Jobboersencheck.de – Interview mit Gründerin Ute Stümpel

Jobboersencheck.de soll für den HR Bereich dasselbe werden, wie für die Hotelbranche HRS.com…tja, die Jobbörsen und die Transparenz. Ein Uralt-Thema, haben sich doch seit Jahren neben den großen und bekannten Platzhirschen wie Stepstone oder Monster viele Nischenplayer angesiedelt. Wie also den richtigen Anbieter für meine Jobs finden? – Gerhard Kenk ist ja hier schon extrem lange mit Crosswater-Jobguide unterwegs. Und nun macht sich mit Ute Stümpel eine Gründerin auf den Weg, die das Thema auf ihrer neuen Plattform „Jobboersencheck.de“ umsetzt. Grund genug, einmal nachzufragen.

saatkorn.: Frau Stümpel, bitte stellen Sie sich und Ihr neues Vergleichsportal „Jobboersencheck.de“ doch den Saatkorn-LeserInnen vor. Wie sind Sie auf die Idee gekommen?
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Das mache ich sehr gerne! Joboersencheck.de ist das erste Vergleichsportal für Online-Jobbörsen in Deutschland. Wenn man so will sind wir das, was HRS.com für Hotels ist, für Jobbörsen. Personaler und Recruiter können unser Portal kostenlos nutzen und sehen, wie ihre Kollegen die einzelnen Anbieter in diesem Markt aus ihrer Erfahrung heraus bewerten. So erhalten sie eine wichtige Entscheidungshilfe, wenn es darum geht, die richtige Jobbörse für ihre Stellenanzeige zu finden. Ein solches Vergleichsportal war längst überfällig, da wir hier von einem Markt sprechen, der extrem intransparent und in erster Linie von den Vertriebsargumenten der Jobbörsen selbst bestimmt ist. Argumente wie Reichweite und Bekanntheit sagen aber wenig darüber aus, über welche Seite ich den Mitarbeiter finde, den ich gerade suche. Diese Unsicherheitslücke im Markt schließen wir mit jobboersencheck.de.

Die Idee entstand aufgrund zahlreicher Gespräche mit HR-Entscheidern und Recruitern, die sich mehr Entscheidungssicherheit bei der Auswahl des richtigen Recruiting-Partners wünschen. Als Initiator und Betreiber der PROFILO-Studie, die Arbeitgeber seit Jahren nach ihren Erfahrungen mit Jobbörsen befragt, hatten und haben wir immer den direkten „Recruiting-Draht“ zur Arbeitgeberseite und wissen daher, wo sie der Schuh drückt. Jobboersencheck.de ist die Antwort auf die Fragen, die Personaler im Rahmen ihrer Recruiting-Entscheidung stellen!

saatkorn.: Nach welchen Kriterien können die Vergleiche auf „Jobboersencheck.de“ gezogen werden?
Personaler haben die Möglichkeit eine Basisbewertung einzusehen, die die Gesamtzufriedenheit mit der jeweiligen Jobbörse zeigt sowie deren Weiterempfehlungsrate. Dazu kommen Detailbewertungen, die alle relevanten Kriterien abdecken – vom Kundenservice über das Preis-/Leistungsverhältnis bis hin zur Bewerberanzahl und –qualität.

Screenshot_jbc_Uebersicht

Zudem bewerten unsere User auch die Bewerberdatenbanken der Jobportale. Das ist besonders interessant für Arbeitgeber, die das Thema „Active Sourcing“ auf der Agenda haben und wissen wollen, welche Jobbörse in dieser Hinsicht besonders vielversprechend ist. Anhand von im Internet etablierten Bewertungssymbolen, ist dabei auf den ersten Blick erkennbar, welche Jobbörse erfolgsversprechend ist und welche eher nicht. Ganz wichtig: Nutzer können auch Bewertungen einsehen, die nach einzelnen Berufsfeldern, Branchen oder Regionen sortiert sind. So kann man zum Beispiel explizit sehen, welches Stellenportal besonders gut für Profile im Ingenieurswesen, im Vertrieb oder im Gesundheitswesen geeignet ist.

saatkorn.: Was ist das initiale Feedback der ersten Nutzer?
Unser Portal ist pünktlich zur „Zukunft Personal“ in Köln gestartet. Das Feedback dort war durch die Bank absolut positiv. Dafür haben wir aber auch schon mit dem Launch dieser Seite die Grundlagen geschaffen: Schon zu Beginn waren weit über 2.500 Bewertungen verfügbar. Das heißt, die Seite war sofort nutzbar. Nachdem wir nun ungefähr zwei Wochen online sind, kann man sagen: Die ersten Zugriffszahlen zeigen, dass wir mit unserer Idee richtig gelegen haben. Bester Beweis: In dieser kurzen Zeit wurden über 250 neue Jobbörsenbewertungen abgegeben. Das zeigt, dass die Seite lebt und Personaler absolut offen dafür sind, ihre Erfahrungswerte zu teilen. Für uns wird es nun darum gehen, das Portal weiter bekannt zu machen.

Screenshot_jbc_Detailbewertung

saatkorn.: Und wie reagieren die Jobbörsen selbst darauf?
Die überwiegende Zahl der Jobbörsen begrüßt unsere Initiative. Diese Anbieter sehen sich als Partner unserer Seite, auf der sie sich und ihre Leistungen präsentieren können. So gibt es etwa die Möglichkeit bei einigen Jobbörsen gleich über unsere Seite Stellenanzeigen zu buchen. Das ist dann im Vergleich zum üblichen Listenpreis teilweise zu rabattierten Konditionen möglich – ein Angebot, das natürlich nur in Kooperation mit den jeweiligen Jobbörsen möglich ist.

Grundsätzlich gilt auch hier, was für alle Vergleichsportale gilt: Wer eine gute Dienstleistung anbietet, hat nichts zu befürchten. Denn letztendlich spiegeln wir nicht mehr und nicht weniger als die Erfahrungswerte der Jobbörsen-Kunden und das völlig neutral und unabhängig. Ich bin der Meinung: Vor ausgewogenem Kunden-Feedback muss niemand Angst haben.

saatkorn.: Spiegeln sich Vergleiche bei Ihnen auch mit Ergebnissen des soeben von ICR herausgebrachten Jobbportal Rankings 2014?
Dabei handelt es sich um den Wettbewerb „Deutschlands beste Jobportale“, den wir gemeinsam mit dem ICR und Crosswater initiieren. In dieses Ranking fließen die Bewertungen von jobboersencheck.de als Teilergebnis aus Sicht der Arbeitgeber mit ein. Daher ist es in der Tat so, dass sich hier einiges spiegelt. Das Ranking eignet sich hervorragend für einen guten Überblick über Jobbörsen in Deutschland. Im jobboersencheck.de erhält der Personaler zusätzlich wichtige Beurteilungen aus Sicht anderer Personaler und kann diese für jedes Berufsfeld, Branche oder Region recherchieren. Daher ist jobboersencheck.de eine wichtige Grundlage für einzelne Stellenausschreibungen – sehr nah an der Recruiting-Realität.

saatkorn.: Was sind die nächsten Schritte, wohin wollen Sie mittel- bis langfristig mit Jobboersencheck.de„?
Wir wollen mit unserem Portal eine der wichtigsten Entscheidungsgrundlagen für Arbeitgeber werden, wenn es darum geht, den richtigen Recruitingpartner und damit ja auch den passenden Mitarbeiter zu finden. Ich sprach eingangs davon, dass jobboersencheck.de so etwas wie das HRS.com für Online-Jobbörsen ist. Wenn wir es schaffen, eine ähnliche große Bedeutung im HR-Markt zu erreichen, wie HRS.com im Hotel-Bereich, dann haben wir es geschafft, einen oft noch undurchsichtigen Markt hin zu mehr Transparenz zu führen. Das wäre eine tolle Entwicklung – für uns, genauso wie für die gesamte Branche.

saatkorn.: Frau Stümpel, vielen Dank für das Interview – und viel Spaß und Erfolg mit „Jobboersencheck.de“!

Gero Hesse

Gero Hesse

Ich bin Gero Hesse, Macher, Berater und Blogger in den Themenfeldern Employer Branding, Personalmarketing, Recruiting, Social Media und New Work. Mehr Infos über Gero Hesse.

3 Gedanken zu „Jobboersencheck.de – Interview mit Gründerin Ute Stümpel

  • 4. August 2015 um 13:42
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    Zunächst finde ich die Idee recht spannend und auch die Seite ist sehr gefällig aufgebaut. Ich vermisse jedoch die Nachvollziehbarkeit der Eintragungen. Wer eine Bewertung hinterlässt sollte auch benannt werden (inkl. Name, Unternehmen und IP-Adresse). Wer kann bei den Bewertungen nachvollziehen, ob der Kunde tatsächlich in der Stellenbörse vertreten war, zu der er einen Kommentar schreibt? Diese Anonymität öffnet Türen für gefällige Kommentare und gibt den Betreiber keine Möglichkeit Stellung zu nehmen.

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  • 19. März 2015 um 20:49
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    Der jobboersencheck ist auf jeden Fall eine Bereicherung. Die Zahl der Stellenportale ist mittlerweile so umfangreich, dass selbst erfahrene Recruiter nur schwer den Markt überblicken können. Sehr hilfreich ist auch der Branchen-Filter. http://www.kompetenz-persoenlich-gestalten.de Beste Grüße.

    Antwort
  • 19. November 2014 um 20:47
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    Gute Idee, aber die Online/Digitalbranche ist leider nicht vertreten. MFG

    Antwort

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