kununu Unternehmenskultur Analyse mit 153k Datensätzen

Die kununu Unternehmenskultur Analyse-Ergebnisse liegen vor. Zumindest die der ersten 153.000 Kultur-Assessments. Spannend – ich hatte Gelegenheit, dazu mit Chesran Glidden, Head of B2B bei kununu zu sprechen. Auf geht’s:

SAATKORN: Chesran, bitte stelle Dich den SAATKORN Leser*innen kurz vor.

Hallo, ich bin Chesran Glidden, Head of B2B bei kununu. Nachdem ich einige Stationen bei der New Work SE durchlaufen habe, habe ich 2019 bei kununu begonnen. Ich verantworte die Weiterentwicklung des Arbeitgeberangebots auf kununu und arbeite mit einem großartigen Team an den Arbeitgeber-Lösungen. Unser Ziel ist es, Arbeitgeber zu befähigen, mithilfe der Workplace Insights auf kununu die richtigen Talente zu finden und zu halten.

SAATKORN: Warum ist das Thema Unternehmenskultur so wichtig für ein Arbeitgeberbewertungsportal wie kununu?

Die Unternehmenskultur ist einer der entscheidenden Aspekte, wenn es darum geht, ein erfolgreiches Arbeitsumfeld zu schaffen und zu erhalten. Es handelt sich hierbei um ein höchst individuelles Merkmal, das jedes Unternehmen auf seine Art und Weise einzigartig macht. Das Herausstellen der eigenen Unternehmenskultur kann für Arbeitgeber einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil im Employer Branding darstellen. Denn für Arbeitnehmer wird die Frage “passe ich in dieses Unternehmen?” ein immer wichtigeres Kriterium bei der Jobsuche. Uns bei kununu geht es darum, dass die passenden Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammenfinden, und der Cultural Fit ist hierbei ein wesentlicher Faktor. Mit dem kununu Kulturkompass können sich beide Seiten auf Augenhöhe begegnen.

SAATKORN: Im SAATKORN Podcast hatte Eure Geschäftsführerin Sarah Müller darauf bereits auch hingewiesen. Nun habt Ihr über 153.000 Arbeitgeber Kulturassessments auf kununu analysiert. Was sind die wesentlichen Erkenntnisse dieser großen kununu Unternehmenskultur Analyse?

Die Analyse, die wir gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen NEO Culture durchgeführt haben, zeigt, dass die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eher positiv auf die Kultur ihres Unternehmens blicken: 67 Prozent der beim kununu Kulturkompass gewählten Begriffe werden als Stärke bezeichnet. Insbesondere die Kollegialität sticht hier deutlich hervor: Die zwei am häufigsten für den Kulturkompass von Mitarbeitern ausgewählten Begriffe sind „Kollegen helfen“, der von 55 Prozent der Kulturassessment-Teilnehmer gewählt wurde und „sich kollegial verhalten“. Die beiden am häufigsten gewählten Begriffe, die auf Schwächen hinweisen, sind hingegen „Mitarbeiter klein halten“ mit 25 Prozent und „Mitarbeiter über Richtung im Unklaren lassen” mit 23 Prozent. Darüber hinaus werden Begriffe, die auf moderne Arbeitskulturen hinweisen, aktuell mit 53 Prozent etwas häufiger gewählt als ihre traditionellen Gegenstücke (47 Prozent).

SAATKORN: Wo liegen eigentlich in erster Linie Kulturunterschiede zwischen Arbeitgebern? Was sind die wesentlichen Treiber für eine unterschiedliche Wahrnehmung von Unternehmenskultur?

Allgemein zeigt sich, dass vor allem die Unternehmensgröße und die Branche entscheidend für Kulturunterschiede sind. So nennen zum Beispiel Mitarbeiter von Banken im Vergleich zu Arbeitnehmern aus anderen Branchen überdurchschnittlich oft die Kulturbegriffe „vorsichtig sein“ und „formell und korrekt sein“ mit ihren Unternehmen. In der Internetwirtschaft erleben die Mitarbeiter dagegen in ihrem Berufsalltag stärker die Handlungsmuster „einfach mal machen“ und „schnell sein“. Selbst innerhalb von Branchen herrschen teils deutliche Unterschiede, so zum Beispiel im Handel. Während im Distanzhandel Begriffe wie “neue Dinge ausprobieren” oder “einfach mal machen” besonders häufig vorkommen, dominieren im Großhandel die Wertbegriffe “bürokratisch auf Regeln achten” oder “Tradition bewahren”.

SAATKORN: Wie wichtig ist diese Differenzierung im Hinblick auf die Arbeitgeberattraktivität?

Im Wettbewerb um die besten Talente greifen viele Arbeitgeber weiterhin auf eine undifferenzierte Selbstbeschreibung zurück, mit der sie sich von ihren Wettbewerbern wenig unterscheiden. Für Arbeitnehmer ist dies frustrierend – woher sollen sie wissen, ob ein Arbeitgeber der richtige für sie sein kann, wenn alle Unternehmen sich auf die gleiche Weise präsentieren? Firmen verpassen hierdurch die Chance, sich als Arbeitgeber hervorzutun und eine attraktive, aber vor allem auch individuelle Arbeitgebermarke zu entwickeln.

SAATKORN: Welche Handlungsempfehlungen lassen sich daraus für HR Abteilungen ableiten?

Unternehmensleitungen und HR-Verantwortliche können den Kulturkompass nutzen, damit sie ein Gefühl dafür bekommen, wie Mitarbeiter auf die Unternehmenskultur blicken. Dieser Blick von außen hilft ihnen auch dabei, sich als Arbeitgeber besser zu verstehen – was zeichnet uns aus und was nicht? Hierdurch entsteht Persönlichkeit. Weder Arbeitgebern noch Arbeitgebern ist geholfen, wenn sich ein von Tradition geprägtes Unternehmen nach außen als modern darstellt, dies aber nach innen nicht lebt. Ein traditionelles Unternehmen zu sein, ist auch zunächst einmal überhaupt nicht negativ, denn viele Kandidaten bevorzugen Stabilität und Verlässlichkeit. Diese gilt es, anzusprechen, denn hier wird der Cultural Fit der richtige sein. Stimmt der Cultural Fit nicht, so ist die Gefahr hoch, dass die nicht erfüllten Erwartungen sich auch finanziell negativ auswirken, wenn ein Kandidat schnell innerlich oder auch faktisch kündigt.

SAATKORN: Ganz herzlichen Dank für diese Einblicke in die kununu Unternehmenskultur Analyse!

Gero Hesse

Ich bin Gero Hesse, Macher, Berater und Blogger in den Themenfeldern Employer Branding, Personalmarketing, Recruiting, Social Media und New Work. Mehr Infos über Gero Hesse.

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