H&M: Personalchefin Angela Gallenz im Interview rund um Employer Branding

H&M: Personalchefin Angela Gallenz im Interview rund um Employer Branding

Schon vor einigen Wochen war ich im H&M Startinghouse. Von außen unscheinbar, aber top gelegen in den Hackeschen Höfen war ich von Idee und Umsetzung begeistert (logisch, schließlich stehe ich ja auch auf careerloft, was ähnlich positioniert ist). Vor Ort hatte ich Gelegenheit, ausgiebig mit Julia Giebels (PR Referentin bei H&M) und Sarah Akuoko (leitet das Startinghouse) zu sprechen – im Nachgang ergab sich die Chance für ein Interview mit Angela Gallenz, Personalchefin bei H&M. Frau Gallenz kennt den Laden in- und auswendig, ist seit über 18 Jahren dabei und hat bei H&M in diversen Funktionen gearbeitet. Als Personalchefin von H&M Deutschland ist es Angela Gallenz sehr wichtig, immer nah an den Mitarbeitern zu sein, um zu wissen, was die Kolleginnen und Kollegen bewegt und was sich diese von ihrem Arbeitgeber wünschen. – Allemal spannende Voraussetzungen für ein Interview – auf geht’s:

saatkorn.: Frau Gallenz, ich war bei meinem Besuch vom H&M Startinghouse begeistert. Wie ist die Idee dazu entstanden, was will H&M mit dem Startinghouse erreichen?
H&M soll sich zu einer ständig lernenden Organisation entwickeln. Daher finden Mitarbeiter und Interessierte im Starting House offene Türen, Ansprechpartner, Vorträge und Workshops. Es soll ein Ort sein, an dem das Unternehmen die Umsetzung innovativer Projekte und die Weiterentwicklung der Mitarbeiter fördert. Gemeinsam mit unseren Kolleginnen und Kollegen wollen wir Ideen generieren, um H&M als Marke und Arbeitgeber weiterzuentwickeln.

saatkorn.: Die verschiedenen Projekte werden auf dem Internetauftritt des Starting House „Missionen“ genannt. Worum geht es dabei genau?
Die Ausschreibung einzelner Missionen ist ein Beispiel für H&M als lernende Organisation. Themen, die unsere Kollegen und Kunden interessieren und bewegen, sollen hier gemeinsam bearbeitet und entwickelt werden. H&M möchte so Innovationen unterstützen und fördern.

saatkorn.: Inzwischen gibt es das Startinghouse ja bereits einige Monate. Wie ist die bisherige Resonanz – sowohl extern als auch intern?
Wir sind sehr zufrieden mit dem Starting House. Es gab bereits einige gute Veranstaltungen, wie u. a. Meet & Greet mit Matthias Schweighöfer, Business Talk mit Henrik Lannerhjelm oder I:Collect. Intern hatten wir Besuch von unseren Kollegen aus den Niederlanden und vor Weihnachten hatten wir einen H&M Home Pop-up Store bei uns. Die Missionen laufen auch, wir bekommen viele außergewöhnlich gute Ideen aus den Reihen unserer Kollegen, die ersten davon werden bald umgesetzt. Außerdem finden täglich viele Interessierte den Weg zu uns ins Starting House, um sich über H&M als Arbeitgeber zu informieren.“

saatkorn.: Es gibt ja einen ständig wachsenden Veranstaltungskalender. Was war bislang Ihr persönliches Highlight und wieviel Zeit können Sie selbst eigentlich vor Ort verbringen?
In der kurzen Zeit, seit der Eröffnung des Starting House, hatten wir viele schöne Veranstaltungen. Wenn ich ganz ehrlich bin, muss ich sagen, dass alle Events ein Highlight waren, durch die Unterschiedlichkeit der Themen kann ich sie nicht gewichten. Obwohl das Starting House in Berlin verankert ist, habe ich, via startinghouse.de, wie alle anderen auch Anteil daran, wenn ich mich gerade in München befinde. Um an der Idee teilzuhaben, geht es nicht darum, dass man unbedingt in Berlin vor Ort sein muss, es geht um das Austauschen von Ideen und das Zusammenbringen von Leuten.

saatkorn.: Das Startinghouse dient ja unter anderem auch dazu, die „H&M Missionen“ voran zu treiben. Ein sehr spannendes Konzept, gerade auch für ein Unternehmen in der Bekleidungsbranche, die ja im Kontext der Bekleidungsproduktionsstandorte oft sehr kritisch gesehen wird. Was ist die Idee hinter den „Missionen“ und können Sie vielleicht eine „Mission“ genauer erklären? Was passiert da, welche Ziele werden verfolgt, wie wird das von den eigenen MitarbeiterInnen angenommen?
Die Ausschreibung der Missionen ist ein Beispiel für H&M als lernende Organisation: Themen, die unsere Kunden und Kollegen interessieren und bewegen, sollen hier gemeinsam bearbeitet und entwickelt werden. H&M öffnet sich für Ideen und Innovationen, fördert diese und setzt sie gemeinsam mit Mitarbeitern um. Von den Ergebnissen der Missionen sollen alle Mitarbeiter und das Unternehmen lernen.

Unsere zweite Mission ist „DIE ANPROBE DER ZUKUNFT – EIN ERLEBNIS FÜR ALLE KUNDEN UND KOLLEGEN“. Die Anproben sind im Einzelhandel ein essentieller Bestandteil eines jeden Store-Aufbaus, denn hier wägt der Kunde ab, ob er sich für ein Kleidungsstück entscheidet oder nicht. Neben funktionalen Gegebenheiten ist eine angenehme, einladende Atmosphäre extrem wichtig. Die Erfahrungen aller H&M-Mitarbeiter können dazu beitragen, dass die Anproben für Kunden zu einem Erlebnis werden. Dazu sind Ideen und Anregungen von Kollegen gefragt, eigene Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag sollen integriert werden.

saatkorn.: Was sind eigentlich bei H&M die größten Herausforderungen aus der HR Perspektive mittel- und langfristig?
Wir wollen ein attraktiver Arbeitgeber sein und auch langfristig bleiben. Deshalb ist das Thema Lernende Organisation ist für uns sehr wichtig. Wie werden wir zur Lernenden Organisation, wie entwickeln wir uns als diese weiter? Was uns ausmacht, sind die Talente in unserem Unternehmen. Unsere Aufgabe ist es, diese Talente zu fördern und ein Umfeld zu gestalten, indem jeder seine Stärken bestmöglich einbringen kann. Nur so können wir unseren Wettbewerbsvorteil steigern und als Unternehmen wachsen.

saatkorn.: Zu guter Letzt: ist angedacht, auch in weiteren H&M Standorten Startinghouses zu etablieren? – Ich habe gehört, dass das Berliner Startinghouse überhaupt das erste seiner Art ist. Selbst im H&M Mutterland Schweden gibt es ja noch keines…
Zum aktuellen Zeitpunkt können wir noch nicht sagen, ob es ähnliche Einrichtungen in anderen Ländern geben wird. Wir glauben an das Konzept und haben bereits sehr viel positives Feedback erhalten.

saatkorn.: Frau Gallenz, herzlichen Dank für das Interview – und weiterhin viel Erfolg und Spaß für das H&M Startinghouse!

Gero Hesse

Gero Hesse

Ich bin Gero Hesse, Macher, Berater und Blogger in den Themenfeldern Employer Branding, Personalmarketing, Recruiting, Social Media und New Work. Mehr Infos über Gero Hesse.

3 Gedanken zu „H&M: Personalchefin Angela Gallenz im Interview rund um Employer Branding

  • 10. Mai 2014 um 14:01
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    Was uns ausmacht, sind die Talente in unserem Unternehmen – das ist eine wirklich relevante Kernaussage. Talente erkennen, diese fördern, die Weiterbildung daraus ausrichten, Arbeitsinhalte und ebenso Perspektiven geben, welche diese nutzen! Wie sagte doch Reinhard K. Sprenger zurecht: Erkenne Dein Talent und gehe dorthin, wo es gebraucht wird!

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