Interview mit MONSTER rund um den Vergleichswahnsinn, Employer Branding und die Zukunft von Jobboards

Interview mit MONSTER rund um den Vergleichswahnsinn, Employer Branding und die Zukunft von Jobboards

Monster ist vor wenigen Tagen mit der neuen Kampagne „Zeit für den bessern Job“ in den Markt gegangen. Grund genug, einmal genauer nachzufragen. Meine Ansprechpartnerin ist Elke Guhl, Vice President Marketing Central Europe bei Monster Worldwide Deutschland. Auf geht’s:

saatkorn.: Monster hat gerade eine neue Kampagne unter dem Motto „Zeit für den besseren Job“ gelaunched. Was verbirgt sich dahinter?

Mittlerweile vergleichen die Deutschen vom Smartphone bis zum Auto alles bis ins kleinste Detail. Doch wer wagt den Job-Vergleich? Wir finden: viel zu wenige! Das wollen wir ändern. Unsere neue Kampagne „Vergleichswahnsinn“ stellt mit einem Augenzwinkern dar, wie viel Zeit für die absurdesten Gegenüberstellungen verwendet wird. So zeigen wir in unserem Auftaktvideo welche Hose am besten für die Flucht geeignet ist, welche Handtasche als Mittel zur Selbstverteidigung am besten abschneidet und welche Zimmerpflanze als Zuhörer prädestiniert ist. Am Ende des Videos steht ein Aufruf, der die Zuschauer motiviert, ihre eigenen Vergleichs-Ideen per Facebook-App einzureichen. Monster testet anschließend die kreativsten Ideen und schaufelt so für die Einreichenden Zeit für die Suche nach dem vielleicht besseren Job frei. Die Vergleiche werden in Spots festgehalten und wieder im Social Web veröffentlicht.

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saatkorn.: Welche Ziele verfolgt Monster mit der Kampagne und an welche Zielgruppen soll sich diese Kampagne insbesondere richten?
Als erstes Job-Portal wagen wir den Schritt, mit einer fokussierten Online-Kampagne direkt über Social Media Kanäle in einen neuartigen Austausch mit den Kandidaten zu gehen. Wir sprechen insbesondere passiv Jobsuchende zwischen 20 und 49 an und möchten sie für das Thema Job- Vergleich sensibilisieren. Am Arbeitsplatz verbringen wir mehr Zeit als mit unserer Familie oder Freunden. Wieso sollten wir also auf einen besseren Job verzichten, nur weil wir nicht richtig verglichen haben? Es gilt doch in der Arbeitswelt dasselbe, wie beim neuen Handyvertrag: Wer vergleicht, gewinnt. Wer die Augen offen hält und sich informiert, kann den besseren Job finden, der in allen Details passt.

Gerade zu Zeiten des „War for Talents“ können sich Unternehmen bei der Suche nach geeigneten Mitarbeitern durch besondere Zusatzangebote, wie beispielsweise eine interne Kinderbetreuung oder besondere Weiterbildungsmaßnahmen, von Konkurrenten abheben und Jobsuchende überzeugen. Solche Details sind für den potenziellen Mitarbeiter ausschlaggebend wie nie zuvor.

Kurzum, mit unserer Kampagne möchte Monster als Experte im Sinne der Abeitnehmer zum Nachdenken anregen und so auch passive Jobsuchende motivieren, ihren Traumjob mit Monster.de zu finden.

saatkorn.: Ein zentrales Element ist das Video, welche anderen Kanäle bespielt Monster mit der neuen Kampagne?
In einer ersten Phase zeigten beispielsweise spannende Infografiken, eine Facebook-App „Zeit für den besseren Job“ und Radio Flights wie viel Zeit wir in Vergleiche aller Art stecken. Der Schwerpunkt der zweiten und damit Hauptphase liegt klar im Bereich Social Media, wie die eigens kreierte Facebook-App „Vergleichswahnsinn“ und das Auftaktvideo bei YouTube zeigen. Jeder Content ist auf die einfache Teilbarkeit mit anderen Nutzern ausgelegt. Flankiert wird die Kampagne außerdem über verschiedene Kanäle wie OutofHome, Banner oder YouTube TrueView Ads.

Anschließend ist eine Verlängerung der Kampagne möglich. Passiv Jobsuchende werden weiterhin mit wichtigen Bewerbungstipps und außergewöhnlichen Jobangeboten angesprochen. Besonders unsere „Cool Jobs“ versprechen auch in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg zu werden. 2012 konnten Monster-User im Rahmen der „Cool Jobs Programms“ Teil des Formel 1 Marussia-Teams werden und so ihre Leidenschaft zum Beruf machen.

4. Die Reaktionen auf das Video zumindest auf der saatkorn facebook Seite waren eher mau, allerdings haben sich hier fast ausschließlich PersonalerInnen geäußert, die vermutlich anders drauf schauen als die Zielgruppen, die Sie erreichen möchten. Haben Sie bereits andere Reaktionen erhalten, wird das Video viral?
Vor allem quantitativ kann der Kampagnen-Start als positiv bezeichnet werden. Schon nach knapp einer Woche hat das Video über 120.000 Views erreicht – heute liegen wir bereits bei fast 180.000 Views. Qualitativ zeigt sich, dass die User bis zur Auflösung der Storyline dabei bleiben. Bei einem Video dieser Länge ein tolles Ergebnis.

Das allgemeine Sentiment zur Kampagne kann ebenfalls als positiv bezeichnet werden. Sogar die sehr kritischen User auf den Video Portalen bewerten das Video überdurchschnittlich gut. Insgesamt können die Reaktionen der User also als sehr positiv eingestuft werden.

5. Wie wird sich Ihrer Meinung nach der Markt für Jobboards mittelfristig entwickeln? Versteht sich Monster eigentlich noch in erster Linie als Jobboard? – Die Konkurrenz ist mit Social Media und – obwohl schon lange totgesagt – Print sowie Mobile ja nicht gerade klein. Es gibt inzwischen eine ganze Menge mehr Anbieter als noch vor 10 Jahren im Stellenanzeigengeschäft.
Sicherlich hat sich der Recruiting-Markt in den letzten zehn Jahren stark verändert und wir freuen uns, dass Monster hier nicht unerheblich daran mitgearbeitet hat. Social Media und Mobile Recruiting sind nicht mehr wegzudenken und werden bestimmt auch in der Zukunft eine noch stärkere Rolle spielen. Wie die Ergebnisse der diesjährigen Recruiting Trends 2013* des Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) und Monster zeigen, beurteilt die Hälfte der befragten Unternehmer Social-Media-Anwendungen als positiv. Überraschend ist jedoch, dass bisher nur 16,1 Prozent eine explizite Strategie verfolgen, wenn es darum geht Mitarbeiter über diese sozialen Kanäle zu gewinnen.

Gleichzeitig zeigen die Recruiting Trends 2013, dass Internet-Stellenbörsen für die Generierung von Einstellungen so wichtig wie noch nie zuvor sind. Ein Großteil der tatsächlichen Neueinstellungen resultierte mit 36,9 Prozent aus Stellenanzeigen bei Job-Portalen. Das entspricht einem Gesamtwachstum von 12 Prozent im Vergleich zu 2003. Im Vergleich dazu werden drei von zehn Einstellungen über die Schaltung von Anzeigen auf Unternehmenswebseiten und nur 11 Prozent über Printmedien getätigt. Social Media wird von uns nicht als Konkurrenz wahrgenommen, sondern (z.B. im Bereich Employer Branding) als eine optimale Ergänzung zur Bewerberansprache über Online- Stellenanzeigen.

Es ist heute sehr viel komplexer für Personalverantwortliche, aus allen Kanälen die zum Kandidatenprofil passenden auszuwählen. Hier setzt Monster in der Beratung an. Wir verkaufen nicht nur Stellenanzeigen, sondern wir haben zum Ziel, jedem Kunden bedarfsgerechte Lösungen über den kompletten Rekrutierungsprozess hinweg anzubieten. Uns ist als Karriereportal viel daran gelegen, Unternehmen wie Jobsuchenden bestmögliche Bedingungen zu bieten, einen „perfect match“ zu landen. Bewerber finden auf Monster.de wichtige Inhalte zu den Themen Bewerbung und Karriere.

saatkorn.: Was sind für Monster die wichtigsten Ziele für 2013?
Eine große Rolle spielt für uns natürlich die gerade gelaunchte Online-Kampagne „Vergleichswahnsinn“. Wir sind gespannt, wie die Reaktionen ausfallen und ob es uns gelingen wird, gerade passive Jobsuchende zum Arbeitsplatz-Vergleich zu motivieren.

Außerdem gehen wir mit den Monster „Cool Jobs“ in eine neue Runde und möchten auch in diesem Jahr wieder ganz besondere Arbeitsplätze an Monster-User vermitteln.

Zudem gilt auch 2013 Kunden mit der notwendigen Expertise für die neuen Kanäle auszustatten, unsere eigenen Technologien stetig weiterzuentwickeln und ein offenes Ohr für Unternehmer und Jobsuchende zu haben.

2013 arbeiten wir, wie auch schon 2012, eng mit dem Bundesverband mittelständischer Wirtschaft e.V. (BVMW) zusammen und sind zuverlässiger Partner für den Mittelstand. Die jährliche Studie „Recruiting Trends im Mittelstand“ zeigt mit den neuesten Ergebnissen, dass sich der Fachkräftemangel nochmals verstärkt hat. Unser Ziel ist es, mittelständische Kunden zu Zeiten des „War for Talents“ bestmöglich in der Rekrutierung geeigneter Mitarbeiter zu unterstützen.

saatkorn.: Frau Guhl, herzlichen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg beim Vergleichen 🙂 !

 

* Studie „Recruiting Trends“: Die aktuellen „Recruiting Trends 2013“ sind der elfte Ergebnisbericht dieser jährlichen Studienreihe des Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Frankfurt am Main und Bamberg sowie Monster Worldwide Deutschland. Wie im vergangenen Jahr beinhaltet die Studie eine Befragung unter den 1.000 größten deutschen Unternehmen sowie zusätzliche Branchenbefragungen und tiefgehende Fallstudien, die es ermöglichen, langfristige Trends in der Rekrutierung besser zu verstehen und wertvolle Handlungsempfehlungen für die Praxis der Personalbeschaffung abzuleiten.

Gero Hesse

Gero Hesse

Ich bin Gero Hesse, Macher, Berater und Blogger in den Themenfeldern Employer Branding, Personalmarketing, Recruiting, Social Media und New Work. Mehr Infos über Gero Hesse.

Ein Gedanke zu „Interview mit MONSTER rund um den Vergleichswahnsinn, Employer Branding und die Zukunft von Jobboards

  • 24. April 2013 um 17:48
    Permalink

    Danke für dieses wirklich interessante Interview und Glückwunsch an Elke Guhl zur gelungenen Kampagne.

    Ein spannendes Phänomen, welches hier gespielt wird. Auch ich kann aus eigenen Erfahrungen aus dem Umfeld berichten, dass es schon erschreckend ist wie viel Energie für banale Vergleiche draufgeht. Überall versucht man ein noch größeres Schnippchen zu schlagen, doch den Job nimmt man meist so hin.

    Die Frage die ich mir allerdings stelle ist, ob Jobs wirklich vergleichbar sind. Die Diskrepanz zwischen Stellenbeschreibung und tatsächlicher Tätigkeit ist teilweise wirklich beachtlich 😉

    Den Impuls an jeden Arbeitnehmer zu reflektieren, und sich selbst als „Entscheider“ zu erkennen finde ich extrem wichtig.

    Power to the people, und so.

    Viele Grüße,
    Christian

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