Ali Mahlodji zu seinem Buch „Und was machst Du so?“

Ali Mahlodji ist eine schillernde Persönlichkeit: Flüchtling, Schulabbrecher, whatchado Gründer, Europäischer Jugendbotschafter, New Worker 2017, um nur einige wenige Attribute zu nennen. Wer Ali mal in einem Vortrag oder persönlich in einem Gespräch erlebt hat (oder den saatkorn. Gastbeitrag von ihm gelesen hat), weiß, dass er es mit einem absoluten Charismatiker und Universaltalent zu tun hat. Sehr eloquent, symphatisch und herzlich. Bei all seinem Erfolg ist Ali Mensch geblieben. Meiner Meinung nach ein gewaltiges Puzzlestück in seinem Erfolgsgeheimnis. Jetzt ist der Gute auch noch unter die Buchautoren gegangen und hat im zarten Alter von 36 seine (lesenswerte!) Biographie verfasst. Wie es dazu gekommen ist und was ihn treibt erzählt Ali im exklusiven saatkorn. Interview. Auf geht’s für Ali Mahlodji:

saatkorn.: Ali, bitte stelle dich den saatkorn. LeserInnen doch kurz vor.
Hallo zusammen, mein Name ist Ali Mahlodji. Ich bin Gründer der Internet- und Video-Berufsorientierungsplattform whatchado. Whatchado ist eine Plattform auf welcher Menschen anhand von Video-Interviews über ihr Leben und ihren Job berichten und so anderen Menschen Einblicke und Orientierung verschaffen. Zudem bin ich seit 2013 Europäischer Jugendbotschafter und seit August 2017 Buchautor.

saatkorn.: Das ist eine super Überleitung 😉 Am 11. August erschien das Buch, „Und was machst Du so?“ vom Autor Ali Mahlodji. Wie bist du auf die Idee zu dem Buch gekommen?
Ehrlicherweise wurde ich vom ECON Verlag gefragt, ob ich in Zeiten wie diesen – in den Menschen vor einer unsicheren Zukunft stehen – anhand meiner Lebensgeschichte und der Entwicklung von whatchado aufzeigen möchte, wie man seinen Weg gehen kann.

saatkorn.: Cool. Was ist denn die für dich zentrale Botschaft von „Und was machst Du so?“?
Am Tag unserer Geburt konnten wir nicht gehen und nicht sprechen und doch haben wir – ohne Druck von außen – diese beiden, für das Gehirn hochkomplexen Herausforderungen, spielerisch erlernt. Einfach weil wir als Menschen dieses unglaubliche Potential und die Neugierde als treibende Kraft des Lebens in uns tragen.

Wer das nächste Mal denkt, er ist nicht lernfähig, dem rate ich, sich an den Tag der Geburt zu erinnern, als wir nur herumgelegen sind, in die Windeln gemacht haben und andere Menschen benötigt haben, die uns füttern.

Dieses Buch ist für alle, die vor großen Hürden stehen und manchmal einfach das Gefühl haben es nicht zu schaffen. Vielleicht passt es auch hier, einfach zu sagen wem ich das Buch gewidment habe:

Gewidmet …… all den ungehörten Geschichten, die es zu erzählen gilt. All den unverstandenen Genies, deren Fesseln darauf warten, gesprengt zu werden. All den Unangepassten, die kein Fehler im System sind. All den Visionären, deren einzige Realität ihre Phantasie ist. All den Menschen, denen Freundschaft und Zuneigung wichtiger sind als ein Leben voller Ruhm und Geld. All denjenigen, deren Puzzlestück nur scheinbar nirgends passt.Ihr macht die Welt zu dem bunten Haufen, der sie ist.
(Auszug aus dem Buch „Und was machst Du so?“)

saatkorn.: An wen richtet sich „Und was machst Du so?“, welche LeserInnen möchtest du erreichen?

Ali Mahlodji "Und was machst Du so?"
Ali Mahlodji „Und was machst Du so?“

Das Buch ist zu einem Teil eine Autobiografie meines Lebens als Flüchtling und Schulabbrecher bis hin zum Gründer. Auf der anderen Seite zeigt es die Hürden und Hindernisse die es braucht, um die eigene Idee umzusetzen. Es geht darum, wie man von anfänglichen Gedanken in die echte Umsetzung kommt, wie man Menschen begeistert und sie sinnorientiert dazu bringt gemeinsam an einer größeren Sache zu arbeiten. Am Ende des Tages habe ich das Buch sowohl für junge Menschen als auch für Erwachsene, Lehrer und Führungskräfte geschrieben, die den Wandel der heutigen Welt achtsam meistern wollen.

saatkorn.: Ich habe großen Respekt vor deiner Entscheidung, den CEO Posten bei whatchado aufgegeben zu haben. Wie denkst du heute darüber, wie fühlt sich das für dich heute an?
Den CEO Posten abzugeben war die mit Abstand härteste und einsamste Entscheidung meines Lebens in den letzten 10 Jahren, und gleichzeitg auch die Passendste und Beste. Am Ende des Tages geht es darum sich die Fragen zu stellen, warum man in dieser Welt etwas verändern möchte und wie das eigene Wirken zum Großen und Ganzen beiträgt.

Meine Vision und Mission waren das immerschon, nämlich Menschen zur Selbstwirksamkeit zu bringen. Whatchado ist ein sehr positiver Ausdruck dieser Intention. Gleichzeitig darf man sich beim Aufbau eines Unternehmens nicht von den äußeren Erwartungen blenden lassen, sondern muss sich achtsam bewusst sein, wie die eigene Rolle sich mit jeder Veränderung mitverändert. Ich denke ich bin vom Naturell jemand, dem es eher leichter von der Hand geht Ideen in Materie zu bringen und Dinge zu gründen anstatt diese zu verwalten. In den ersten 2-3 Jahren von whatchado ging es darum, externe aber auch interne Kritiker davon zu überzeugen dass whatchado funktionieren kann und wir in einer Welt leben, in der whatchado gesellschaftlich etwas mitprägen kann. Als wir immer mehr zu einem operativen Business wurden, änderte sich auch die Anforderung an die Rolle einer operativen Geschäftsführung. Ich bemerkte, sowohl körperlich als auch psychisch, dass ich nicht an einer Rolle festhalten darf, nur weil man das eben so tut. Als ich den CEO Posten weitergegeben haben, für dies für mich kein Ende sondern eher ein Neuanfang der etwas von ‚sich neu in whatchado verlieben’ hatte. Ich bin zwar nicht mehr in der Geschäftsführung oder im operativen Management doch meine Rolle war noch nie so wichtig wie heute und ich noch nie so effektiv. Dieser Wechsel hat nicht nur dem Unternehmen gut getan sondern in erster Linie auch dem persönlichen Wachsstum aller Gründer von whatchado.

saatkorn.: Ali, ich würde dir gern ein paar Begriffe nennen. Was fällt Ali Mahlodji spontan dazu ein:

„Achtsamkeit“
das Fundament eines bewussten Lebens

„New Work“
das Zeitalter um sich wieder auf den Menschen und sein Potential zu besinnen

„Karriere“
sehr schön wenn freiwillig ODER ein Deckmantel der modernen Sklaverei wenn durch Erwartungsdruck von außen getrieben

Liebe“
was uns alle verbindet

Sinn“
der einzige Grund als Mensch am Leben zu sein

„What goes around comes around“
zu verstehen, dass die äußere Welt und ihre Geschehnisse nur eine Projektion unserer eigenen Gedankenwelt sind, bringt uns erst dazu zu begreifen, dass jede Handlung und jeden Gedanken den wir pflanzen eine direkte Auswirkung auf die gesamte Menschheit hat.

saatkorn.: Was möchtest du mit deinem Buch „Und was machst du so?“ erreichen? Wann hat sich für dich die Arbeit an „Und was machst Du so?“ gelohnt?

Ali Mahlodji (Bild: whatchado)
Ali Mahlodji (Bild: whatchado)

Ich möchte erreichen dass Menschen ihr Glück nicht im Außen suchen und ihren Selbstwert nicht dadurch definieren wo sie im Vergleich und im Wettbewerb mit anderen stehen, sondern verstehen dass alles was sie brauchen um ihr Leben zu meistern in sich tragen. Mein Ziel ist erreicht wenn sowohl junge Menschen, als auch Erwachsene, Lehrer, Eltern, und Führungskräfte beginnen, ihr eigenes Leben zu leben und nicht nur das Gefühl haben, nicht gut genug zu sein. Vor wenigen Tagen haben mir sowohl 15jährige Schülerinnen als auch Führungskräfte des Unternehmens BOSCH als auch Lehrer und Eltern geschrieben, dass sie sich mein Buch gekauft haben und es in ihrem Umfeld verschenken. Solch ein Feedback von Menschen zu erhalten ist schöner als jeder Bestseller-Status … obwohl das auch extrem cool wäre :-).

saatkorn.: Zu guter Letzt eine Frage, die du schon Tausenden von Menschen selbst gestellt hast. Was rätst du deinem 14-jährigen Ich?

  1. So wie du bist, bist du gut genug – und das seit dem Tag deiner Geburt.
  2. Wenn du eine Regel siehst, die keinen Sinn für dich macht, dann darfst du sie brechen. Nicht das Gesetz! – aber wenn nie jemand eine Regel bricht, dann entsteht nichts Neues.
  3. Unser Leben ist so kurz und kostbar. Deshalb versuche in dieser Zeit alles zu erreichen, was du erreichen willst – aber nicht mit Ellbogen! Versuche deinen Träumen zu folgen, aber nie indem du irgendjemanden kleiner machen musst.

saatkorn.: Ali Mahlodji, herzlichen Dank für das Interview – und viel Erfolg mit „Und was machst Du so?“!

Unter allen saatkorn. Newsletter LeserInnen verlose ich 3 druckfrische „Und was machst Du so?“ Bücher von Ali Mahlodji. Um eine Chance auf den Buchgewinn zu haben, musst Du nur Folgendes tun:

Erstens: Falls Du noch nicht den saatkorn. Newsletter abonniert hast, trage Dich in den saatkorn. Newsletter ein:

Zweitens: Schick mir eine Mail mit dem Stichwort „Ali“ und Deiner Adresse an: gewinne@saatkorn.com

Viel Glück!

Gero Hesse

Gero Hesse

Ich bin Gero Hesse, Macher, Berater und Blogger in den Themenfeldern Employer Branding, Personalmarketing, Recruiting, Social Media und New Work. Mehr Infos über Gero Hesse.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.