Alles über die ACCENTURE AUDITIONS

Die Accenture Auditions sind in meinen Augen eine der stärksten EB/PM/Recruiting Geschichten der letzten Zeit. Auch ohne ehemaliger Accenture Mitarbeiter zu sein, fänd ich die Idee von Shahri Kamali und seinem Team mega. Allemal Grund genug, einmal hinter die Kulissen der mit dem HR Excellence Award ausgzeichneten Idee zu schauen. Auf geht’s:

saatkorn.: Shahri, bitte stell Dich den saatkorn. LeserInnen doch kurz vor.
Mein Name ist Shahriar Kamali, kurz: Shahri. Meine Mission: Die beste Recruiting Experience für Bewerber schaffen. Unser Ziel: die Besten für Accenture zu begeistern. Ich bin 35 Jahre alt und sorge seit fast 10 Jahren an verschiedenen Positionen für Recruitingerlebnisse, die im Kopf bleiben.

saatkorn.: (Letztes Jahr) Vor kurzem seid Ihr für die Accenture Auditions mit dem HR Excellence Award 2017 in der Kategorie Event & Experience ausgezeichnet worden – herzlichen Glückwunsch! – Welche Idee verbirgt sich hinter den Accenture Auditions?
Vorab muss ich ergänzen, dass wir sogar zweimal ausgezeichnet wurden. Mit einem innovativen Arbeitsvertragstool, mit dem unsere Leute ihre Arbeitsverträge selbst gestalten können UND mit den Auditions. Mit den Auditions ist unser Ziel, herkömmlichen Bewerbermessen unseren Stempel aufzudrücken und aus der gleichförmigen Langeweile zu befreien. Dabei – wir sind Accenture – war klar, dass wir messbare Ergebnisse liefern müssen.

Die Idee dazu ist simpel: Wir schaffen eine völlig neue Form des Bewerbungsgesprächs in einem Format, das an die Startup-Show „Die Höhle der Löwen“ angelehnt ist. Der Unterschied: Die Kandidaten wollen keine Unternehmensanteile verkaufen, sondern einen Job landen. Damit das Ganze auch optisch aus der Masse sticht, haben wir mit unserer Agentur CoPiDus ein skalierbares, modulares Standkonzept entwickelt. Damit sind wir auf Recruiting-Messen und auf Events, die für unsere Zielgruppe relevant sind, wie zum Beispiel Technologie-Messen oder -Konferenzen wie die CeBIT, DMEXCO oder OOP.

saatkorn.: Wie laufen die Accenture Auditions konkret ab?
Wir haben fünf Bereiche: Eine Welcome Area zur Akkreditierung mit dem CV, die Waiting Area, in der sich die Bewerber auf Ihre Audition vorbereiten können. Dort haben sie auch die Möglichkeit, sich über uns zu informieren. Accenture-Mitarbeiter stehen bereit und beantworten alle möglichen Fragen. Dann geht es in die Coaching Area: Dort wartet dein persönlicher Coach darauf, dich für den anstehenden Elevator-Pitch fit zu machen – und vor allem die Aufregung zu nehmen!

Bereiche auf dem Accenture Auditions Stand
Bereiche auf dem Accenture Auditions Stand

Als nächstes geht es direkt rein in die Audition: Als Bewerber stehst Du vor den Juroren. Das sind Managing Director von Accenture, gestandene Unternehmensberater sowie Teamleiter aus dem Recruiting. Nun hast Du 60 Sekunden Zeit, unsere Jury von Dir zu überzeugen. Da heißt es locker bleiben im Höchststress und konzentriert deine Botschaft zu platzieren. Warum Du? Was unterscheidet Dich, warum bist Du der Richtige für uns? Darauf folgen drei Minuten Fragen von der Jury, die eher auf das Thema Cultural Fit eingehen, um wirklich die Person hinter dem CV kennenzulernen. Zuletzt gibt es in der fünften und letzten Minute Feedback von jedem Juror: Daumen hoch, Daumen runter oder die Chance auf ein Zweitgespräch.

Das Coole daran: Daumen hoch heißt Vertragsangebot. Hier und jetzt! Wenn es gut läuft, kommst Du also von einer Audition mit einem Job in der Tasche nach Hause. Schneller und direkter geht es nicht. Und es gibt auch Tipps zu deiner Performance, falls es nicht gereicht hat. Wo lagen die Schwächen, was kannst Du verbessern? So nimmt jeder, der an einer Accenture Audition teilnimmt, etwas mit.

saatkorn.: Was waren die größten Herausforderungen bei der Konzeption und Umsetzung der Accenture Auditions?
Wir hatten eine Menge Hürden zu nehmen. Zu Beginn ging es ums Geld und um Ressourcen. Da mussten wir ganz schön Überzeugungsarbeit leisten, ein so großes Rad zu drehen. Aber anders wäre das Konzept nicht aufgegangen. Mit Klein-Klein hätten wir nicht die Aufmerksamkeit erreicht, die wir brauchten, um substanzielle Zahlen zu generieren. Denn am Ende werden wir daran gemessen, eine große Menge Top-Talente einzustellen. Das haben wir geschafft. Eine weitere Herausforderung war die Modularität des Auftritts. Wir sind auf vielen standardisierten Messen unterwegs. Hier galt es auch, die Veranstalter davon zu überzeugen, uns 60, 100 oder noch mehr Quadratmeter zur Verfügung zu stellen.

saatkorn.: Wo habt Ihr die Accenture Auditions pilotiert und wie waren die Erfahrungen mit dem Konzept?
Wir waren mit der Urform unserer Auditions beim Absolventenkongress 2016, richtig los ging es mit dem radikalen Standkonzept sowie der kommunikativen Social Media Begleitung erst im März 2017 auf der CeBIT. Dort haben wir in nur vier Tagen mit rund 150 potenziellen Kandidaten gesprochen und das Beste: Wir haben neben vielen Einladungen zum Zweitgespräch etlichen  Kandidaten direkte Vertragsangebote machen können. Für uns ein super Erfolg! Gemessen an unseren erwarteten KPIs zur Engagement Rate und Sign-up Rate haben wir unsere Ziele bereits beim ersten Auftritt übertroffen.

Das Format hat sich auch bereits im kleineren Setup und in Österreich und der Schweiz bewährt und zeigt uns, dass wir mit dem skalierbaren Ansatz erfolgreich unterwegs sind. Aktuell liegen wir bei rund 400 durchgeführten Auditions und mehr als 100 direkten Vertragsangeboten.

Unsere Social-Media-Aktivitäten zu den Auditions haben ebenfalls voll eingeschlagen: Zur CeBIT haben rund 9.500 Facebook-User unsere Auditions-LIVE-Videos geklickt, wobei insgesamt mehr als 6.000 Minuten konsumiert wurden. Seitdem wachsen die Zahlen kontinuierlich und wir legen regelmäßig Material und Infos nach. Damit sind wir auf Facebook, Twitter, Instagram und YouTube präsent.

saatkorn.: Was sind die nächsten Schritte im Personalmarketing von Accenture? Baut Ihr das Accenture Auditions-Konzept in irgendeiner Weise aus?
Der große Erfolg – intern wie extern – fordert das quasi von uns. Mit dem Auditions-Format sind wir genau am Puls der Zeit. Es macht Spaß, es ist neu und es stellt den Status Quo auf den Kopf! Wir bauen das Auditions-Konzept lokal und auch weltweitkontinuierlich aus. Am liebsten würde ich ja damit durch das ganze Land ziehen, und jeden Tag an einer anderen Uni halt machen.

saatkorn.: Lieber Shahri, vielen Dank für das Interview – und weiterhin viel Spaß und Erfolg mit den Accenture Auditions!

Gero Hesse

Gero Hesse

Ich bin Gero Hesse, Macher, Berater und Blogger in den Themenfeldern Employer Branding, Personalmarketing, Recruiting, Social Media und New Work. Mehr Infos über Gero Hesse.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.