Buchverlosung: IT-Recruiting trotz Fachkräftemangel

IT-Recruiting trotz Fachkräftemangel?! – Ist das nicht ein Widerspruch in sich?

In den letzten Jahren wurde ich auf Konferenzen immer mal wieder in die Debatte verwickelt, ob es in Deutschland überhaupt einen Fachkräftemangel gibt. Die Frage lässt sich natürlich so ganz pauschal nicht beantworten – das hängt ja schließlich stark von der Branche und den entsprechenden Bewerberzielgruppen ab.

So langsam kann man allerdings den Eindruck gewinnen, dass – immer unter der Voraussetzung einer weiterhin stabilen Wirtschaftslage in Deutschland – die demografischen Einschläge immer näher kommen. Ein schönes Beispiel ist hier das aktuelle EY Mittelstandsbarometer, auf das ich in den nächsten Tagen nochmal eingehen werde. In aller Kürze hier: dem deutschen Mittelstand entgeht basierend auf dem aktuellen Mittelstandsberometer jährlich ein Umsatzvolumen von fast 50 Milliarden Euro – begründet durch fehlende Fachkräfte.

Am meisten gebeutelt und nahezu uneingeschränkt als von „echtem“ Fachkräftemangel befallen anerkannt ist wohl die IT-Branche. Wie eine aktuelle Grafik von statista und golem zeigt, waren im Jahr 2016 etwas mehr als 26.000 ITler arbeitslos. Dagegen gab es basierend auf den Werten der Bitkom 51.000 offene Stellen:

Grafik von statista und golem

Wie also kann IT-Recruiting trotz Fachkräftemangel erfolgreich funktionieren? – Ich hatte Gelegenheit, dazu mit Frank Rechsteiner, Inhaber der Hype Group zu sprechen. Er hat gerade ein Büchlein zu dem Thema veröffentlicht:

Erfolgreiches IT-Recruiting trotz Fachkräftemangel

3 Exemplare des Buches verlose ich weiter unten, hier zunächst einige Fragen an Frank Rechsteiner:

saatkorn.: Herr Rechsteiner, bitte stellen Sie sich den saatkorn. LeserInnen doch kurz vor.
Ich bin Inhaber der Hype Group, die auf Executive Recruiting und Strategieberatung für IT-Unternehmen spezialisiert ist. Zuvor habe ich langjährige Führungspositionen bei internationalen IT-Anbietern inne. Mit regelmäßigen Umfragen und Studien ermittle ich Trends im IT-Arbeits- und -Bewerbermarkt und schreibe als Buchautor für den Springer Gabler Verlag, zuletzt zum Thema „Erfolgreiches IT-Recruiting trotz Fachkräftemangel“ (HIER geht’s zur Buchverlosung auf saatkorn.). Nähere Informationen auf meiner Website.

Frank Rechsteiner

saatkorn.: Erfolgreiches IT-Recruiting trotz Fachkräftemangel – so heisst Ihr im SpringerGabler veröffentlichtes Büchlein zum Thema. Welche Handlungsempfehlungen können Sie HR Abteilungen geben, die verzweifelt auf der Suche nach IT-Nachwuchs sind?
Da es den Rahmen sprengen würde, auf alle im Buch gegebenen Empfehlungen an die Arbeitgeber einzugehen, beschränke ich mich hier auf eine: Schärfen Sie Ihr Profil – jedem Bewerber muss klar sein, wofür Ihr Unternehmen steht! Leider präsentiert sich ein Großteil der Firmen beim Recruiting nahezu identisch: „Herausfordernde Projekte, Top-Kunden und ein angenehmes Betriebsklima“ heißen die Floskeln, mit denen Arbeitgeber um geeignete Kandidaten werben. Besser ist es, die Alleinstellungsmerkmale als Arbeitgeber herauszuarbeiten und beim Bewerbungsgespräch deutlich zu machen, was einen Kandidaten konkret erwartet. Dazu können individuelle Entwicklungsmöglichkeiten, die eigene Unternehmenskultur, flexible Arbeitszeit- und Führungsmodelle und vieles mehr gehören.

saatkorn.: Inwiefern sind die Bedürfnisse der IT-Berufsgruppe besonders im Vergleich zu anderen Berufsgruppen?
Ich bin mir sicher, dass die Ansprüche der IT-Experten höher sind als die anderer Fachkräfte – da eine außerordentlich hohe Nachfrage nach ihnen besteht. So vermeldete der BITKOM-Branchenverband Ende des vergangenen Jahres rund 51.000 offene Stellen für IT-Spezialisten, das entspricht einem Anstieg um fast 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklung wird sich in Zukunft noch verschärfen. Händeringend werden Software-Entwickler, IT-Sicherheitsspezialisten und IT-Berater gesucht, um die digitale Transformation in Deutschland erfolgreich gestalten zu können. Jeder IT-Experte weiß, dass er sofort eine Fülle attraktiver Angebote bekommt, wenn er nur andeutet, dass er nach einer neuen Stelle Ausschau hält. Damit steigen automatisch auch seine Anforderungen und Bedürfnisse…

saatkorn.: Gibt es einfache Anfängerfehler, die sich beim IT-Recruiting leicht vermeiden lassen?
Absolut – es gibt genau drei Anfängerfehler, die Arbeitgeber auf jeden Fall vermeiden sollten:

  1. Machen Sie keine Versprechungen im Bewerbungsprozess, die Sie nachher nicht halten können. Ansonsten riskieren Sie, dass Ihnen die neuen Mitarbeiter schneller wieder weglaufen, als sie gekommen sind.
  2. Lassen Sie sich nicht zu lang Zeit vom Erstkontakt bis zum Vertragsabschluss. Zwei Bewerbungsgespräche eingerechnet, sollte die so genannte „Time to hire“ nicht länger als drei Wochen betragen.
  3. Pokern Sie mit den Kandidaten nicht um die Bezahlung. Wenn ein Bewerber sagt, dass er für ein Zielgehalt von 65.000 Euro bereit für den Einstieg ist, sollten Sie ihm nicht 63.000 Euro anbieten – das ist unseriös.

saatkorn.: Wie sieht es mit Quick Wins aus?
Ein Top-Quick Win ist Geschwindigkeit und Qualität im Recruiting-Prozess. Es gibt Firmen, die so schnell sind, dass die Kandidaten absolut überwältigt sind und sich schnell für das Stellenangebot entscheiden. Darüber hinaus sollten die HR-Abteilungen höchsten Wert auf Qualität in der Kommunikation mit den Bewerbern legen. Das heißt zum Beispiel, dass gleich im ersten Telefonat nicht einfach nur Floskeln verwendet werden dürfen, von denen ein Kandidat den Eindruck hat, diese müsse er nur über sich ergehen lassen, um an die Fachverantwortlichen heranzukommen.

saatkorn.: Neben dem Recruiting von IT-Recruiting trotz Fachkräftemangel spielt ja mit Sicherheit auch Retention eine große Rolle. Welche Empfehlungen können Sie hier aussprechen?
Sie haben Recht, es geht nicht nur ums Finden, sondern auch ums Binden der Mitarbeiter! Auch dazu habe ich in meinem Buch eine Reihe von Handlungsempfehlungen gegeben. Eine davon lautet: „Weg mit Bonussystemen!“ Obwohl von den Arbeitgebern als zentrales Motivationsinstrument für Mitarbeiter ausgegeben, erreichen erfolgsabhängige Bezahlungen meist das Gegenteil. Sie führen unvermeidbar zu Enttäuschungen und empfundenen Ungerechtigkeiten, die bis zur inneren (und tatsächlichen) Kündigung von Mitarbeitern führen können.

saatkorn.: Herr Rechsteiner, vielen Dank für das Interview.

Unter allen saatkorn.-Newsletter LeserInnen verlose ich 3 Bücher „Erfolgreiches IT-Recruiting trotz Fachkräftemangel“. Um zu gewinnen, musst Du nur 2 Dinge tun:

Erstens: Trage Dich in den saatkorn. Newsletter ein:

Zweitens: Schick mir eine Mail mit dem Stichwort „IT“ und Deiner Adresse an: gewinne@saatkorn.com

VIEL GLÜCK!!!

Gero Hesse

Gero Hesse

Ich bin Gero Hesse, Macher, Berater und Blogger in den Themenfeldern Employer Branding, Personalmarketing, Recruiting, Social Media und New Work. Mehr Infos über Gero Hesse.

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