Recruiting+: Warum Reichweite im Azubi-Recruiting früher anfangen muss

Reichweite ist im Recruiting Gold wert. Aber noch wertvoller wird sie, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Menschen erreicht.

Und genau dieser Zeitpunkt liegt im Ausbildungsmarkt häufig deutlich vor der eigentlichen Bewerbung. Denn bevor junge Menschen auf „Jetzt bewerben“ klicken, müssen sie erst einmal ganz andere Fragen beantworten: Was interessiert mich eigentlich? Welcher Beruf passt zu mir? Ausbildung oder Studium? Welche Unternehmen bieten mir interessante Perspektiven?

Für Arbeitgeber entsteht daraus eine ziemlich simple, aber wichtige Erkenntnis: Wer erst dann sichtbar wird, wenn die konkrete Suche nach einem Ausbildungsplatz beginnt, verpasst einen relevanten Teil der Candidate Journey.

Genau hier setzt das neue Angebot Recruiting+ von Studyflix und Ausbildung.de an, welches Mathias Klement (CEO Studyflix) und Felix von Zittwitz (CEO Ausbildung.de) mit ihren Teams entwickelt haben.

Von der Aufmerksamkeit bis zur Bewerbung

Die Idee hinter Recruiting+ ist spannend, weil zwei unterschiedliche Kontaktpunkte mit jungen Zielgruppen miteinander verbunden werden.

Studyflix setzt sehr früh in der Journey an. Die Plattform erreicht Schüler und Studierende bereits im Lernalltag. Nach eigenen Angaben kommt Studyflix auf mehr als 6 Millionen Visits pro Monat. Arbeitgeber können damit potenzielle Nachwuchskräfte erreichen, lange bevor eine konkrete Ausbildungsentscheidung gefallen ist.

Ausbildung.de setzt näher an Orientierung, Entscheidung und Bewerbung an. Die Plattform erreicht bis zu 2,4 Millionen Ausbildungssuchende pro Monat und verzeichnete 2025 mehr als 3 Millionen Bewerben-Klicks.

Recruiting+ verbindet diese unterschiedlichen Phasen. Aus Unternehmenssicht lässt sich die Logik ziemlich einfach zusammenfassen: Mehr Reichweite. Früherer Kontakt. Mehr relevante Touchpoints. Mehr Chancen auf den richtigen Match.

Warum das gerade im Ausbildungsmarkt relevant ist

Aus meiner Sicht steckt dahinter ein größerer Trend im Recruiting. Wir haben lange sehr stark in einzelnen Kanälen und Maßnahmen gedacht: Jobbörse hier, Employer-Branding-Kampagne dort, Social Recruiting daneben und irgendwann die Bewerbung.

Die Candidate Journey funktioniert aber natürlich nicht in solchen Silos.

Gerade bei jungen Menschen ist Berufsorientierung ein Prozess. Ausbildung.de selbst verweist darauf, dass fünf von zehn jungen Menschen Probleme haben, den passenden Berufseinstieg zu finden. Die Plattform positioniert deshalb Orientierung und bewusste Ausbildungsentscheidungen ausdrücklich vor dem eigentlichen Bewerben-Klick.

Für Arbeitgeber bedeutet das: Es reicht nicht, am Ende des Funnels mit einer Stellenanzeige präsent zu sein. Die interessante Frage lautet  also:

Wie schaffen Unternehmen es, bereits während der Orientierung relevant zu werden und diese Aufmerksamkeit anschließend bis zur konkreten Bewerbung weiterzuführen?

Reichweite allein reicht nicht – ohne Reichweite geht es aber auch nicht

Dabei sollte man Reichweite keinesfalls kleinreden. Ganz im Gegenteil. Wer junge Menschen erreichen will, braucht zunächst einmal Zugang zur Zielgruppe. Gerade deshalb ist die Kombination der beiden Plattformen interessant: Studyflix bringt eine enorme Reichweite im Lern- und Orientierungsumfeld ein, Ausbildung.de die Nähe zur konkreten Berufsentscheidung und Bewerbung.

Der entscheidende Punkt ist also nicht Reichweite versus Passung.

Sondern:

Reichweite + Timing + relevante Touchpoints + Passung.

Genau diese Kombination dürfte im Recruiting generell wichtiger werden. Denn die zentrale Herausforderung besteht zunehmend darin, Aufmerksamkeit nicht nur kurzfristig zu erzeugen, sondern Menschen über verschiedene Phasen ihrer Entscheidungsfindung hinweg sinnvoll zu begleiten.

Ein Ökosystem statt einzelner Recruiting-Produkte

Spannend ist Recruiting+ deshalb auch aus WorkTech-Perspektive.

Der HR-Tech- und Recruiting-Markt besteht noch immer aus einer enormen Zahl einzelner Lösungen, Plattformen und Kanäle. Gleichzeitig wächst bei Arbeitgebern der Wunsch, weniger in Einzelmaßnahmen und stärker in zusammenhängenden Candidate Journeys zu denken. Bei den Young-Talent-Angeboten von EMBRACE wird diese Logik inzwischen noch weiter gefasst: Studyflix steht für ATTRACT, Ausbildung.de für HIRE und VOCANTO für RETAIN. Damit reicht die Journey perspektivisch von der frühen Aufmerksamkeit über Orientierung und Recruiting bis hin zur erfolgreichen Ausbildung und Bindung.

Recruiting+ verbindet zunächst Studyflix und Ausbildung.de – also ATTRACT und HIRE. Und genau darin steckt für mich die spannendere Entwicklung: Nicht die einzelne Plattform entscheidet über den Mehrwert, sondern zunehmend das intelligente Zusammenspiel verschiedener Touchpoints.

Das gilt übrigens weit über den Ausbildungsmarkt hinaus.

Mein Fazit

Recruiting+ ist ein interessantes Beispiel dafür, wohin sich Recruiting-Angebote entwickeln können: weg vom isolierten Kanal und hin zu einer stärker verbundenen Candidate Journey. Für Ausbildungsbetriebe liegt der potenzielle Vorteil auf der Hand: Sie können junge Menschen früher erreichen, Arbeitgeberbekanntheit aufbauen und später dort wieder auftauchen, wo aus Orientierung eine konkrete Ausbildungsentscheidung wird. Ob daraus tatsächlich mehr und vor allem passendere Bewerbungen entstehen, wird am Ende natürlich die Performance in der Praxis zeigen.

Die strategische Stoßrichtung halte ich aber für relevant: Die Zukunft des Recruitings gehört nicht zwangsläufig dem Kanal mit dem letzten Klick. Sie gehört den Lösungen, die verstehen, was davor passiert.

Und gerade im Azubi-Recruiting beginnt dieses „davor“ ziemlich früh.

Weiterführende Links

Mehr zu Recruiting+ von Studyflix und Ausbildung.de HIER

Felix von Zittwitz LinkedIn

Mathias Klement LinkedIn

Studyflix Website

Ausbildung.de Website

Gero Hesse

Ich bin Gero Hesse, Macher, Berater und Blogger in den Themenfeldern Employer Branding, Personalmarketing, Recruiting, Social Media und New Work. Mehr Infos über Gero Hesse.

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