Neue Studien „Bewerbungspraxis“ und „Recruiting Trends“ 2013 / 30 Freikarten zu vergeben!

Neue Studien „Bewerbungspraxis“ und „Recruiting Trends“

Ein oft und gern gesehener Gast auf dem saatkorn.-Blog ist Prof. Dr. Tim Weitzel von der Uni Bamberg. Seit den 90ern arbeitet er mit seinem Team an der Schnittstelle HR und IT. Mehr Infos dazu findest Du hier. Schwerpunkte sind:

  • E-Recruiting & Employer Branding: Status Quo und Trends in der Personalbeschaffung
  • E-HRM und HRIS (electronic HR Management, HR Information Systems)
  • Geschäftsprozessmanagement & HR-Controlling: Wie lassen sich HR-Prozesse effektiv und effizient gestalten?
  • Wissensflusssteuerung & Informationsmanagement
  • Team-Management
  • Recruiting, Bindung und Entwicklung von IT-Mitarbeitern („CPR“: Computer and People research)

Mit der Unterstützung von monster.de erhebt er mit seinem Team an den Unis Bamberg und Frankfurt dabei jährlich Status Quo, Trends und „good practises“ in drei „Recruiting Trends“-Unternehmensstudien, nämlich für Großunternehmen, KMUs und Unternehmen in Österreich sowie Kandidatenwünsche, -verhalten und –erwartungen in der „Bewerbungspraxis“. Der Link zur Homepage diser HR-Projekte, wo er auch in ein paar Wochen die Studienergebnisse verlinken wird, findest Du hier

Natürlich hat mich interessiert, was Tim zu den aktuellen Studienergebnissen zu sagen hat. Auf geht’s:

saatkorn.: Herzlichen Glückwunsch zur 10. Jubiläumsausgabe Eurer Kandidatenstudie „Bewerbungspraxis“, die Ihr an den Unis Bamberg und Frankfurt jährlich mit Unterstützung von Monster durchführt. Daneben veröffentlicht Ihr demnächst auch die neue Ausgabe der Unternehmensstudie „Recruiting Trends“. Was waren denn die diesjährigen Schwerpunkte Eurer Studien?

Die Unternehmensstudien schauen neben Dauerbrennern wie Social Media auf Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel und deren Umsetzung sowie Mobile Recruiting. Die „Bewerbungspraxis“ zeigt die Kandidatensicht auf den aktuellen und auf den zukünftigen, idealen Arbeitgeber. Kernfragen sind: Was macht einen attraktiven Arbeitgeber aus? Womit bin ich in meinem aktuellen Job zufrieden, und womit nicht? Welche Kanäle verwenden die Kandidaten häufig zur Stellensuche? Welche Bedeutung haben Social Media und Mobile-Recruiting für die Stellensuche und welche Erwartungen haben die Kandidaten hierbei an die Unternehmen?

saatkorn.: Die Unternehmen leiden ja durchweg unter dem Fachkräftemangel. Wie sehen denn die Kandidaten den Arbeitsmarkt?

Die Studienteilnehmer sehen ihren Arbeitsmarkt zwar etwas pessimistischer als im Vorjahr aber doch eher günstig. Jeder vierte sieht gute Chancen, bei einem Wechsel einen Traumjob zu finden, und immerhin die Hälfte einen, der den Ansprüchen genügt. Interessanterweise ist für die Kandidaten der nationale Arbeitsmarkt dabei nicht nur attraktiver als der internationale, sondern vor allem auch als der firmeninterne.

saatkorn.: Was erwartet denn ein Kandidat heute von einem idealen Arbeitgeber?

Der ideale Arbeitgeber bietet neben einem guten Arbeitsklima und Karrieremöglichkeiten vor allem flexible Arbeitszeitmodelle. Solche Work-Life-Balance-Anforderungen sind sogar wichtiger als  Gehalt oder bekannte Produktmarken.

saatkorn.: Und warum kündigen Mitarbeiter?

Die meisten sind aktuell mit ihren Kollegen, der Abteilung, Vorgesetzten und den Arbeitsbedingungen eigentlich zufrieden. Unzufriedenheit herrscht beim Gehalt, zu geringer Weitergabe von Informationen und den erwarteten Karrieremöglichkeiten im Unternehmen. Bei einem Jobangebot eines anderen Arbeitgebers blieben acht von zehn Studienteilnehmern im aktuellen Unternehmen bei entsprechend höherem Gehalt und sieben von zehn bei verbesserten Karrieremöglichkeiten.

saatkorn.: Gilt dies alles für alle Kandidaten gleichermaßen?

Wir haben dieses Jahr über 6.000 Teilnehmer, die unsere Fragebögen ausgefüllt haben. Diese sind im Durchschnitt 38,7 Jahre alt und die Mehrzahl hat über 10 Jahre Berufserfahrung. Natürlich sind Arbeitsmarkt und Wechselchancen profilabhängig. Eine interessante Gruppe sind immer IT-ler, die etwa ein Zehntel der Teilnehmer ausmachen und seit Jahren – zusammen mit Forschung und Entwicklung – zu den gesuchtesten Gruppen zählen. IT-ler legen im Vergleich noch mehr Wert auf flexible Arbeitszeitmodelle als andere Berufsgruppen, aber nur 6 von 10 sehen ausreichend flexible Arbeitszeitmodelle bei Unternehmen.

saatkorn.: Wie sucht ein heutiger Kandidat denn nach neuen Arbeitgebern?

Auch wenn die Kanalnutzung insgesamt bunter geworden ist, ist seit Beginn der Studienreihe vor 10 Jahren für Kandidaten die Internet-Stellenbörse der Kanal mit der größten Chance, eine neue Anstellung zu finden, gefolgt von Unternehmens-Webseiten und persönlichen Empfehlungen. So nutzen Kandidaten dann auch  Stellenbörsen am häufigsten in ihrer Informationsphase, gefolgt von Unternehmens-Webseiten und Karrierenetzwerken. Interessant ist die Career-Coach-Frage, wessen Hilfe bei Karrierefragen als nützlich gesehen wird. Da sind Freunde vorne dabei, aktuelle Kollegen liegen im Mittelfeld. Aber die HR-Mitarbeiter des eigenen Unternehmens sind auf dem letzten Platz und werden nur von etwa jedem fünften als hilfreich in Karrierefragen gesehen. Interessant auch die zielgruppenspezifische Auswertung: Nur Personaler vertrauen häufiger auf die HR-Abteilung in Karrierefragen, indes auch nur vier von zehn.

saatkorn.: Ihr hattet letztes Jahr herausgefunden, dass Kandidaten in Bewerbungsgesprächen teils schlechte Eindrücke von einstellenden Unternehmen bekommen. Stimmt das noch immer?

In der Tat prüft auch der Kandidat das Unternehmen beim Einstellungsgespräch. Dabei bestätigt sich erneut, dass für fast alle Teilnehmer die Eindrücke beim Einstellungsgespräch Entscheidungsgrundlage für oder gegen einen Arbeitgeber sind. Über die Hälfte hat aufgrund dieser Eindrücke schon einmal ein Job-Angebot abgelehnt.

saatkorn.: Tim, herzlichen Dank für das Interview und weiterhin viel Spaß und Erfolg mit Deinen zahlreichen Aktivitäten!

Die aktuellen Studienergebnisse werden am 19. Februar 2013 in Darmstadt vorgestellt.

Für saatkorn-Leser haben das CHRIS-Team und Monster 30 Freikarten reserviert; dazu einfach hier unter Angabe des speziellen Codes SymposiumS anmelden.

Gero Hesse

Gero Hesse

Ich bin Gero Hesse, Macher, Berater und Blogger in den Themenfeldern Employer Branding, Personalmarketing, Recruiting, Social Media und New Work. Mehr Infos über Gero Hesse.

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