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Gero Hesse
Gero Hesse Founder SAATKORN & CEO EMBRACE

Worauf kommt es bei Business Fotografie an, FRANK LÜBKE?

Frank Lübke SAATKORN

Das klassische Business-Porträt kennt jeder: verschränkte Arme, gezwungenes Lächeln, grauer Hintergrund. Doch im digitalen Zeitalter signalisiert diese Steifheit vor allem eins: Austauschbarkeit. Wir sprechen mit dem profilierten Porträt- und Reportagefotografen Frank Lübke von Best Business Photography darüber, wie moderne Unternehmen mit lebendiger Bildsprache aus der Masse herausstechen und warum Mut zur Persönlichkeit der größte Erfolgsfaktor im Marketing ist.

SAATKORN: Wenn wir an Business-Fotografie denken, haben die meisten Menschen sofort ein sehr steriles Bild im Kopf. Warum ist diese traditionelle, oft als langweilig empfundene Darstellung in der Unternehmenswelt immer noch so weit verbreitet?

Das liegt vor allem an alten Sehgewohnheiten und einer gewissen Sicherheits-Mentalität. Viele Unternehmen dachten lange Zeit, Professionalität lasse sich eins zu eins mit formeller Strenge gleichsetzen. Man wollte bloß keinen Fehler machen und hat sich deshalb für das virtuelle Minimum entschieden: den klassischen Studiohintergrund und die Standard-Pose mit verschränkten Armen. Das Problem ist nur: Diese Fotos erzählen keine Geschichte. Sie transportieren keine Energie und keine Werte. In einer digitalisierten Welt, in der wir sekündlich mit visuellem Content überflutet werden, ist Langeweile der sichere Weg, um komplett übersehen zu werden.

SAATKORN: Sie plädieren für den Ansatz, dass Business-Fotografie lebendig und aufregend sein muss. Wie sieht das in der Praxis aus? Was machen Sie bei Best Business Photography anders?

Für mich ist moderne Business-Fotografie im Grunde hochwertige Reportage- und Magazinfotografie. Es geht darum, die Menschen so zu zeigen, wie sie in ihrer Kraft und in ihrer echten Arbeitswelt wirken. Ich hole die Protagonisten aus ihrer Komfortzone und inszeniere sie in dynamischen Situationen – in Bewegung, im echten Austausch oder in einer Umgebung, die eine visuelle Spannung erzeugt. Ein gutes Business-Foto sollte die Qualität eines Editorial-Bildes aus einem großen Magazin wie dem Stern oder Focus haben. Es muss den Betrachter stoppen lassen. Wenn jemand das Bild sieht und denkt: „Wow, mit dieser Person oder dieser Firma möchte ich arbeiten“, dann hat das Foto seinen Job gemacht.

SAATKORN: Viele traditionelle Unternehmen haben vielleicht die Befürchtung, dass zu viel Kreativität oder ein unkonventioneller Look unprofessionell wirken könnten. Wie nehmen Sie Ihren Kunden diese Angst?

Authentizität und Lebendigkeit sind heute das neue Professionell. Kunden, Partner und auch potenzielle neue Mitarbeiter suchen heute nach Nahbarkeit und echten Werten. Ein CEO, der entspannt, nahbar und in einer modernen Umgebung fotografiert wird, wirkt unendlich viel souveräner und kompetenter als jemand, der sich hinter einer steifen Maske und einem Anzug versteckt. Kreativität bedeutet ja nicht, dass wir Clowns-Kostüme anziehen. Es bedeutet, die Persönlichkeit und die Einzigartigkeit des Unternehmens visuell präzise auf den Punkt zu bringen. Mut zur eigenen Identität schafft Vertrauen – und Vertrauen ist die härteste Währung im Geschäft.

SAATKORN: Welchen einfachen Rat können Sie Unternehmen geben, die ihren visuellen Auftritt modernisieren wollen, aber nicht wissen, wo sie anfangen sollen?

Der erste Schritt ist, die internen Standard-Checklisten über Bord zu werfen. Fragen Sie sich stattdessen: Was zeichnet uns aus? Wofür stehen wir? Was sind unsere Ziele? Diese Identität muss die Basis für das Bildkonzept sein. Und der zweite wichtige Punkt: Suchen Sie sich einen Fotografen, der nicht nur die Kamera bedienen kann, sondern der Menschen führen und begeistern kann. Ein lebendiges Foto entsteht durch die Interaktion zwischen Fotograf und Modell. Wenn die Chemie stimmt und die Vision klar ist, ist Langeweile im Endergebnis absolut ausgeschlossen.

SAATKORN: Vielen Dank für das Interview – und weiterhin viel Erfolg mit Best Business Photography!

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