Wonach suchen potenzielle Arbeitnehmer im Web wirklich?

Wonach suchen potenzielle Mitarbeiter im Web im Kontext Arbeit? Die Beantwortung dieser Frage macht Sinn…
Ist der Bedarf an Arbeitnehmern höher als das Angebot, spricht man vom Fachkräftemangel. Das gilt ganz allgemein für den Arbeitsmarkt, ist aber auch für jedes Unternehmen, das nach geeignetem Personal sucht, Realität. Im Englischen wird der Begriff etwas martialischer umschrieben: man spricht vom „War for Talents“. In diesem Kampf um Talente gibt es vor allem einen Gewinner: den Arbeitnehmer, der zunehmend Ansprüche an einen Arbeitgeber stellen kann. Diesen neuen Ansprüchen müssen Unternehmen auf vielen Wegen gerecht werden. Nur auf ein überdurchschnittliches Gehalt zu setzen, reicht nicht aus. Es gibt viele weitere Leistungen, mit denen die Zufriedenheit und damit die Arbeitnehmerbindung an das Unternehmen erhöht werden können. Aber welche sind das? – Wonach suchen potenzielle Mitarbeiter?

Aufbau der eigenen Arbeitgebermarke: Mitarbeiter-Benefits tragen die Unternehmenswerte nach außen

Ein wichtiger Faktor bei der Attraktivitätssteigerung des eigenen Unternehmens ist das sogenannte Employer-Branding. Unternehmen werden zu Marken, die auf Arbeitnehmer attraktiv wirken (sollen) – populäre Beispiele sind Google, Apple oder Snickers. Tatsächlich ist die Arbeitgebermarke der Schlüssel zur Gewinnung und Bindung von Talenten. Wofür steht das Unternehmen? Welche Werte sind ihm wichtig? Konkret für den Arbeitnehmer heißt das: Was wird mir neben klassischen Vergütungsleistungen noch geboten?

Neben rein monetären Anreizen streben junge Talente nach einer besseren Work-Life-Balance. So gibt es beispielsweise Unternehmen, die ihren Mitarbeitern so viel Urlaub gewähren wie sie möchten. Seit Jahren werben Netflix oder auch die Virgin Group mit dieser Urlaubsregelung. Letztere bietet frisch gebackenen Eltern sogar an, ein Jahr nach der Geburt des Kindes Urlaub mit vollen Bezügen zu nehmen. Solche grundlegenden, zum Teil finanziell bemerkenswerten Anpassungen sind für viele Unternehmen – gerade Start-Ups und KMUs – oft nicht realisierbar. Zum Glück gibt es noch weitere Möglichkeiten, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. Bereits kleine Gesten offenbaren eine dahinterliegende Unternehmenskultur, die jeder Arbeitgeber umsetzen kann.

Dienstrad, Bürohund oder Heimarbeit – wonach suchen potenzielle Mitarbeiter im Web?
Einer Google-Suchanfragen-Studie des Marketing-Tool Anbieters SEMrush zufolge stieg das Interesse an modernen Mitarbeiter-Benefits wie dem Dienstrad im Netz in den letzten vier Jahren deutlich. 2018 suchten die Deutschen 848 Prozent häufiger nach dem Begriff „Dienstrad“ als noch im Jahr 2014. Synonyme wie das „Dienstfahrrad“ (+292 Prozent) sind ähnlich stark gewachsen. Unternehmen, die ihren Mitarbeitern das Dienstrad-Leasing anbieten, fördern ein umweltfreundliches Image und bieten einen Mitarbeiter-Benefit, das mit nur geringen oder gar keinen Kosten verbunden ist. Die erwähnte Studie hat zudem regionale Unterschiede festgestellt, welche Arbeitgeber berücksichtigen können. So wurde in Berlin am häufigsten nach dem Begriff „Bürohund“ gesucht; in Baden-Württemberg legt man hingegen mit Abstand den meisten Wert auf „Heimarbeit“. Beides sind moderne Benefits, die den Arbeitgeber attraktiver machen und gleichzeitig nicht so kostenintensiv sind wie das, was sich Netflix oder die Virgin Group leisten können.

Wie wichtig sind Benefits für Arbeitgeberattraktivität?
Wie wichtig sind Benefits für Arbeitgeberattraktivität?

Die Wünsche der eigenen Arbeitnehmer erfragen
Arbeitgeber sollten sich daher fragen, was sie wirklich tun können, um Mitarbeiter glücklich zu machen – natürlich, ohne Produktivitätsverluste oder andere negative Auswirkungen zu provozieren. Generell lässt sich festhalten: Sie sollten so großzügig und flexibel wie möglich sein. Eigene Mitarbeiterumfragen, die Zusammenarbeit mit HR-Profis sowie die Berücksichtigung aktueller Studienergebnisse können nützlich sein, um herauszufinden, was sich die eigenen Mitarbeiter wünschen.

Werte und Benefits in Szene setzen
Wenn Unternehmensprofile und Rekrutierungsprozesse zunehmend bewerberorientiert gestaltet werden, sollte auch sichergestellt werden, dass sie potenzielle Bewerber erreichen. Eine Präsentation der Werte und Benefits auf der eigenen Unternehmensseite und auf Jobportal-Webseiten ist daher mehr als nur eine gute Idee; es ist eine Notwendigkeit. Viele Unternehmen behandeln diese Thematik noch stiefmütterlich. Die Eigendarstellung kann jedoch die Chancen bei zukünftigen Arbeitnehmern erhöhen und damit einen entscheidenden Vorteil im War for Talents bedeuten.

Gero Hesse

Gero Hesse

Ich bin Gero Hesse, Macher, Berater und Blogger in den Themenfeldern Employer Branding, Personalmarketing, Recruiting, Social Media und New Work. Mehr Infos über Gero Hesse.

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