Coachhub mit neuem Wellbeing Angebot

WARUM WELLBEING IMMER WICHTIGER AUS ARBEITGEBER-PERSPEKTIVE WIRD: nachdem ich Coachhub vor einigen Monaten bereits im SAATKORN Podcast am Start hatte, ist eine ganze Menge passiert. Corona deckt auf, dass sich Arbeitgeber:innen mehr um ihre Mitarbeiter:innen kümmern müssen. Wellbeing wird zu einem relevanten Thema. Darauf hat Coachhub auch reagiert. Wie, erläutern heute Co-Founder Yannis Niebelschütz und Wirtschaftspsychologin Miriam Schneider. Auf geht‘:

SAATKORN: Yannis und Miriam, bitte stellt Euch den SAATKORN Leser:innen doch kurz vor. 

Yannis: Hi Gero, ich bin Yannis Niebelschütz. Vor drei Jahren habe ich zusammen mit meinem Bruder Matti CoachHub gegründet. Aus unserer eigenen Erfahrungen wussten wir, wie wertvoll und effektiv individuelles Coaching in der beruflichen und persönlichen Entwicklung ist. Darum haben wir mit CoachHub eine digitale Coaching-Plattform ins Leben gerufen, um professionelles Coaching zu demokratisieren und somit für alle Mitarbeitenden eines Unternehmens zu ermöglichen.

Miriam: Seit September 2020 bin ich, Miriam Schneider, mit im Team und unterstütze als Wirtschaftspsychologin und Coach dabei, die wissenschaftlichen Erkenntnisse und Theorien in die Praxis zu übersetzen. Ich arbeite also genau an der Schnittstelle zwischen Coaching-Wissenschaft und dem in der Praxis angewandten, digitalen Coaching von CoachHub. Dabei begleite ich insbesondere den Implementierungsprozess der Coaching-Programme bei unseren Kunden und entwickle weiterführendes Lernmaterial.

SAATKORN: Yannis, in unserer SAATKORN Podcastfolge zusammen mit Svenja Haus hast Du in erster Linie über die beeindruckende Founding- und Wachstums-Story von Coachhub gesprochen. Nun erweitert Ihr das Coachhub Themenfeld um das wichtige Thema Wellbeing. Warum?

Yannis: Wir haben in Zusammenarbeit mit unseren Partnerunternehmen im letzten Jahr feststellen müssen, dass der Bedarf an Unterstützung im Bereich der psychischen Gesundheit ungemein gestiegen ist. Die Überforderung durch die weiter andauernde Home-Office-Situation, die Doppelbelastung für Familien und das Gefühl des Kontrollverlustes waren schwerwiegende Faktoren in dieser Entwicklung, genauso wie bspw. die soziale Isolation bei Alleinlebenden. Diesen Eindruck haben auch die Studien des letzten Jahres bestätigt – die Quoten von Burnout und Depression, Angst und Stress sind in die Höhe geschossen. Da individuelles und professionelles Coaching einen enormen Einfluss auf das Wohlbefinden von Menschen nehmen kann und wir bei CoachHub aus einem Pool von 2.500 qualifizierten Coaches schöpfen können, haben wir uns dazu entschieden, dieses Problem mit einem speziellen Coaching-Programm anzugehen.

SAATKORN: Ist das nicht möglicherweise ein Trend, der – wenn die Pandemie einmal bezwungen ist – nicht mehr so eine große Rolle für die Unternehmen spielen wird? Wie schätzt Ihr das ein?

Miriam: Wir sehen die gestiegene Bedeutung von psychischer Gesundheit weniger als neuen Trend, sondern eher als das Aufbrechen einer bisherigen Stigmatisierung, was mit einem erweiterten Verständnis von Gesundheit am Arbeitsplatz einhergeht. Psychische Probleme im Arbeitskontext hat es auch die letzten Jahre schon gegeben. Die Zahlen zu den jährlich steigenden psychisch bedingten Ausfalltagen zeigen, dass auch vor der Pandemie bereits ein Wandel notwendig war. Die Pandemie hat wie ein Brandbeschleuniger darin gewirkt, diese Probleme sichtbar zu machen und sie in den gesellschaftlichen Fokus zu rücken. Aus diesem Blickwinkel bieten uns die gemachten Erfahrungen der Pandemie vielleicht sogar die Möglichkeit, zukünftig mit einer gestärkten psychischen Gesundheit arbeiten zu können.

SAATKORN: Miriam, was ist Deine Meinung zur Nachhaltigkeit von Wellbeing?

Miriam: Ich denke, dass Thema Wellbeing sollte immer nachhaltig sein, nicht nur gestern und heute sondern jeden Tag im Jahr und das auch am Arbeitsplatz. Die neu gewonnene, offene Kommunikation über psychische Gesundheit ist gerade auch im Interesse des Arbeitgebers, um präventiv unterstützen zu können – Corona hat uns endlich die Chance gegeben, das Thema Wellbeing im Arbeitskontext salonfähig zu machen.

Damit die psychische Gesundheit auch nachhaltig verbessert werden kann, ist es wichtig, sich um Strategien zu bemühen, die eine langfristige Wirkung haben. Wir brauchen Programme, die spezielle Ressourcen aktivieren, Stärken identifizieren und diese entwickeln, um ein langfristiges Fundament aufzubauen, das uns beim Aufkommen stressiger Situationen helfen kann, anders und besser mit diesen umzugehen. Die Nachhaltigkeit ergibt sich also dadurch, dass die Teilnehmer selbst zur Verbesserung ihrer Situation befähigt werden. Genauso wichtig ist aber auch eine Transformation innerhalb des Unternehmens, die langfristig zu einer offeneren Kultur und somit auch einem besseren Umgang mit dem Thema der psychischen Gesundheit führt.

SAATKORN: Was bietet Coachhub in diesem Kontext für Leistungen?

Yannis: Wir haben für die Stärkung der psychischen Gesundheit und des mentalen Wohlergehens ein spezielles Coaching-Programm geschaffen, dass alle Mitarbeitenden eines Unternehmens proaktiv Unterstützung bieten soll. Unser klassisches Business-Coaching, bei dem jeder Mitarbeitende mit dem individuellen Coach an der Erreichung der eigenen Ziele arbeiten kann, wird für CoachHub Wellbeing um einige Faktoren ergänzt.

So steht für CoachHub Wellbeing ein separater Pool von psychologisch qualifizierten und auf Wellbeing spezialisierten Coaches bereit. Ein professionelles Assessment zu Beginn des Programms sowie der CoachHub Matching-Algorithmus helfen dabei, den perfekten Coach auszuwählen. Coach und Coachee arbeiten dann in digitalen Sitzungen zusammen, die sich auf Themen wie emotionale Belastbarkeit, empathische Führung und Stressmanagement konzentrieren. Zusätzlich gibt es eigens für Wellbeing konzipierte digitale Micro-Learnings – also kurze Coaching-Aufgaben, die die Coachees zwischen den Sitzungen bearbeiten können, um die neuen Erkenntnisse nachhaltig ins eigene Verhalten zu integrieren. Der Ansatz des selbstgesteuerten Lernens befähigt die Coachees, sich selbst zu helfen und ihr Potenzial voll auszuschöpfen. Schließlich bieten wir in diesem Programm erstmalig Gruppen-Sessions unter den Coachees an, in denen Sie sich in einem geschützten Rahmen zu ihren Erfahrungen austauschen und gemeinsam wachsen können.

SAATKORN: Wie siehst Du das aus psychologischer Sicht, Miriam? – Kann ein Angebot wie eben von Yannis beschrieben, wirklich helfen?

Miriam: Aus psychologischer Sicht sind die positiven Wirkungen von Coaching eindeutig, vor allem mit Bezug auf Wellbeing (z.B.de Haan & Duckworth, 2013; Theeboom et al. 2014; Weinberg, 2016). Coaching zahlt besonders auf die Selbstwirksamkeit und Selbststeuerung ein, sodass die eigenen Ziele effizienter erreicht werden können. Dabei spielt das Prinzip der Positiven Psychologie eine große Rolle. Im Grunde geht es weniger darum, Schwächen auszumerzen, sondern darum, die eigenen Stärken weiter zu stärken – also das Bewusstsein vermehrt darauf zu setzen, was der Coachee besonders gut kann und welche Ressourcen vorhanden sind. Auf diese Weise hilft Coaching dem Coachee dabei, langfristige Strategien im Umgang mit Herausforderungen zu entwickeln.

Eine besondere Rolle spielt auch die Auswahl der Coaches, obwohl wichtig zu konstatieren ist, dass Coaching keine Therapie ist und eine solche auch nicht ersetzen kann. Die Tatsache, dass die speziell für Wellbeing ausgebildeten Coaches von außerhalb der eigenen Organisation kommen, bietet jedoch eine erhöhte psychologische Sicherheit, um mögliche Konflikte, z. B. am Arbeitsplatz, offen anzusprechen und Strategien zur Lösung zu entwickeln. Diese Strategien stärken im Umkehrschluss wieder präventiv das Wohlergehen. 

SAATKORN: Was kann, was sollte man als Individuum tun, um den Anforderungen der modernen Arbeitswelt mental gewachsen zu bleiben?

Miriam: Wichtig ist es, seine eigenen Werte, Stärken und Ziele zu kennen. Das Stichwort: “Kenne dich selbst” spielt hier eine große Rolle. Wie ist die eigene Arbeitsweise, wo liegen die Vorlieben, wann kommt man an die eigenen Grenzen? Denn dieses Verständnis kann uns helfen, Stressoren zu benennen und wichtige Stellschrauben zu erkennen. Und es ist wichtig, Unterstützung von Außen in Anspruch zu nehmen, sodass wir auch unsere blinden Flecken erkennen. Sind wir auf diese aufmerksam geworden, können wir dann eigene Werkzeuge entwickeln, wobei Coaching eine unterstützende Ressource darstellen kann. Klar ist es aber auch, dass die Verantwortung nicht nur beim Individuum liegen sollte. Es ist mindestens genauso wichtig, dass Unternehmen ihre Strukturen, die eigene Kultur und den Umgang miteinander prüfen, um dadurch den Stress für Mitarbeitende proaktiv zu senken. 

SAATKORN: Miriam und Yannis, Danke für das Gespräch rund um Wellbeing. Und Euch weiterhin viel Spaß und Erfolg mit Coachhub!

Gero Hesse

Ich bin Gero Hesse, Macher, Berater und Blogger in den Themenfeldern Employer Branding, Personalmarketing, Recruiting, Social Media und New Work. Mehr Infos über Gero Hesse.

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