Employer Branding bei KPMG

Employer Branding bei KPMG – da wird mit Trips nach Island und ins Silicon Valley ordentlich aufgefahren. Was dahinter steckt und wie das mit der Arbeitgeberpositionierung von KPMG einhergeht, konnte ich mit KPMG Personalvorstand Frank W. Grube besprechen. Ein aufschlussreiches Interview, versüßt durch 2 nette Videos. Auf geht’s:

saatkorn.: Herr Grube, bitte stellen Sie sich den saatkorn. LeserInnen doch kurz vor.

Frank W. Grube, Personalvorstand bei KPMG.
Frank W. Grube, Personalvorstand bei KPMG.

Gerne! Ich bin seit 2014 Personalvorstand bei der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und seit mittlerweile 24 Jahren für KPMG tätig. Ursprünglich komme ich aus der Steuerberatung und habe den Bereich Tax in Norddeutschland geleitet, bevor ich 2012 Regionalvorstand der Region Nord Hamburg wurde. Die Personalentwicklung war dabei schon immer ein essentieller Teil meiner Arbeit. Als Personalvorstand möchte ich unseren aktuellen und künftigen Kolleginnen und Kollegen vor allem die Möglichkeit geben, sich bei uns persönlich und ganz individuell weiterzuentwickeln. Das ist mit Blick auf das zunehmend digitaler werdende Arbeitsumfeld und die Dynamik der EU-Audit-Reform für uns sehr wichtig und somit auch Teil unserer Wachstumsstrategie – ich habe also die Rolle des CHRO zu einer Zeit eingenommen, die für mich persönlich spannender nicht sein könnte.

saatkorn.: Employer Branding bei KPMG – wofür steht KPMG als Arbeitgeber? Was ist die Employer Value Proposition, wie positioniert sich KPMG im Arbeitsmarkt?
Ein wesentlicher Teil der KPMG-Philosophie ist, dass wir unsere Mitarbeiter bestmöglich fördern, ausbilden und individuell weiterentwickeln. Zunehmend erfolgt dies auch geschäftsbereichsübergreifend. Wir ermöglichen unseren Kolleginnen und Kollegen dabei, unterschiedliche Bereiche bei uns kennenzulernen, also beispielsweise sowohl die Wirtschaftsprüfung als auch das Consulting. Dies kann im Rahmen eines Traineeprogramms erfolgen, ist aber auch bei einem Direkteinstieg möglich. Die unterschiedlichen Bereiche und Kombinationsmöglichkeiten schaffen sehr attraktive Arbeitsaufgaben und Einsatzmöglichkeiten. Hier kann man sich dann je nach persönlicher Präferenz zunehmend spezialisieren und seine Expertise nach und nach vertiefen.

Mit Blick auf unsere Employer Value Proposition sind wir uns bewusst, dass unsere Arbeit Veränderungen hervorbringt – ob bei unseren Mandanten oder auch bei uns selbst. Wir hinterfragen deshalb Dinge und gestalten so diese Veränderungen aus verschiedenen Blickwinkeln mit. Diese Herausforderung treibt uns an, bei allem was wir tun, neue Ideen sowie Ansätze zu finden und uns so auch selbst weiterzuentwickeln. Wir wollen als Unternehmen und Arbeitgeber nicht nur gemeinsam mit unseren Mitarbeitern das „Heute“ verstehen, sondern bereits das „Morgen“ erfolgreich antizipieren – hierbei helfen uns darüber hinaus einzelne „Think Tanks“, die bereichsübergreifend denken. Mit Blick auf den immer wichtiger werdenden vertrieblichen Aspekt hilft uns diese Kultur auch, gemeinsam Ausschreibungen zu gewinnen. All diese Dinge bedeuten für den Einzelnen, Verantwortung zu übernehmen – und genau das wünschen sich unsere Kolleginnen und Kollegen und fordern es von uns als Arbeitgeber auch aktiv ein. Das fasziniert mich jeden Tag aufs Neue.

Employer Branding bei KPMG: Island-Trip

saatkorn.: Ende letzten Jahres hat KPMG mit einer Gruppe von StudentInnen eine Exkursion nach Island gemacht. Was war das Konzept dahinter, welche Ziele sollten erreicht werden?
Zum einen simulierte dieser IT-Workshop vor ungewöhnlicher Kulisse eine typische Prüfungs- und Beratungssituation für die Studenten: Denn als Prüfer oder Berater müssen Sie sich bei einem Mandanten oder Kunden stets in einer vorerst fremden Umgebung orientieren. Die Teilnehmer konnten eine solche Situation mit den eigenen Vorstellungen abgleichen und letztlich dann auch erfolgreich meistern.

Zum anderen bekamen die Studenten vor Ort Einblicke in unseren Arbeitsalltag, indem sie in Teams an Fallstudien mit IT-Bezug arbeiteten, und konnten dabei unsere Kollegen auch persönlich kennenlernen. Zukünftig werden vermehrt Absolventen der MINT-Studiengänge bei uns arbeiten – der Workshop konnte durch den IT-Bezug daher auch dieser Zielgruppe die vielfältigen Karrieremöglichkeiten bei uns aufzeigen.

saatkorn.: Wie ist Ihr Fazit zum Island-Trip? Hat sich der Aufwand gelohnt? Gibt es Kennzahlen dazu?
Auf jeden Fall! Bereits die Bewerberzahlen haben unserer Erwartungen deutlich übertroffen. Auf die 40 verfügbaren Plätze erhielten wir über 700 wirklich sehr gute Bewerbungen. Sowohl die Studentinnen und Studenten als auch unsere Kollegen waren von der gesamten Reise begeistert. Einigen konnten wir im Anschluss den Direkteinstieg bei uns ermöglichen, mit vielen weiteren Kandidaten sind wir im Gespräch für einen möglichen Einstieg bei KPMG nach dem Studienabschluss. Für mich persönlich ist das ein großer Erfolg und eine Bestätigung, dass wir die IT-Workshop-Reihe in dieser Form weiterführen werden.

Wir haben übrigens in Frankfurt aufgrund der sehr vielen guten Bewerbungen ein weiteres Event veranstaltet. Die Veranstaltung war für jene Studierende ausgerichtet, die im Bewerbungsprozess nur sehr knapp das Ticket nach Island verfehlten – für verschiedene unserer Bereiche aber sehr interessante Profile aufwiesen. Auch dieses Event war sehr erfolgreich.

Employer Branding bei KPMG: mit IT Talenten ins Silicon Valley

saatkorn.: Nun startet KPMG den nächsten Workshop, diesmal geht es für 30 Digital Talents ins Silicon Valley. Wie läuft der Bewerbungsprozess und was dürfen die glücklichen Gewinner erwarten?
Interessierte können sich über www.kpmg.de/valley bei uns bewerben. Unsere HR-Experten schauen sich jede Bewerbung genau an und entscheiden dann gemeinsam mit den Talent-Scouts aus unseren Bereichen Audit, Consulting und Financial Services, wer mit ins Silicon Valley fahren darf. Die Gewinner benachrichtigen wir Anfang Juni. Am Vorabend ihrer Abreise nach San Francisco, werden die Teilnehmer unter anderem auch in unserer größten deutschen Niederlassung in THE SQUAIRE in Frankfurt am Main begrüßt. Ich werde mit unserem CSO & Global Head of Data and Analytics, Christian Rast, den Workshop mit einer gemeinsamen Keynote eröffnen.

In Palo Alto im Silicon Valley bearbeiten die Studierenden in Teams eine mehrtägige Fallstudie in einem Co-Working-Space mit unmittelbarer Nähe zur Stanford University. Zusätzlich werden die Teilnehmer die Möglichkeit haben, im Rahmen von Ausflügen San Francisco und das Silicon Valley näher kennenzulernen. Dabei sind unter anderem eine Katamaranfahrt in der San Francisco Bay und auch ein Besuch der lokalen KPMG-Mitgliedsgesellschaft geplant. Die gesamte Reise werden wir zudem über unsere Kanäle auf Facebook und Twitter sowie auf unserer Plattform www.kpmg.de/reinblicke ausführlich begleiten. Ich freue mich, dass so alle KPMG-Interessierten auch aus der Ferne dabei sein und etwas von diesem Event miterleben können.

saatkorn.: Wie zahlen solche Aktionen wie Island oder Silicon Valley auf das Employer Branding bei KPMG ein?
Zum einen, indem wir den wichtigsten Teil unserer Kultur in den Vordergrund stellen: Unsere Kolleginnen und Kollegen – die das Event auch begleiten. Viele Island-Teilnehmer haben uns im Nachgang berichtet, dass sie bereits in dieser kurzen Zeitspanne ein gutes Gefühl dafür entwickeln konnten, welche Werte jeder KPMG-Mitarbeiter in seiner Arbeit verinnerlicht. Natürlich können Sie jemanden bei einem Karriere-Event oder im Bewerbungsgespräch kennenlernen – aber bei einem gemeinsamen Ausflug zu einem Vulkan, Gletscher oder auf einem Katamaran in der San Francisco Bay lösen sich viele der üblichen Blockaden, die man in förmlichen Gesprächen hat. So erlebt man KPMG noch authentischer, erhält viele Informationen und ein persönlicher Austausch wird erleichtert.

Zum anderen, indem wir unser Know-how zu aktuellen Themen wie der Digitalisierung in den Fokus stellen. Denn natürlich erhalten alle Teilnehmer umfassendes Feedback zur Fallstudie – und lernen so, wie unsere Kollegen die hochkomplexen Probleme unserer Mandanten erfolgreich angehen. Das Feedback und die Erfahrungen, die wir aus diesen Workshops ziehen, können wir dann in unser Employer Branding nachhaltig integrieren.

saatkorn.: Welche Herausforderungen sehen Sie für das Employer Branding bei KPMG?
Durch die Digitalisierung, die EU-Audit-Reform als branchenspezifischer Faktor für uns und die Erwartungen, die nächste Mitarbeitergenerationen an ihren Arbeitgeber stellen, verändert sich die Arbeitswelt grundlegend. Wichtig ist, dass wir in unserer Arbeitgeber-Kommunikation weitreichende Antworten auf die vielen neuen Fragen der Bewerber geben. Neue Arbeitsweisen, Flexibilität im Arbeitsalltag und klare Entwicklungsmöglichkeiten, die es bei KPMG gibt, werden wir nach außen noch stärker sichtbar machen. Denn intelligente Systeme, ob nun in einem Prüfungs- oder Beratungsprozess, brauchen kompetente Anwender. Unsere Kolleginnen und Kollegen vertrauen dabei auf eine Führungsphilosophie, in der wir unsere Mitarbeiter durch diese – immer schnelleren – Veränderungen erfolgreich leiten, entwickeln und fördern. Dieses Vertrauen in uns als Arbeitgeber werden wir auch in unserem Employer Branding bestätigen.

saatkorn.: Herr Grube, vielen Dank für das Interview. Und weiterhin viel Spaß mit dem Employer Branding bei KPMG!

Gero Hesse

Gero Hesse

Ich bin Gero Hesse, Macher, Berater und Blogger in den Themenfeldern Employer Branding, Personalmarketing, Recruiting, Social Media und New Work. Mehr Infos über Gero Hesse.

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