meHRsalz in der SAATKORN HR Startup Serie

meHRsalz – so heißt das Startup, welches ich heute im Rahmen der SAATKORN STARTUP Serie vorstelle. Ich hatte Gelegenheit, mit Co-Founder Philipp Hölzle zu sprechen. Auf geht’s: 

SAATKORN: Bitte stellt Euch den SAATKORN LeserInnen doch kurz vor.

Wir beide, Wolfgang Dörner und Philipp Hölzle haben meHRsalz als neue Beratung gegründet. meHRsalz tritt an, die Personal¬¬arbeit neu zu denken und digital wirskam werden zu lassen. Dabei fokussieren wir uns auf den spezifischen Nutzen jeder einzelnen Initiative. Wir bieten schnelle Erfolge, wahrnehmbare Nutzen, ohne riesige Projekte aufsetzen zu müssen.

SAATKORN: Im HR-IT Markt steckt aktuell viel Phantasie. Start-ups, die mit neuen Tools und Apps für Feedback, Performance Management oder social recruiting an den Markt gehen, sammeln schnell hohe Venture Capital Beträge ein. Philipp und Wolfgang, Ihr wollt HR digital transformieren, ohne dass Ihr ein Produkt präsentiert. Was ist die konkrete Idee hinter Eurem Unternehmen meHRsalz?

Richtig, wir unterstützen, die HR-Arbeit wirksamer zu gestalten. Produkte gibt es da draußen zu genüge. Bei den meisten Unternehmen ist auch bereits gute Technik im Einsatz. Wir wollen nicht das eine Tool verkaufen, sondern mit dem Kunden ausloten, womit ihm wirklich geholfen ist und ihm eine Orientierung bieten. Fehlt es an einem Tool, um Feedback auch in Homeoffice-Zeiten wertschätzend und effizient umsetzen zu können, unterstützen wir gerne bei der ¬Frage nach dem “Wie”, bei der Auswahl eines Tools und auch der technischen Integration. Technik ist für uns ein Befähiger, nicht die Antwort auf das Problem. Der Kunde bekommt eine implementierte Lösung, dafür müssen wir aber zunächst den Bedarf verstehen und nicht gleich ein Produkt einführen. Wir prüfen, ob mit eingesetzten Technologien, wie SAP HCM oder Microsoft365 oder einem Tool am Marktdie die konkrete Herausforderung wirtschaftlich gut abgedeckt werden kann. Ist dies nicht der Fall, schaffen wir über low-coding Ansätze sehr schnell spezifische Anwendungen für unsere Kunden, die wir dann in deren vorhandene Systemwelt integrieren.

SAATKORN: Könnt Ihr die Breite Euers Leistungsportfolio beschreiben?

In der Gründungsphase haben wir uns intensiv mit den Bedürfnissen unserer wichtigsten Ansprechpartner beschäftigt.  Das sind vor allem die Verantwortlichen für das Personalmanagement sowie für die IT im Unternehmen. Wie sehen vier wichtige Bedarfe, bei denen wir gerne unterstützen: Neues erfahren, Partner sein, schnelle Leuchttürme schaffen und ein Team aus Fachkräften bieten, das sich um Themen des Kunden kümmert.

Konkret bedeutet das:

  1. Oft hören wir, Austausch über Trends, über neue Möglichkeiten fehlt. Das Wissen darüber, was andere machen, was sich wo bewährt hat, aber auch was die nicht erfolgreichen Wege waren. Hier bringen wir neue Impulse ein, bereichern mit dem vielfältigen Blick von außen, von new work bis zu technologischen Trends.
  2. Managern fehlt oftmals der Sparringpartner auf Augenhöhe, mit dem im geschützten Raum über den Kurs zum Ziel diskutiert werden kann. Hier bieten wir ehrliche Reflexionsfläche und positionieren uns mit unserer Expertenmeinung, an der man sich gerne auch reiben darf.
  3. In der heutigen volatilen Welt fehlt häufig die Geduld, auf Ergebnisse langfristiger Projekte zu hoffen. Wir designen agile, iterative Vorgehensmodelle mit schnellen ersten Lösungen, die sofort Nutzen bringen. Die Lösungen können iterativ weiter entwickelt werden, ohne dass dadurch das daily business still steht.
  4. Und schließlich fehlt es oftmals schier an Kapazität oder Kompetenz für einzelne Themen. Die Ressourcen sind schon für das Tagesgeschäft eng bemessen, wie sollen da noch Neuerungen geschaffen werden?  Hier unterstützen wir gerne, in dem wir Aufgaben übernehmen, von der Projektleitung bis hin zur Pflege von IT- oder Abrechnungssystemen.

SAATKORN: Könnt Ihr das über konkrete Beispiele plastisch machen?

Gerne. Nehmen wir einen Kunde, der in der jetzigen Phase Kurzarbeit angemeldet hat und die Mitarbeiter überwiegend aus dem Homeoffice arbeiten. Zur Abrechnung der Kurzarbeit (die wir im Abrechnungssystem einrichten), noch wichtiger zur späteren Prüfung durch die BA, ist es notwendig, dass die Mitarbeitenden ihre Zeiten exakt erfassen. Bisher nutzt das Unternehmen Zeiterfassungs¬terminals in den Büros. Wir hätten den Kunden wahrscheinlich überzeugen können, eine Zeiterfassungs-App zu kaufen,  diese einrichten und eine Schnittstelle zum Core System konfigurieren können. Wir hätten unterstützt, mit dem Betriebsrat eine Betriebsvereinbarung für das neue Tool abzuschließen und vielleicht die erste Anwendung im Unternehmen eingeführt, die auf BYOD (bring your own device) setzt, da nicht jeder MA ein Firmen-Smartphone zur Verfügung hat. Aber wie lange hätte das gedauert und was hätte das gekostet? Wir wollen kurze Projekte mit hohem Nutzen und Dauer war hier ein kritischer Faktor. Also haben wir uns angeschaut, welche System bereits beim Kunden laufen und uns mit ihm dazu entschieden, in 3 Tagen eine web-basierte Zeiterfassung auf Basis der vorhandenen HR-Suite zu bauen, als validiertes MVP (minimal viable product) freizuschalten und iterativ zu optimieren.

Diese ist dann auch noch so hübsch geworden, dass wir jetzt weitere Employee-Selfservices auf diese Weise realisieren werden, ohne dafür zahlreiche weitere Tools einkaufen zu müssen. Zudem bauen wir für HR eine kleine App, um Kurzarbeit zu beantragen, zu verlängern und die Erstattungsbeträge abzurechnen.

SAATKORN: Und Euer Name? Was steckt hinter dem maritimen Auftritt von meHRsalz? 

Ganz verschiedene Aspekte: Zunächst einmal wie auch über das erwähnte Beispiel beschrieben, bringen wir die Personalarbeit an die Mitarbeitenden: me & HR war unser Aufsetzpunkt, einer unser technischer Schwerpunkte ist das Bauen von guten SelfService Lösungen. Wir sind überzeugt davon, dass gute Personalarbeit zwangläufig mit einer hohen Dezentralität einhergeht. Dann sollten die HR Aufgaben keine lästige Pflicht sein, sondern einfach, vielleicht sogar mit etwas Spaß von der Hand gehen. Wir bieten somit auch das Salz in der manchmal doch etwas fade gewordenen HR-Suppe. Wir stellen Dinge grundsätzlich in Frage, arbeiten mit aktivierenden Formaten, bringen also Würze mit.

Und nicht zuletzt wollen wir mit unseren Kunden gemeinsam auf die Reise gehen. Wir kennen auch nicht immer das konkrete Ziel, mit der Sehnsucht nach dem meHR und als guter Navigator an der Seite, erkunden wir neue Welten.

Und als leidenschaftlicher Segler biete ich auch ganz praktisch gerne ein Coaching, einen Strategie-Workshop oder eine Teamentwicklung auf einer rassigen Segelyacht. Das Schaffen positiver Erlebnisse hat einen hohen Stellenwert in unseren Projekten.

SAATKORN: Wie ist Eure Vision, wo wollt Ihr in 3 Jahren stehen? 

Wir sind in Zeiten der Pandemie vorsichtig, mit 6 Mitarbeitenden gestartet. Neben der Idee, wie wir HR- und HR-IT Consulting betreiben wollen, ist auch unser Unternehmensmodell nach innen charakteristisch. Wir leben new work aus Überzeugung. Alle Mitarbeitenden sind am Unternehmen beteiligt, es gibt keine klassischen Hierarchien. Daher haben wir einige Interessenten aus unseren Netzwerken, die sehr gerne unsere Crew verstärken wollen und setzen darauf, weiter erfolgreich zu wachsen, um die Vielfältigkeit im Team weiter zu steigern. Allerdings ist Wachstum für uns kein Ziel an sich. Wir wollen agil bleiben, spannende Projekte gemeinsam mit unseren Kunden gestalten. In drei Jahren wollen wir eine hohe Bekanntheit am Markt haben, da wir hoffen, dass unsere Art, wirksame, iterative Projekte zu gestalten, viel stärker Fuß fasst. Dafür wollen wir Vorbild sein.

SAATKORN: Wenn Ihr heute 3 Wünsche frei hättet, welche wären das? 

Wir wünschen uns vor allem mehr Experimentierfreude in HR-Bereichen. Wenn es den Bedarf gibt, Bisheriges zu optimieren oder gänzlich Neues zu schaffen, wünschen wir uns, dass 

  1. Betroffene zu Beteiligten gemacht werden, wir gleich it den Anwendern konzipieren 
  2. Experimente gewagt werden, schnelle, gerne auch verrückte Prototypen geschaffen und verprobt werden, damit gemeinsam erkannt wird, was Nutzen hervorbringt und was hinderlich ist 
  3. Mehr und frühzeitigere Interaktion zwischen den Welten von HR und IT . Technik ist ein grandioser Befähiger, aber kein Selbstzweck. Crossfunktionale Teams, die gemeinsame Idee und Umsetzung gestalteten bringen echte Erfolge 

SAATKORN: Wo und wie kann man Euch am besten ansprechen? 

Unsere Homepage mehrsalz.de gibt einen ersten Überblick. Wir sprechen am Liebsten persönlich mit Menschen über Ihre Probleme und Ideen. Kontaktiert uns über die Kontaktformulare der Homepage, per mail oder Telefon; Vereinbart kurzfristig eine Video-Session, und hoffentlich auch alsbald gerne wieder analoge Termine entweder in unseren Kreativräumen in Berlin und Karlsruhe oder bei Euch vor Ort.

SAATKORN: Ganz herzlichen Dank für das Gespräch. Und viel Spaß und Erfolg mit meHRsalz!

Wenn Du Gründer*in bist und mit Deinem Startup auch in meiner Serie gefeatured werden möchtest, beantworte diese Fragen hier, pack (wichtig!) gutes Bildmaterial und falls vorhanden einen Youtube Link dazu, fertig!

Gero Hesse

Gero Hesse

Ich bin Gero Hesse, Macher, Berater und Blogger in den Themenfeldern Employer Branding, Personalmarketing, Recruiting, Social Media und New Work. Mehr Infos über Gero Hesse.

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