McDonald’s Ausbildungsstudie 2015: Interview

Brandneu: die McDonald’s Ausbildungsstudie 2015. Nach der in meinen Augen extrem lesenswerten Studie von 2013 ist in diesen Tagen die Neuauflage erschienen. Ebenso lesenswert und mit zahlreichen Infografiken toll aufgemacht. Drei Printausgaben der neuen McDonald’s Ausbildungsstudie verlose ich – mehr dazu weiter unten. Zunächst aber ab ins Gespräch mit Christiane Wörle, die bei McDonald’s auch für die Studie verantwortlich ist. Auf geht’s:

McDonald’s Ausbildungsstudie 2015: Interview und Verlosung

saatkorn.: Bitte stellen Sie sich den saatkorn. LeserInnen doch kurz vor.
Christiane Wörle, Senior Manager Corporate Affairs bei McDonald’s Deutschland Inc. und in dieser Funktion zuständig für Employer Branding

saatkorn.: Soeben haben Sie die McDonald’s Ausbildungsstudie 2015 veröffentlicht. Wie war das Setting der Studie? – Wer wurde wann von wem befragt?
Das Institut für Demoskopie Allensbach befragte insgesamt 1.674 Personen im Alter von 15 bis 24 Jahren nach ihren Wünschen und Befürchtungen im Zusammenhang mit der eigenen beruflichen Zukunft. Die Interviews wurden vom 7. Juli bis 29. August 2015 mündlich-persönlich (face to face) nach einem standardisierten Fragebogen durchgeführt. Durch die Stichprobe werden nach Schätzung auf Basis des Mikrozensus 2014 8,42 Mio. Personen repräsentiert.

saatkorn.: Was sind die wesentlichen Erkenntnisse der diesjährigen Studie im Vergleich zu den Studien der letzten beiden Jahre? – Gibt es wesentliche Entwicklungen bei den Azubis oder auf dem Markt?
Ein signifikantes und besonders erfreuliches Ergebnis der zweiten Ausbildungsstudie von McDonald’s Deutschland ist die hohe Aufstiegsorientierung von jungen Migranten in Deutschland. So bezeichnen 59 Prozent von ihnen die Aufstiegschancen als sehr gut oder gut. 60 Prozent der jungen Menschen mit Migrationshintergrund geben an, dass es ihnen wichtig ist, mehr im Leben zu erreichen als ihre Eltern.

Spaß und Sicherheit rangieren vor Erfolg, nette Kollegen und gutes Klima werden hochgeschätzt und Karriere ist nicht mehr unter den wichtigsten Merkmalen eines beruflichen Lebensweges bei der jungen Generation. Jugendliche erwarten von den Unternehmen die Aussicht auf einen sicheren Arbeitsplatz, eine freie Tätigkeit scheint hingegen nicht besonders erstrebenswert zu sein.

Was ist wichtig im Leben? - Ergebnisse der McDonald's Ausbildungsstudie 2015.
Was ist wichtig im Leben? – Ergebnisse der McDonald’s Ausbildungsstudie 2015.

Die aktuelle Situation auf dem Ausbildungs- und Berufsmarkt ist insgesamt sehr günstig. Zusätzlich von Vorteil für die junge Generation ist die demografische Entwicklung. Die Marktteilnehmer haben innerhalb weniger Jahre ihre Rollen getauscht. Die Mehrheit der Jugendlichen in Deutschland blickt insgesamt mit Hoffnung der beruflichen Zukunft entgegen (74 Prozent). Allerdings schätzen die unter 25-Jährigen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Möglichkeit, einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu finden, heute als schwieriger ein als früher. Trotzdem herrscht ein großes Vertrauen in das System der Marktwirtschaft vor.

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass die jungen Erwachsenen einen sehr hohen Leistungsdruck verspüren. Gerade von Schülern wird dieser hohe Druck besonders wahrgenommen (74 Prozent). Allerdings wird dieser Leistungsdruck von den 15- bis 24-Jährigen offenbar nicht als Belastung empfunden.

saatkorn.: Welche zentralen Handlungsempfehlungen leiten Sie aus der Studie für Unternehmen, die Politik und Eltern ab?
Der Wettbewerb um Auszubildende wird in Deutschland von Jahr zu Jahr schärfer. Und trotzdem fühlt sich jeder zweite Schüler nicht ausreichend über Studien- und Berufsmöglichkeiten informiert. Von Schule und Lehrern erwarten sich Schüler und ehemalige Schüler mehr Hilfestellung bei der Orientierung durch den Dschungel der beruflichen Möglichkeiten. Die Informationsmenge ist zu groß, um sich als Jugendlicher alleine durchnavigieren zu können. Hier gibt es für alle Beteiligten noch ein großes Potential. Aber genauso wichtig ist das Thema Migration. Gerade der Zustrom der Flüchtlinge ist eine Chance für die deutsche Wirtschaft und damit auch für McDonald’s.

saatkorn.: Gibt es Themenfelder oder Ergebnisse in der McDonald’s Ausbildungsstudie 2015, die Sie persönlich besonders überrascht haben?
Interessant finde ich persönlich, dass eine klare Mehrheit eine längere Gymnasialzeit von neun Jahren bevorzugen würde. Die größte Zustimmung für das G9 liegt sogar bei den Gymnasiasten selbst (70 Prozent).

Bedenklich finde ich den Zuspruch für leistungssteigernde Mittel. So berichten insgesamt 39 Prozent der unter 25-Jährigen, dass sie in ihrem persönlichen Umfeld junge Menschen kennen, die hin und wieder Medikamente zur Leistungssteigerung einnehmen. Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass leistungssteigernde Medikamente bei Schülern, Studenten, Azubis und jungen Berufstätigen zunehmend salonfähig werden.

saatkorn.: Wie ist der Ausblick? – Mit einer kompletten Entspannung der Situation auf dem Ausbildungsmarkt kann man ja nicht rechnen. Ist das Modell „Ausbildung“ angesichts des Akademisierungswahns mittelfristig in Gefahr?
Wir glauben nach wie vor an das Modell „Ausbildung“. Und gerade hier sehen wir den großen Zustrom an Flüchtlingen als Chance für die deutsche Wirtschaft, Fachkräfte und leistungsbereite Bewerber für eine Ausbildung zu finden.

saatkorn.: Was sind die relevanten Schritte von McDonald’s kurz-, mittel- und langfristig?
Für McDonald‘s als Ausbilder und Arbeitgeber gibt die Studie wertvolle Hinweise. Als Unternehmen müssen wir auf die Bedürfnisse der jungen Menschen noch besser eingehen. Nur wenn Unternehmen die Einstellungen und Erwartungen der Schüler, Auszubildenden, Studenten und Berufsanfänger kennen und einordnen, können HR-Aktivitäten, Weiterbildungsangebote und Recruiting-Maßnahmen an deren Bedürfnissen ausgerichtet werden.

Um ein paar Beispiele für unsere geplanten Maßnahmen zu nennen:

Wir wollen uns weiter öffnen und transparenter für Jugendliche und junge Erwachsene werden. Dies zum Beispiel über Schülerpraktika, um Einblicke in die Berufschancen in der Systemgastronomie aber auch ganz konkret bei McDonald’s Deutschland zu geben. Denkbar sind auch Lehrerpraktika, um die Lehrkräfte umfassend über die Arbeits- und Ausbildungswelt und natürlich die Ausbildungsqualität bei McDonald’s Deutschland zu informieren. Als Antwort auf das hohe Sicherheitsbedürfnis der jungen Menschen, werden wir gezielt unsere hohe Übernahmequote von 75 % in den Fokus stellen.

McDonald’s Deutschland versteht sich seit jeher als Chancengeber. Rund 75 % aller Mitarbeiter bei McDonald’s Deutschland haben ausländische Wurzeln. Bei uns arbeiten Menschen aus 125 Nationen Tag für Tag zusammen. Wir werden uns im Rahmen unserer Rekrutierungsmaßnahmen verstärkt auf junge Menschen mit Migrationshintergrund konzentrieren und sehen in der aktiven Bemühung um junge Flüchtlinge ebenfalls einen Auftrag.

saatkorn.: Liebe Frau Wörle, ganz herzlichen Dank für das Interview. Und weiterhin viel Spaß und Erfolg bei McDonald’s!

Wer nun Lust auf die Studie hat: 3 druckfrische Exemplare werden unter allen saatkorn. Newsletter-Abonnenten verlost. Dazu sind 2 Dinge erforderlich:

  1. Trage Dich in den saatkorn. Newsletter ein: 

  2. Schick mir eine Mail mit dem Stichwort „McDonald’s“ an: saatkorn@googlemail.com

Viel Glück – und viel Spaß mit der McDonald’s Ausbildungsstudie 2015!

Gero Hesse

Gero Hesse

Ich bin Gero Hesse, Macher, Berater und Blogger in den Themenfeldern Employer Branding, Personalmarketing, Recruiting, Social Media und New Work. Mehr Infos über Gero Hesse.

Ein Gedanke zu „McDonald’s Ausbildungsstudie 2015: Interview

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.