Welche Erwartungen haben Arbeitnehmer international an Arbeitgeber?

Welche Erwartungen haben Arbeitnehmer international an Arbeitgeber?

Das finde ich interessant: welche Erwartungen haben Arbeitnehmer in unterschiedlichen Ländern eigentlich an Ihre Arbeitgeber? – Christian Arno, Gründer von Lingo24, einem Übersetzungsdienst, dar professionelle Übersetzungen anbietet, hat sich zu diesem Thema ein paar aus meiner Sicht lesenswerte Gedanken gemacht. Das Ganze ist natürlich keine quantiativ untermauerte Studie (wer eine kennt, bitte melden!), sondern beruht auf persönlichem Erfahrungswissen aus seiner Tätigkeit. Viel Spaß damit und auf geht’s mit dem O-Ton von Christian Arno (dem man unter @l24de auf twitter folgen kann):

Christian Arno von lingo24„Ein Arbeitsplatz ist für viele nicht nur ein Ort, um sich ein Einkommen zu sichern. Er ist auch sozial gesehen relevant. Welche Ansprüche Arbeitnehmer an ihren Chef und ihre Tätigkeit bzw. das jeweilige Unternehmen haben, beleuchtet dieser Beitrag.

Universelle Anforderungen: gutes Betriebsklima und Bezahlung
Deutsche Arbeitnehmer suchen vielfach Erfüllung in ihrer Tätigkeit. Sie definieren sich über ihren Arbeitsplatz. Gleichzeitig soll er die wirtschaftliche Existenz sichern. Sicherlich sind dies universelle Anforderungen. Tatsächlich spielt weltweit der Umgang mit den Kollegen eine große Rolle. Ein gutes Betriebsklima macht die Arbeitsatmosphäre angenehm. Doch unterscheiden sich auf den Kontinenten auch die Ansprüche deutlich voneinander. Wer Niederlassungen im Ausland plant, sollte daher wissen, welche Vorstellungen Ortsansässige von ihrem Job haben. Auch Arbeitnehmer, die ins Ausland gehen, sollten sich mit den unterschiedlichen Gewohnheiten am Arbeitsplatz und mit der Sichtweise hinsichtlich Arbeit, Kollegen und Chef auseinandersetzen. Amerikanische Unternehmen zeichnen sich durch eine lockere Arbeitsatmosphäre aus, die sie auch in ihren Niederlassungen in Deutschland pflegen. Das schätzen Arbeitnehmer aus aller Welt.

Privates Leben und Arbeitsalltag
In westlichen Kulturkreisen ist die Familie oft kein Thema am Arbeitsplatz. Wenn auch in Deutschland so mancher Lenker eines kleineren Unternehmens Familiendetails kennt, so werden sie doch in größeren Firmen eher am Rande behandelt. Pausengespräche werden dann eher diskret geführt und bleiben thematisch an der Oberfläche und allgemein. Die sachorientierten Deutschen trennen Beruf und Familie. Das Sprichwort „Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps“ dürfte ein Beleg dafür sein.

Das Thema Familie ist dagegen in Indien ein absolutes Muss. Hier gehört es zum guten Ton, sich nach Familieninterna zu erkundigen. Die Anteilnahme am Schicksal der Arbeitskollegen ist gewöhnlich sehr groß. Herzlichkeit und Empathie sind also eine wichtige Sozialkompetenz in Indien. Das sollte ein westeuropäischer Arbeitnehmer unbedingt wissen, wenn er mit Indern zusammenarbeitet.

Bindung an ein Unternehmen
Deutsche Rentner berichten vielfach von nur einem Arbeitgeber in ihrem Leben. Wo sie ihre Ausbildung begonnen hatten, gingen sie auch in Rente. Die Bindung an das Unternehmen war entsprechend groß. Loyalität war also keine Frage. Das Unternehmen gehörte praktisch mit zur Familie. Heute ist die Arbeitswelt aber weltweit im Umbruch, auch in Japan. Dennoch hängen Japaner die Bindung zu ihrem Arbeitsplatz sehr hoch auf. Für sie ist die Identifikation mit ihrer Firma eine Selbstverständlichkeit. Sogar bis in den Tod reicht diese Verbindung. Firmenfriedhöfe zeugen davon. Schon das kulturelle Leben wird von den Unternehmern bestimmt. So bleibt auch nach Feierabend der Arbeitsplatz in Japan sinnstiftend im Leben. Amerikaner kennen diese ganz feste Bindung an ein Unternehmen nicht. Während der Anstellung, die teils lange Zeit, teils auch nur kurz andauert, ist ein Arbeitnehmer selbstverständlich loyal. Doch aufgrund des wenig ausgeprägten Kündigungsschutzes scheuen Arbeitnehmer auch nicht davor zurück, mal eben zu wechseln, wenn bessere finanzielle Bedingungen locken. US-Amerikaner ziehen auch gerne für einen neuen Job um. Die Flexibilität kennt hier kaum Grenzen. So hat so mancher US-Amerikaner zahlreiche weit auseinanderliegende Wohn- und Arbeitsort in seiner Vita stehen. Doch auch Europäer erweisen sich als immer flexibler bei der Suche nach einen Arbeitsplatz, um persönlich bessere Bedingungen wie einen beruflichen Aufstieg zu erlangen.

Reisen und Flexibilität
In Asien spielt das Outsourcing eine große Rolle. Junge Arbeitnehmer bereiten sich daher gerne auf den internationalen Markt vor. So nutzen Asiaten berufliche Chancen auch über Ländergrenzen hinweg. Deutsche suchen dagegen einen sicheren 40-Stunden-Arbeitsplatz am liebsten in Wohnortnähe. Zeitarbeit hat hier einen nicht so guten Ruf wie in Holland. Holländer arbeiten nämlich gerne für Zeitarbeitsfirmen. Hier liegt die Bezahlung aber auch über dem deutschen Niveau.

Vereinbarkeit von Arbeit und Beruf
Deutsche suchen ihre Erfüllung nicht nur im Beruf, sondern auch in ihrer Freizeit. Diese versucht so mancher Arbeitnehmer durch kürzere Tarifarbeitszeiten zu erreichen. In Holland spielt im Geschäftsleben die Erreichbarkeit rund um die Uhr eine wichtige Rolle. Mit Teilzeitarbeit wird dieser Anspruch in den Niederlanden erfüllt. Besonders Frauen nutzen die Möglichkeit flexibler Arbeitszeitgestaltung, um Arbeit und Beruf miteinander in Einklang zu bringen.

 

 

Gero Hesse

Gero Hesse

Ich bin Gero Hesse, Macher, Berater und Blogger in den Themenfeldern Employer Branding, Personalmarketing, Recruiting, Social Media und New Work. Mehr Infos über Gero Hesse.

Ein Gedanke zu „Welche Erwartungen haben Arbeitnehmer international an Arbeitgeber?

  • 21. März 2013 um 12:16
    Permalink

    Ich kann mich den oben genannten Punkten nur anschließen. Wir sollen immer länger und leistungsfähiger arbeiten? Dann möchte ich aber auch leistungsgerecht entlohnt werden und einige Ansprüche geltend machen. Auf http://www.headhunter-light.de/qualifizierte-arbeitskraefte-verstehen/ fand ich dazu auch einen interessanten Kurzartikel, wie sich Unternehmen unterschiedlicher Branchen bei Bewerbern und Mitarbeitern von Ihrer Konkurrenz abgrenzen und den Menschen schätzen.

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