Vorhersagen für die Arbeitswelt 2026 mit THORSTEN RUSCH von CORNERSTONE

Vorhersagen für die Arbeitswelt 2026 mit THORSTEN RUSCH von CORNERSTONE

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Thorsten Rusch, Senior Director Solution Consulting bei Cornerstone OnDemand, ist SAATKORN Stammleser:innen längst bekannt. Immer mal wieder hatte ich mit Thorsten das Vergnügen. Zu Anfang eines neuen Jahres macht es Sinn, sich über die erwart- und vielleicht auch unerwartbaren Trends mal auszutauschen. Ich hatte Gelegenheit zu einem Gespräch mit Thorsten. Auf geht’s: 

SAATKORN: Thorsten, bitte stelle Dich den SAATKORN-Leser:innen doch kurz vor.
Ich arbeite seit vielen Jahren an der Schnittstelle von HR, Technologie und Führung und begleite Unternehmen dabei, ihre Workforce zukunftsfähig aufzustellen. Aktuell verantworte ich bei Cornerstone das Solution Consulting für mehrere europäische Regionen. Was mich antreibt, ist eine einfache Beobachtung aus der Praxis: Viele Unternehmen reden intensiv über Skills und KI, steuern ihre Organisation aber weiterhin über Stellen, Hierarchien und alte Rollenbilder. Genau dieser Widerspruch entscheidet darüber, ob Transformation gelingt oder stecken bleibt.

KI, Skills & Hybrides Arbeiten

SAATKORN: Wie ist Dein Blick auf das Jahr 2025, jetzt zum Jahresende, was waren für Dich die Kernthemen 2025?
2025 war für mich vor allem das Jahr, in dem KI endgültig im Unternehmensalltag angekommen ist, allerdings mit sehr gemischten Ergebnissen. Viele Organisationen haben experimentiert, pilotiert und erste Anwendungsfälle umgesetzt. Gleichzeitig wurde deutlich, dass KI ohne klaren Kontext und ohne saubere Workforce-Daten kaum nachhaltige Produktivitätsgewinne liefert.

Das zweite Kernthema war der zunehmende Fokus auf Skills. Immer mehr Unternehmen haben begonnen, Skills systematischer zu erfassen und Lernen stärker in den Arbeitsalltag zu integrieren. 2025 hat aber auch gezeigt, dass diese Initiativen oft an der Oberfläche bleiben, wenn Skills nicht als echte Steuerungsgröße für Prioritäten, Investitionen und Rollenmodelle genutzt werden.

Das dritte prägende Thema war die weitere Hybridisierung der Arbeitswelt. Aufgaben verändern sich schneller als klassische Rollenbeschreibungen, Teams arbeiten häufiger mit externen Expert:innen und ersten KI-Systemen zusammen. Das erhöht die Flexibilität, verlangt aber gleichzeitig deutlich mehr Klarheit in Führung, Zusammenarbeit und Verantwortlichkeiten.

HR und IT wachsen mehr zusammen

SAATKORN: Was werden im WorkTech-Kontext die großen Themen für 2026 werden? – Ich habe in den letzten Monaten immer mehr davon gehört, dass HR und IT noch enger zusammenwachsen werden. Wie ist Dein Blick darauf?
2026 wird im WorkTech-Kontext vor allem von drei Themen geprägt sein: dem Übergang von KI-Piloten in den produktiven Einsatz, der zunehmenden Bedeutung belastbarer Skill-Daten und der Frage, wie Unternehmen ihre Organisation tatsächlich steuern. Viele Technologien sind vorhanden, der Engpass liegt zunehmend in Klarheit, Priorisierung und Führung.

Vor diesem Hintergrund wächst HR und IT zwangsläufig enger zusammen. Skill-Strategien, Datenqualität und Plattformarchitekturen hängen heute so eng zusammen, dass sie nicht mehr getrennt entschieden werden können. CHROs und CIOs müssen dieselbe Sprache sprechen, weil es nicht mehr um einzelne Systeme geht, sondern um die Fähigkeit der Organisation, sich schnell anzupassen und weiterzuentwickeln.

In der Praxis ist diese Zusammenarbeit jedoch anspruchsvoller, als sie oft beschrieben wird. Wenn HR für Skills verantwortlich ist, IT aber Datenmodelle und Systemlogik bestimmt, entstehen leicht Pilotprojekte ohne Wirkung im Alltag. Entscheidend für 2026 wird sein, klare Verantwortlichkeiten zu schaffen und Skills konsequent als gemeinsame Steuerungsgröße zu nutzen.

Parallel verändern sich die Belegschaftsmodelle weiter. Mitarbeitende arbeiten zunehmend mit externen Expert:innen und KI-Systemen zusammen, Rollen werden hybrider und verbinden technisches Verständnis mit menschlichen Fähigkeiten wie Urteilsvermögen, Kreativität und Führung. Unternehmen, die Lernen und Weiterentwicklung fest in die tägliche Arbeit integrieren, verschaffen sich dadurch einen nachhaltigen Vorsprung.

Daten, Daten und Daten als Qualitätsgrundlage für KI

SAATKORN: KI ist in aller Munde – aber was sind aus Deiner Sicht die Erfolgsfaktoren, damit wir wirklich Produktivitätsgewinne heben können? Derzeit liest man ja noch sehr oft, dass KI-Projekte im Hinblick auf Produktivitätsgewinne scheitern…
Thorsten Rusch: Der Erfolg von KI hängt stark vom Kontext und der Qualität der Datengrundlage ab. Sie kann nur dann echten Mehrwert liefern, wenn sie versteht, wie ein Unternehmen arbeitet, welche Rollen und Skills vorhanden sind und wo Entwicklungsbedarf besteht. Unternehmen müssen ihre Workforce-Daten strategisch nutzen, Skills transparent machen und mit personalisierten Lernangeboten die Effektivität von Weiterbildungsmaßnahmen erhöhen.

Führungskräfte müssen lernen, Teams in hybriden Arbeitsmodellen zu orchestrieren, KI sinnvoll einzusetzen und Mitarbeitende sicher durch Veränderungsprozesse zu begleiten. Sie brauchen ein besseres Verständnis dafür, wie man eine Kultur schafft, in der Lernen, Experimentieren und Feedback selbstverständlich sind.

Wenn diese drei Elemente zusammenkommen – gute Daten, eine förderliche Lernkultur und Führung, die Veränderung unterstützt – können KI-Projekte echten Mehrwert liefern.

Die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine wird Normalzustand

SAATKORN: Wie stellst Du Dir ganz konkret die Zusammenarbeit zwischen KI und Menschen in Unternehmen vor – welche Implikationen hat das auf Leadership und Unternehmenskultur?
Die Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI wird in Unternehmen sehr konkret und sehr alltäglich. KI übernimmt zunehmend vorbereitende, strukturierende und analysierende Aufgaben, während Mitarbeitende Entscheidungen treffen, Prioritäten setzen und Verantwortung übernehmen. Viele Beschäftigte steuern dabei faktisch KI-Systeme, prüfen Ergebnisse, geben Feedback und entscheiden, was umgesetzt wird.

Für Leadership hat das klare Implikationen. Führungskräfte müssen weniger kontrollieren und stärker orchestrieren. Sie müssen verstehen, wie KI arbeitet, um sinnvolle Aufgaben zu delegieren, Ergebnisse einzuordnen und Risiken zu erkennen. Gleichzeitig wird Führung stärker entwicklungsorientiert: Es geht darum, Mitarbeitende zu befähigen, mit KI souverän umzugehen, statt sie nur effizienter zu machen.

Auch die Unternehmenskultur verändert sich spürbar. Lernen wird vom begleitenden Angebot zum festen Bestandteil der Arbeit, weil sich Aufgaben und Skill-Anforderungen kontinuierlich verändern. Unternehmen brauchen eine Kultur, in der Experimentieren erlaubt ist, Fehler offen reflektiert werden und Feedback zwischen Mensch und KI selbstverständlich wird. Nur in einem solchen Umfeld entsteht Vertrauen in Technologie und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

Neues von Cornerstone OnDemand

SAATKORN: Zu guter Letzt: Welche Produktneuerungen sind bei Cornerstone 2026 zu erwarten?
2026 bauen wir bei Cornerstone unsere Plattform entlang klarer inhaltlicher Schwerpunkte weiter aus. Der erste Fokus liegt darauf, Lernen und Entwicklung konsequent in den Arbeitsalltag zu integrieren. Dafür investieren wir stark in tiefe Integrationen, etwa in Umgebungen wie Microsoft Copilot oder Salesforce, damit Lernen dort stattfindet, wo Arbeit tatsächlich passiert.

Der zweite Schwerpunkt ist KI-Unterstützung auf allen Ebenen. KI hilft nicht nur dabei, Skills in Echtzeit sichtbar zu machen, sondern unterstützt Mitarbeitende, Manager und HR dabei, Entwicklung gezielt zu steuern, Entscheidungen vorzubereiten und Lernimpulse situativ auszuspielen.

Darüber hinaus investieren wir gezielt in agentische Ansätze, um ein integriertes, skills-basiertes Ökosystem zu schaffen. Ziel ist es, Prozesse nicht nur zu automatisieren, sondern echte Mehrwerte für unterschiedliche Rollen zu schaffen: für Mitarbeitende in ihrer Entwicklung, für Führungskräfte in ihrer Steuerung und für Administratoren in der operativen Umsetzung. So entsteht eine Plattform, die Skills nicht verwaltet, sondern wirksam macht.

Über Thorsten Rusch

Thorsten Rusch ist Senior Director Solution Consulting für DACH, Nord- und Osteuropa bei Cornerstone. Mit über 17 Jahren Erfahrung im HR-Tech-Bereich ist er ein Experte darin, Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre Mitarbeiterentwicklung zu gestalten und Technologien wie KI richtig einzusetzen, um Arbeitsprozesse zu optimieren und gleichzeitig ein motivierendes und unterstützendes Arbeitsumfeld zu schaffen.

Weiterführende Links

HIER könnt Ihr mit Thorsten Rusch auf LinkedIn Kontakt aufnehmen.

Zu Cornerstone geht es HIER entlang.

 

Predictions for the world of work in 2026 with THORSTEN RUSCH from CORNERSTONE

Predictions for the world of work in 2026 with THORSTEN RUSCH from CORNERSTONE

Thorsten Rusch, Senior Director of Solution Consulting at Cornerstone OnDemand, is well known to regular SAATKORN readers. I have had the pleasure of working with Thorsten on numerous occasions. At the start of a new year, it makes sense to discuss the expected and perhaps also unexpected trends. I had the opportunity to talk to Thorsten. Here we go:

SAATKORN: Thorsten, please introduce yourself briefly to SAATKORN readers.

I have been working at the intersection of HR, technology, and leadership for many years, helping companies prepare their workforce for the future. I am currently responsible for solution consulting for several European regions at Cornerstone. What drives me is a simple observation from practice: Many companies talk intensively about skills and AI, but continue to manage their organizations through positions, hierarchies, and old role models. It is precisely this contradiction that determines whether transformation succeeds or gets stuck.

AI, skills & hybrid working

SAATKORN: As we approach the end of the year, how do you view 2025? What were the key issues for you in 2025?

For me, 2025 was above all the year in which AI finally arrived in everyday business life, albeit with very mixed results. Many organizations experimented, piloted, and implemented initial use cases. At the same time, it became clear that AI can hardly deliver sustainable productivity gains without a clear context and clean workforce data.

The second key issue was the increasing focus on skills. More and more companies have begun to systematically record skills and integrate learning more strongly into everyday work. However, 2025 has also shown that these initiatives often remain superficial if skills are not used as a real control variable for priorities, investments, and role models.

The third defining topic was the further hybridization of the world of work. Tasks are changing faster than traditional job descriptions, and teams are working more frequently with external experts and early AI systems. This increases flexibility, but at the same time requires much more clarity in leadership, collaboration, and responsibilities.

HR and IT are growing closer together

SAATKORN: What will be the big topics for 2026 in the WorkTech context? – In recent months, I have heard more and more that HR and IT will grow even closer together. What is your view on this?

In the context of WorkTech, 2026 will be dominated by three topics in particular: the transition from AI pilots to productive use, the increasing importance of reliable skill data, and the question of how companies actually manage their organizations. Many technologies are available, but the bottleneck increasingly lies in clarity, prioritization, and leadership.

Against this backdrop, HR and IT are inevitably growing closer together. Skill strategies, data quality, and platform architectures are now so closely intertwined that they can no longer be decided separately. CHROs and CIOs must speak the same language because it is no longer about individual systems, but about the organization’s ability to adapt and evolve quickly.

In practice, however, this collaboration is more challenging than it is often described. When HR is responsible for skills, but IT determines data models and system logic, pilot projects can easily emerge that have no impact on everyday life. The key to 2026 will be to establish clear responsibilities and consistently use skills as a common control variable.

At the same time, workforce models continue to change. Employees are increasingly working with external experts and AI systems, roles are becoming more hybrid and combine technical understanding with human skills such as judgment, creativity, and leadership. Companies that firmly integrate learning and development into their daily work gain a sustainable advantage.

Data, data, and more data as the basis for AI quality

SAATKORN: Everyone is talking about AI – but what do you think are the success factors that will enable us to really boost productivity? At the moment, we still often read about AI projects failing to deliver productivity gains…

Thorsten Rusch: The success of AI depends heavily on the context and the quality of the data basis. It can only deliver real added value if it understands how a company works, what roles and skills are available, and where there is a need for development. Companies must use their workforce data strategically, make skills transparent, and increase the effectiveness of training measures with personalized learning opportunities.

Managers must learn to orchestrate teams in hybrid working models, use AI sensibly, and guide employees safely through change processes. They need a better understanding of how to create a culture in which learning, experimentation, and feedback are a matter of course.

When these three elements come together—good data, a supportive learning culture, and leadership that embraces change—AI projects can deliver real value.

Human-machine collaboration is becoming the norm

SAATKORN: How do you envision the collaboration between AI and humans in companies in concrete terms—what implications does this have for leadership and corporate culture?

The collaboration between humans and AI is becoming very concrete and very commonplace in companies. AI is increasingly taking on preparatory, structuring, and analytical tasks, while employees make decisions, set priorities, and take responsibility. Many employees effectively control AI systems, check results, provide feedback, and decide what will be implemented.

This has clear implications for leadership. Managers need to control less and orchestrate more. They need to understand how AI works in order to delegate meaningful tasks, classify results, and identify risks. At the same time, leadership is becoming more development-oriented: it is about empowering employees to use AI confidently, rather than just making them more efficient.

Corporate culture is also changing noticeably. Learning is becoming an integral part of work rather than an accompanying offering, because tasks and skill requirements are constantly changing. Companies need a culture in which experimentation is allowed, mistakes are openly reflected upon, and feedback between humans and AI becomes a matter of course. Only in such an environment can trust in technology and a willingness to take responsibility develop.

News from Cornerstone OnDemand

SAATKORN: Last but not least: What product innovations can be expected from Cornerstone in 2026?

In 2026, we at Cornerstone will continue to expand our platform along clear content priorities. The first focus is on consistently integrating learning and development into everyday work. To this end, we are investing heavily in deep integrations, for example in environments such as Microsoft Copilot or Salesforce, so that learning takes place where work actually happens.

The second focus is AI support at all levels. AI not only helps to make skills visible in real time, but also supports employees, managers, and HR in targeting development, preparing decisions, and playing out learning impulses in specific situations.

In addition, we are investing specifically in agentic approaches to create an integrated, skills-based ecosystem. The goal is not only to automate processes, but to create real added value for different roles: for employees in their development, for managers in their control, and for administrators in operational implementation. The result is a platform that doesn’t just manage skills, but makes them effective.

About Thorsten Rusch

Thorsten Rusch is Senior Director of Solution Consulting for DACH, Northern and Eastern Europe at Cornerstone.

 

With over 17 years of experience in HR tech, he is an expert in helping companies shape their employee development and use technologies such as AI to optimize work processes while creating a motivating and supportive work environment.

Further links

You can connect with Thorsten Rusch on LinkedIn HERE.

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Gero Hesse

Ich bin Gero Hesse, Macher, Berater und Blogger in den Themenfeldern Employer Branding, Personalmarketing, Recruiting, Social Media und New Work. Mehr Infos über Gero Hesse.

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