JobsfromGermany – spannender neuer Ansatz

JobsfromGermany – als ich kürzlich den Namen das erste Mal gehört habe, wollte ich mehr dazu wissen. Gut, dass ich einen der Gründer dieser innovativen Dienstleistung gut kenne. Stefan Brodbeck ist in unserer Szene aufgrund seiner Vergangenheit bei der Deutschen Telekom und seiner Zeit als Vorstandssprecher bei Queb, dem Bundesverband für Employer Branding, Personalmarketing und Recruiting beileibe kein Unbekannter. Also – auf ins Interview:

saatkorn.: Stefan, bitte stelle Dich den saatkorn. LeserInnen doch kurz vor.
Sehr gerne. Ich war bis vor kurzem bei der Deutschen Telekom global für Recruiting und Talent Acquisition zuständig und seit 2010 im Vorstand von Queb, dem Bundesverband für Employer Branding, Personalmarketing und Recruiting. Beides habe ich 2017 aufgegeben, um zusammen mit Stephan Berninger und Matthias Höfer von Clevis unsere Idee zu verwirklichen. Dafür haben wir JobsfromGermany gegründet.

JobsfromGermany Ko-Gründer Stefan Brodbeck
JobsfromGermany Ko-Gründer Stefan Brodbeck

saatkorn.: Kurz zu QUEB, dem Bundesverband für Employer Branding, Personalmarketing und Recruiting. Du warst ja bis Dezember noch Vorstand. Was sind denn die aktuellen Themen die Queb umtreiben?
Natürlich beschäftigen wir uns zur Zeit viel mit Innovationsthemen: Digitalisierung, KI und intelligente Bots werden unsere Aufgaben erheblich verändern. Aber auch die ePrivacy-Verordnung, die so nicht kommen darf, treibt uns um. Und insbesondere alles, was man unter „New Work“ zusammenfassen kann als einer der entscheidenden Faktoren des Employer Brandings.

saatkorn.: Der eigentliche Grund für unser Gespräch ist aber eigentlich ein anderer: soeben hast Du mit JobsfromGermany eine spannende Plattform gelaunched. Was steckt dahinter, wie seid ihr auf die Idee dazu gekommen?
Wir helfen deutschen Unternehmen im Ausland Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen – vor allem vor Ort für ihre Tochtergesellschaft. Dort gilt das gleiche, das in Deutschland auch gilt: es ist anspruchsvoll und nicht billig, eine gute Arbeitgebermarke aufzubauen und Talente für das eigene Unternehmen zu gewinnen. In anderen Ländern kommen neben internationalen Big Brands noch lokale Arbeitgeber als Wettbewerber um Arbeitskräfte hinzu. Und kulturelle Hürden, Sprachprobleme und in vielen Fällen mangelnde Bekanntheit – vor allem, wenn man vor Ort produziert aber kein B2C Business hat.

Kurzum: für viele Unternehmen ist es extrem aufwendig oder schwierig, vor Ort Employer Branding zu betreiben und zu Rekrutieren. Dabei wird im Schnitt alle 2 Minuten eine Position bei einem deutschen Unternehmen außerhalb von Deutschland vakant. Genau da setzen wir an.

saatkorn: wie? Die Idee ist „Made in Germany“ nehme ich an…
Genau. Made in Germany ist eine der wertvollsten Marken der Welt. Zu Recht steht sie für Qualität und Werthaltigkeit. Darauf aufbauend steht die Arbeitgebermarke JobsfromGermany für das Qualitätsversprechen der deutschen Arbeitgeber im Ausland. Denn deutsche Unternehmen haben auch einen herausragenden Ruf als Arbeitgeber.

Wir kümmern uns um Werbekampagnen in den Zielländern, um Aufbau und Pflege des Employer Brandings und agieren wie eine Personalmarketing- und Recruitingabteilung für unsere Kunden. Oder eher noch wie ein Shared Service. Wir nutzen unsere Marke JobsfromGermany zum Aufbau der Talent Pipeline, im Active Sourcing oder um Stellen zu posten.

Die Marke ist der Clou dabei: Kandidaten sehen das JobsfromGermany Logo zum ersten Mal, aber haben sofort eine positive Assoziation und glauben uns schon lange zu kennen.

saatkorn.: Nehmen wir mal an, ich bin HR Chef eines mittelständischen Unternehmens und benötige 15 IT Spezialisten sagen wir in der Slowakei. Was würde JobsfromGermany dann genau machen?
Dir die Stellen besetzen 😊. Nein, im Ernst. Unsere Recruiter sind vor Ort. Stell Dir einfach vor, sie wären Deine eigene Recruiting Abteilung. Und Du beauftragst sie mit „ich brauche 15 IT Spezialisten“. Dann legen sie los. Profildefinition, Beratung, sofortige Suche in unserer JobsfromGermany Community. Im Idealfall finden wir da schon den oder die Richtige.

Und wir betreiben Active Sourcing, Posten die Stelle in lokalen Jobbörsen, gehen auf Messen, nutzen Social Media, google Ads, und und und – wie eine gute Recruitingabteilung es eben so macht. Wir begleiten dich auf Wunsch auch im Interview und bei ACs.

Kurz: wir besetzen die Stelle für Dich. Und helfen auch nach der Besetzung mit Rat und Tat, das nennen wir cultural onboarding.

Übrigens: dabei stehen für Dich immer genau so viele Kapazitäten zur Verfügung, wie nötig. Im Gegensatz zu einer eigenen Abteilung kannst Du zum Beispiel jetzt auf 1, nächstes Jahr aber auf 3 oder 4 Recruiter im Land XY zugreifen. Denn wir teilen uns die Kapazitäten mit vielen Unternehmen, so hast Du eine „atmende“ Recruitingabteilung.

saatkorn.: Geht der Weg angesichts des Fachkräftemangels in Deutschland nicht auch so: aus dem Ausland deutsche Expatriates zurück nach Deutschland holen?
Klar, Du hast vollkommen recht. Wir werden auch darauf häufig angesprochen. Ich freue mich immer besonders, wenn ein Expat auf uns aufmerksam wird, den oder die wir vermitteln können. Die internationale Erfahrung eines guten Expat ist Gold wert für ein Unternehmen.

saatkorn.: OK, mit Eurem Service könnt Ihr einen direkten Zugang zu interessierten Kandidaten aufbauen und über Eure angegliederte Datenbank Active Sourcing und Talent Relationship Management anbieten. Aber ich bin überrascht, dass Ihr nicht zusätzlich zu Eurem Service, der ja B2B orientiert ist, eine eigene Jobbörse für Jobs im Ausland anbietet.
Wir haben uns bewusst entschieden, das Ganze nicht mit einer eigenen Jobbörse aufzubauen sondern die besten lokalen Jobbörsen zu nutzen. Das sind in den einzelnen Ländern nämlich ganz unterschiedliche.

Noch viel spannender ist aber die Community die wir in den Ländern aufbauen. Es ist Klasse, wie viele Ingenieure, IT Experten, Fachkräfte aus Service und Handel oder Produktionsexperten mittlerweile Mitglied sind. Erstaunt hat mich kürzlich ein (echt guter) Koch in unserem Pool. Gott sei dank hat mein Kollege in der Slowakei ihn trotz des für uns exotischen Profils aufgenommen – denn jetzt sind wir dabei, ihn zu einem deutschen Unternehmen zu vermitteln. Hätte ich nicht gedacht.

saatkorn.: JobsfromGermany ist ja nun gerade erst gestartet. Was sind Eure Ziele bis in einem Jahr?
Aktuell rekrutieren wir in fünf europäischen Ländern. Die Geschwindigkeit der weiteren Entwicklung hängt von der Nachfrage unserer Kunden ab. Auf jeden Fall werden wir bis Jahresende die Anzahl mindestens verdoppeln. Ende 2019 werden es die 25 Länder sein, in denen die meisten deutschen Firmen Niederlassungen haben. Welches Land jeweils als nächstes kommt, hängt vor allem auch von unseren Kunden ab – denn die bestimmen die Reihenfolge mit. Wer wissen will, wo wir jeweils stehen, spricht uns am besten an – entweder über unsere Website oder per Email: msb@jobsfromgermany.com)

saatkorn.: Stefan, vielen Dank für das Interview – und weiterhin viel Spaß und Erfolg mit JobsfromGermany!

 

 

 

Gero Hesse

Gero Hesse

Ich bin Gero Hesse, Macher, Berater und Blogger in den Themenfeldern Employer Branding, Personalmarketing, Recruiting, Social Media und New Work. Mehr Infos über Gero Hesse.

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