Arbeitgeber Lidl und Verantwortung

 

Der Arbeitgeber Lidl spielt in der aktuellen Qualitätsoffensive „Lidl lohnt sich“ auch eine Rolle. Dreht sich die Kampagne in erster Linie um die Produkte und die Corporate Brand aus einer völlig ungewohnten Perspektive (oder hätte jemand gedacht, dass das obige Bild eine Szene aus dem aktuellen Lidl Spot ist?!), gibt es diverse spannende Verknüpfungen zu Lidl als Arbeitgeber. Grund genug, einmal genauer nachzufragen. Auf geht’s:

saatkorn.: Herr Hamm, Herr Schneider, bitte stellen Sie sich den Saatkorn LeserInnen doch kurz vor. Was machen Sie jeweils bei Lidl?
Christoph Schneider: Mein Name ist Christoph Schneider (38) und ich verantworte den Bereich Marketing bei Lidl Deutschland seit 2008.
Stefan Hamm: Mein Name ist Stefan Hamm und ich bin bei Lidl Deutschland für die Themengebiete Personalentwicklung und Recruiting zuständig. Diese Aufgabeninhalte umfassen u.a. auch das Thema employer branding.

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saatkorn.: Seit einiger Zeit stellt Lidl mit der Initiative „Lidl lohnt sich“ Themen wie Qualität, Verantwortung und Nachhaltigkeit in den Vordergrund. Was sind die zentralen Gedanken hinter der Kampagne?
Christoph Schneider: Mit unserer Qualitätsoffensive stellen wir die Qualität unserer Produkte in den Mittelpunkt der Kommunikation. Lidl verkauft Produkte, die Menschen zum täglichen Leben brauchen, Produkte, die von verantwortungsvoll handelnden Lieferanten und Erzeugern stammen, Produkte, deren Zutaten und Rohstoffe nachhaltig erzeugt werden. Dabei liegt unser Fokus auf Qualität, die sich jeder leisten kann. Dies stellen wir insbesondere durch unsere Eigenmarken sicher. Dass Lidl sich lohnt, weil man hier preisgünstig einkaufen kann, weiß jeder. Dass unsere Produkte dabei eine sehr hohe Qualität haben, ist vermutlich nicht jedem bekannt. Unsere Kampagne erzählt, woran man die Lidl-Qualität erkennt. Und zeigt auf diese Weise: Gute Qualität und ein guter Preis – das geht zusammen.

saatkorn.: Und wen wollen Sie mit der Kampagne in erster Linie erreichen, was sind Ihre Ziele?
Christoph Schneider: Für den Großteil unserer Kunden ist die Qualität unserer Produkte kein Novum. Allerdings haben wir unser Qualitätsverständnis in den vergangenen Jahren neu definiert. So haben wir unser Sortiment stark erweitert, vor allem in den Frischebereichen wie bei unseren frischen Backwaren oder beim Obst und Gemüse, auch unser Weinangebot haben wir ausgebaut. Wir wollen nach wie vor Maßstäbe in der Qualität unserer Produkte setzen, aber auch darüber hinaus: als Arbeitgeber und als Unternehmen, das seine Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft wahrnimmt. Das wollen wir unseren Kunden mitteilen – aber auch den Menschen in Deutschland, die uns bislang nicht oder anders – beispielsweise eher über den Preis – wahrgenommen haben.

saatkorn.: Ein Themenschwerpunkt in der Kampagne ist das Thema „Verantwortung als Arbeitgeber“. Eingebettet in die „Lidl lohnt sich“ Seite findet man beispielsweise Informationen zum Thema Ausbildung, Gehalt und Chancengleichheit bei Lidl. Interessant finde ich den Ansatz, Corporate Brand und Employer Brand kommunikativ zusammen zu transportieren. In vielen Unternehmen wird das weniger integriert gesehen. Was sind die Überlegungen hinter diesem gangzeitlichen Vorgehen?
Stefan Hamm: Lidl kann sein Qualitätsversprechen, wie es in der Kampagne vielfältig formuliert ist, nur halten, wenn die Teamleistung stimmt. Oder anders ausgedrückt: Ohne die Unterstützung durch unsere rund 70.000 Mitarbeiter in Deutschland wäre eine solche Kampagne schlicht nicht möglich. Deshalb müssen die Mitarbeiter integraler Bestandteil der Kampagne sein.

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Wichtig ist hier vor allem auch die Wirkung nach innen: Mit dem Mitarbeiterspot zum Beispiel wollen wir vorrangig unseren Mitarbeitern die Bühne geben, die sie verdienen, und – noch wichtiger – ihnen zeigen, dass jeder einzelne durch sein Engagement die Basis für unseren geschäftlichen Erfolg liefert – und somit auch für die Qualität unserer Produkte.

saatkorn.: Wird perspektivisch daran gedacht, die Employer Brand von Lidl noch stärker in den Vordergrund zu rücken oder bleibt es bei den Kommunikationselementen aus der aktuellen Kampagne? – Gerade Storytelling und Content Marketing sind ja Themen, die insbesondere in der Arbeitgeberkommunikation in den letzten Jahren eine erhebliche Bedeutung bekommen haben und beispielsweise über Plattformen wie blicksta, wo Lidl ja Partnerunternehmen ist, aktiv gespielt werden…
Stefan Hamm: Sicherlich könnte man die Spots als Teil der Employer Brands von Lidl verstehen. Dies ist aus unserer Sicht zu kurz gedacht und kann lediglich der Auftakt für weitere Maßnahmen sein. Vielmehr ist der Arbeitgeberspot ein Teil unserer Qualitätskampagne und soll neben der reinen Produktqualität auch unseren Anspruch als Arbeitgeber bzw. Unternehmen unterstreichen.

saatkorn.: Wie kommt „Lidl lohnt sich“ bei den für Sie relevanten Zielgruppen an? – Gibt es bereits erste Erkenntnisse?
Christoph Schneider: Im täglichen Kontakt zu unseren Kunden erhalten wir in unseren 3.300 Filialen äußerst positives Feedback. Auch die Resonanz unserer Mitarbeiter auf die Kampagne war sehr positiv bis begeistert. Da wir die Qualitätsoffensive langfristig betrachten, lassen sich Effekte auf grundsätzliche Werte wie Image und Sympathie aktuell noch nicht messen.

saatkorn.: Herr Hamm, Herr Schneider, vielen Dank für das Interview. Und weiterhin viel Spaß und Erfolg bei Lidl!

Gero Hesse

Gero Hesse

Ich bin Gero Hesse, Macher, Berater und Blogger in den Themenfeldern Employer Branding, Personalmarketing, Recruiting, Social Media und New Work. Mehr Infos über Gero Hesse.

Ein Gedanke zu „Arbeitgeber Lidl und Verantwortung

  • 28. Mai 2015 um 10:42
    Permalink

    Lidl nennt es Qualitätsoffensive, benennt aber nicht ein einziges Produkt, das den Anspruch Qualitätsprodukt erfüllt. Klebeschinken, Aufbackbrot/-brötchen oder gar Ferrero- oder Nestlé-Produkte sind ganz sicher keine Qualitätsprodukte.

    Ich nenne Lidls Qualitätsoffensive dumme, nervtötende, irreführende Werbung und bin dafür von Lidl blockiert worden (meine Beiträge wurden von Lidl gelöscht).

    Wir (meine Familie und unser Bekanntenkreis) boykottieren Lidl seit dieser verlogenen Kampagne und behaupten: [b]Lidl lohnt nich.*[/b]

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