicht nur in der Theorie erlaubt sein. Dazu sind Führungskräfte gefordert, dem Thema eine hohe Priorität einzuräumen und das auch deutlich zu machen. Dazu gehört z. B. Karriere- und interne Wechseloptionen frühzeitig transparent zu machen, Mitarbeiter schnell über neue Möglichkeiten zu informieren und sie handlungsfähig zu machen. In diesem Zusammenhang kommt internen Karriereportalen eine neue Bedeutung zu. Sie sollten mehr als nur eine Stellenbörse sein. Wenn diese mit digitalen Tools zur Karriereentwicklung kombiniert werden, lässt sich die interne Mobilität in Unternehmen schnell und nachhaltig steigern. Nur so gelingt es, sich zukunftsfähig aufzustellen.

SAATKORN: Vielen Dank für das Interview. Und weiterhin viel Spaß und Erfolg bei Mühlenhoff by Randstad RiseSmart.

Gero Hesse

Ich bin Gero Hesse, Macher, Berater und Blogger in den Themenfeldern Employer Branding, Personalmarketing, Recruiting, Social Media und New Work. Mehr Infos über Gero Hesse.

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