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Gero Hesse
Gero Hesse Founder SAATKORN & CEO EMBRACE

Wie verändert KI Corporate Learning, JÖRN KÖSTER?

Jörn Köster elearnio

In dieser Episode des SAATKORN Podcasts spreche ich mit Jörn Köster, Founder & CEO von eLearnio, einem HR-Tech-Unternehmen, das Organisationen dabei unterstützt, Onboarding, Weiterbildung und Corporate Learning zu digitalisieren.

Seit unserem letzten Gespräch 2023 hat sich einiges getan. KI revolutioniert die Art und Weise, wie Unternehmen Wissen aufbereiten, vermitteln und verfügbar machen. Doch Technologie allein reicht nicht aus.

Eine Aussage von Jörn ist mir besonders hängen geblieben:

„Die Integration von KI scheitert gerade nicht an der Technologie, sondern an der Fähigkeit der Mitarbeitenden, mit dieser Geschwindigkeit mitzuhalten.“

Wie können Unternehmen KI also nutzen, um Lernen wirklich besser zu machen? Und wie lässt sich der wirtschaftliche Nutzen von Learning & Development konkret messen?

Über diese drei Themen haben wir unter anderem gesprochen:

🤖 KI verändert Corporate Learning grundlegend

Mit KI lässt sich vorhandenes Unternehmenswissen heute in kürzester Zeit in personalisierte Lerninhalte verwandeln. Doch je einfacher die Content-Erstellung wird, desto wichtiger werden Struktur, Qualitätssicherung und eine klare Lernstrategie.

🚀 Upskilling statt Recruiting – und warum sich Learning rechnen muss

Fachkräftemangel trifft auf knappe HR-Budgets. Jörn erklärt, warum die Weiterentwicklung bestehender Mitarbeitender immer wichtiger wird und wie Du den ROI von Learning durch schnelleres Onboarding, höhere Produktivität und weniger administrativen Aufwand messbar machen kannst.

🔮 HR Tech: Best-of-Breed oder All-in-One?

Die großen HR-Suites rüsten technologisch massiv auf. Haben spezialisierte Learning-Anbieter da überhaupt noch eine Zukunft? Jörn ist überzeugt: Gerade im Mittelstand kommt es darauf an, die richtige Software zum richtigen Zeitpunkt einzusetzen.

🔗 Weiterführende Links

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eLearnio – Website

eLearnio im SAATKORN WorkTech Directory

🎧 Du möchtest wissen, wie Du mit KI, Upskilling und smarten Learning-Technologien Dein Unternehmen fit für die Zukunft machst? – Dann hör jetzt in die neue SAATKORN Podcast-Episode mit Jörn Köster rein und erfahre, warum Learning & Development längst kein Nice-to-have mehr ist, sondern ein echter Business-Faktor!

 

Und hier das Transkript der Episode:

Da sind wir wieder. Hörst du mich? Das klingt doch super. Ja, Ton ist ausübbar.

 

Perfekt, dann legen wir mal los. Ich habe extra mein Profimikro angemacht. Sehr gut.

 

Hallihallo und herzlich willkommen zum Saatgut-Podcast. Ich freue mich heute total. Ich spreche heute mit jemandem, den ich in letzter Zeit nach langer Zeit ein paar Mal auf Veranstaltungen getroffen habe und immer gute Gespräche geführt habe.

 

Er ist Founder, hat ein spannendes Unternehmen aufgebaut und war auch bei Saatkorn schon zu Gast. Gleich zweimal, 2023 erst in meiner HR-Startup-Serie und dann ein paar Monate später im Podcast. Das ist in diesen Zeiten eine Ewigkeit her, muss man sagen.

 

Zu Gast ist heute Jörn Köster, SV und das CEO von eLearning. Das heißt, wir sprechen heute über Learning und Development und ich freue mich, dass er da ist. Herzlich willkommen, Jörn.

 

Hi, Gero. Schön, dich zu sehen. Vielen Dank für die Einladung.

 

Sehr gerne. Ich hatte es ja gerade schon gesagt, wir haben uns zuletzt 2023 hier unterhalten. Damals war er ja noch ein relativ junges HR-Tech-Startup mit so einem klaren Fokus auf Preboarding, Onboarding und Training.

 

Ich vermute mal, seitdem ist eine ganze Menge passiert. Wo steht ihr heute mit eLearning? Ja, das ist in der Tat so. Super viel passiert natürlich nicht nur bei uns, sondern auch, weil insgesamt sich das ganze Thema natürlich extrem weiterentwickelt hat, was wir natürlich dankend und sehr wohlwollend sehen aktuell.

 

Von unserem eigentlichen Schwerpunkt sind wir gar nicht so weit weggegangen. Also wir sind ja ursprünglich mal gestartet mit dem Ziel, das ganze Thema Pre- und Onboarding in mittelständischen Unternehmen zu digitalisieren und einfach die Produktivität von neuen Mitarbeitenden zu beschleunigen, weil das natürlich unmittelbar auch auf KPIs und Themen in Unternehmen einzahlt, die sehr wichtig sind. Wir haben uns natürlich dann in der fortlaufenden Zeit mit größeren Unternehmen auch sehr stark angeguckt, was denn noch Herausforderungen sind, die, sage ich mal, klassische Personal- oder Learning-Development-Departments haben, die sozusagen das ganze Thema Learning-Development-on-the-site-managen, zusätzlich zu vielen anderen Themen, die ja in der Vergangenheit auch sehr viel mehr geworden sind und jetzt mit KI natürlich nochmal zusätzlich, und haben eben zusätzliche Themen wie zum Beispiel ganze Course-Creation-Thema optimiert und weiterentwickelt, sodass Unternehmen heute in der Lage sind, ihr unternehmensinternes Wissen mit wenigen Klicks und mit KI gestützt zu digitalisieren und daraus eben Kurse zu erstellen, die Mitarbeiter konsumieren können, unabhängig von Onboarding-Prozessen eben auch für Weiterentwicklungsthemen.

 

Wir haben das ganze Thema Compliance natürlich mitgedacht, weil wir merken, dass das ein mittelstandengroßes Thema geworden ist in den letzten Jahren. Das ganze regulatorische Sachen, also Arbeitssicherheit, DSGVO, EUAI, EICT, Soft- und Hard-Skill-Themen, da haben wir eine große Bibliothek aufgebaut, um Unternehmen eben auch dazu zu unterstützen, die Informationen und das Wissen, was notwendig ist, und um als Unternehmen einfach compliant zu bleiben, Mitarbeitenden zur Verfügung zu stellen. Dann haben wir Seminarverwaltungen gebaut.

 

Wir haben gemerkt, dass Unternehmen ja eigentlich nicht nur im Unternehmenskontakt für eigene Mitarbeitende Weiterbildung machen, sondern auch für Kunden und Partner. Das ist ein großes Thema geworden, ist auch in der Vergangenheit, das wir gesehen haben. Also wir haben rundum einfach sehr viele, sage ich mal, Herausforderungen unserer Kunden versucht, intelligent im Software zu übersetzen, aber eben nicht kompliziert zu machen, weil das oftmals so das Feedback ist von Unternehmen, gerade in unserer Größenordnung, die halt viele Tools sich angucken, aber viele Tools einfach auch sehr überladen sind, mit super vielen Funktionalitäten, wo am Ende des Tages man ein Onboarding fürs Onboarding-Tool braucht.

 

Das sollte nicht der Fall sein. Spannend, spannend. Also wirklich viel, was passiert ist.

 

Lass nochmal kurz so auf der, ich sag mal, oberen Abstraktionsebene bleiben, wenn du dir den Markt so anschaust und einfach nochmal drei Jahre zurückdenkst. Was hat sich seitdem eigentlich besser entwickelt, als du damals gedacht hättest? Und was ist vielleicht auch schwieriger geworden? Also was damals so ein bisschen in den Anfangsjahren unser großes Thema war, ganz oft ist mittelständische Unternehmen davon zu überzeugen, dass es sinnvoll ist, in Themen wie digitalisiertes Onboarding zu investieren, weil das war immer ein Pain-Point, aber der war im Zweifel nicht groß genug, weil es eben noch viele andere Themen gab, die auch eine große Rolle gespielt haben. Man hat jetzt über die Jahre einfach durch eine Corona-Pandemie als Beispiel oder eben auch durch die ganze technologische Entwicklung gesehen, dass die Investments von mittelständischen Unternehmen, diese HR-Themen, sehr viel stärker wachsen, was natürlich uns super zugutekommt.

 

Damit habe ich früher nicht gerechnet, also früher war das wirklich für uns, in sechs von zehn Demos haben wir erst Gespräch geführt, warum sollen die Unternehmen Excel und PowerPoint und Intranet-Lösungen eigentlich abschaffen, um eben sich digitale Tools wie LearnYard zuzulegen. Das hat sich sehr positiv entwickelt. Natürlich ist gleichzeitig auch der Wettbewerb sehr viel größer geworden und sehr viel komplexer geworden, weil es einfach super viele Tools in dem Markt gibt, was uns natürlich gleichzeitig vor die Herausforderung stellt, in einer Großmarktstrategie das Wachstum zu generieren, das wir generieren wollen.

 

Also ich glaube, technologisch ist es sehr viel besser geworden, als ich gedacht habe, auch in der Entscheidungsfreudigkeit unserer Kunden und Kundinnen. Auf der anderen Seite ist der Markt halt sehr groß und sehr kompetitiv. Das heißt, es gibt auch für die Entscheider und Entscheiderinnen in den Unternehmen einfach eine breite Auswahl, was die Entscheidung meistens nicht einfacher macht.

 

Jetzt bin ich kein totaler Experte für den Learning-Bereich, aber von außen so drauf geschaut, denke ich, es gibt so zwei große Kategorien. Es gibt einmal die Unternehmen, die selbst ein LMS am Start haben und sozusagen da ihre ganzen Kurse, Trainings und so weiter anbieten, vielleicht auch zukaufen und zugekaufte Elemente da mit reinpacken. Und dann gibt es andere Unternehmen, die das nicht haben.

 

Das hat teilweise was mit der Größe zu tun, wahrscheinlich. Ich denke mal, im Enterprise-Bereich bist du schnell bei eigenen LMS-Geschichten. In eurem ICP vermutlich eher nicht.

 

Oder ist das so eine Mischung bei euch? Wie stellt sich das dar? Also wir sehen eigentlich immer so drei unterschiedliche Themen. Ich glaube, das erste Thema ist für unsere Frage, wer ist eigentlich unsere Competition? Dann ist, glaube ich, das erste Thema, viele Unternehmen in unserem Segment haben heute noch Lösungen wie PowerPoint, Excel, Intranet, Notion als Beispiel. Also klassische Wiki-Lösungen.

 

Dann gibt es einen Teil, die sich schon mit dem Thema LMS auseinandersetzen, dann irgendwann mal angefangen haben, da was Eigenes zu machen, meistens mit Open-Source-Lösungen, merken dann, dass Softwarebetreiben schon Grund hat, warum Softwareunternehmen Softwareunternehmen sind, weil Softwareunterzeitbetreiben ist relativ kompliziert und auch Compliance-technisch nicht ganz so einfach. Das sehen wir schon durchaus oft. Aber der Großteil der Unternehmen, mit denen wir sprechen, hat heute noch keine digitalen Lösungen, wenn es um das Thema Learning Development geht.

 

Das heißt, da seid ihr derjenige Partner, der das dann mit reinbringt. Exakt. Das ist ja erstmal eine gute Aufstellung.

 

Und auch die Aussage von dir, dass seit 2023 das ganze Thema digitales Lernen, digitales Onboarding deutlich mehr angekommen ist, hätte mich auch total überrascht, wenn nicht. Jetzt haben wir ja seit ungefähr zweieinhalb, drei Jahren auch im Mainstream diesen KI-Boom. Das Thema ist ja voll angekommen und viele in der HR-Szene haben vor einem Jahr schon fast mit einer gewissen Aversion darauf reagiert, so nach dem Motto, dass es die nächste Sau, die durchs Dorf getrieben wird.

 

Ich glaube mal, dass inzwischen auch dem Letzten klar geworden ist, dass das hier etwas anders ist und dass das wirklich eine Umwälzung gekommen ist, um zu bleiben und kontinuierlich weiterzuentwickeln, weiter zu verändern. Auch in bestimmten Segmenten, auch in Software-Kategorien. Was heißt das aber für E-Learning und was heißt das für E-Learning? Also ich glaube, KI ist schon angekommen, wie du richtig sagst, dass das ein Thema ist, das bleibt und das viele Dinge auch verändern wird.

 

Wir sehen das aus einer sehr positiven Sicht, weil zum einen glauben wir, dass dieses ganze Thema, also in der Regel, es gibt ja super viele LMS-Lösungen aus der Vergangenheit, die haben halt ein LMS, das ist eine Technologie, die kann ich nutzen im Unternehmen, um Lernen zu strukturieren und zu organisieren. Die haben in der Regel keine Inhalte. So, das war schon lange klar, dass so ein leeres LMS eigentlich niemand braucht in dem Kontext, weil irgendwie müssen da ja Inhalte reinkommen.

 

Ich glaube, das ist ein Thema, was jetzt sehr viel einfacher geworden ist, eben Inhalte auf Basis bestehenden Wissens mit KI schnell in Kurse zu übersetzen und daraus eine eigene Bibliothek mit personalisierten Wissen dann eines Tages auf mein Unternehmen zu erstellen. Das ist was, was mit KI sehr viel einfacher wird. Das ganze Thema Sprache, wir haben größer Arbeitsmarkt, gerade Mittelstand, sind eben auch Mitarbeiter, die keinen eigenen Rechner haben, also keinen eigenen Desktop, an dem sie lernen können, sondern eben Produktion, Maschine und andere Themen machen.

 

Da sind oftmals Mitarbeitende im Einsatz aus unterschiedlichen Ländern, was Sprache als komplexes Mittel bei der Digitalisierung von Wissen natürlich super spannend macht. Das sind so Dinge, die kann man jetzt mit KI super, sag ich mal, einfach in Anführungsstrichen machen und die versetzen natürlich viele Unternehmen in die Lage, eben noch schneller anzufangen, eigenes Wissen im Unternehmen zu digitalisieren. Das ist super.

 

Gleichzeitig sehen wir aber auch, dass durch diese Möglichkeit mit KI Content, also Inhalte in jeglicher Form zu erstellen, das natürlich so ein bisschen Ausmaße annimmt, die schwer zu kontrollieren sind, gerade wenn es jetzt darum geht, gewisse Standards einzuhalten oder compliant zu sein. Wenn jetzt jeder anfängt, Wissen zu erstellen, dann muss irgendwie das Unternehmen ja kontrollieren können, welches Wissen in welcher Aktualität ist eigentlich verfügbar, wer bekommt eigentlich wann was, also Stichpunkt Einarbeitung von Mitarbeitenden oder Entwicklung von Fähigkeiten. Was brauche ich da eigentlich an Inhalten? Und dafür brauchen Unternehmen so eine Art CRM-System für Wissen.

 

Und das ist, glaube ich, was die Rolle von LMS zukünftig sein wird, weil das super wichtig ist für ein Unternehmen, das eben strukturiert und auch im Sinne von compliant sein, nachzukontrollieren und eben zu steuern, wer da wann was bekommt. Und da unterstützt ihr auch die Unternehmen, dieses Wissen sozusagen strukturiert aufzubereiten. Wie macht ihr das? Ich stelle mir jetzt so ganz naiv vor, dass man das heutzutage ja gut mit Interviews machen kann.

 

Also, wo man wirklich die Mitarbeitenden interviewt, die Gespräche aufzeichnet, natürlich mit deren Einverständnis, das ist ja klar. DSGVO und so weiter. Und daraus dann sozusagen destilliert, was das explizite, aber vor allen Dingen auch implizite Wissen einer Organisation ist.

 

Korrekt. Das ist natürlich immer die Gretchenfrage. Da viele Unternehmen sich mit beschäftigen, zu überlegen, wie mache ich denn das am schlauesten? Weil der Punkt an Wissen ist ja, dass auch in vielen Bereichen Wissen sich schnell überholt.

 

Also, es hat ja eine Halbwertzeit, die teilweise in manchen Bereichen Monate ist, weil einfach entweder Dinge sich schnell entwickeln oder einfach neue Dinge dazukommen. Und dann ist es natürlich komplex, wenn ich da jetzt irgendwie andauernd Wissen in Videos gebaut habe und dann muss ich es andauernd neu machen, muss ich andauernd neue Videos drehen. Das ist natürlich schwierig, weil, wie gesagt, die meisten Abteilungen in den Unternehmen, mit denen wir sprechen, da gibt es eine Personalabteilung, wo sich zwei, drei Leute um 500 bis 1.000 Mitarbeitende kümmern.

 

Und wenn es gut läuft, gibt es eine L&D-Abteilung. So, das heißt, die haben einfach die Ressourcen dafür nicht. Und ich glaube, was da einfach wichtig ist, was wir zum Beispiel oft machen, sind so Assessment-Center-Lösungen, was du am Anfang einfach guckst.

 

Also, das Unternehmen muss erst mal definieren, wo will ich eigentlich hin? Bei einem bestimmten Wissensthema nehmen wir mal mein Lieblingsthema. Das kann ich ruhig mit einbringen heute, ist dieses ganze Thema, dass die Integration von KI und die Umsetzung scheitert ja gerade nicht an Technologie oder an Verfügbarkeiten, sondern an der Fähigkeit von Mitarbeitenden in dieser Geschwindigkeit mitzuhalten. So, das heißt, als Firma will ich optimalerweise meine Mitarbeitenden irgendwie dabei unterstützen, mit dem Thema KI besser zu arbeiten und zu verstehen, was sind datenschutzrechtliche Grenzen, wo kann ich KI nutzen, wo nicht, welchen Mehrwert in meinem Arbeitsalltag kann mir eigentlich KI bringen und ähnliche Themen.

 

So, und jetzt kann ich halt ein Assessment-Center machen, um zu verstehen, wo sind denn alle Mitarbeitenden in meinem Unternehmen wissenstechnisch bei diesem Thema gerade und kann mir dann überlegen, wo will ich denn das zukünftig haben, weil ich glaube, das ist ein Mehrwert fürs Unternehmen und für die Mitarbeitenden bringt und kann dann personalisierte Lernpfade auf Basis des Wissens, das ich zur Verfügung habe, ausstellen und dann im Nachgang wieder ein Assessment-Center machen. Dann hätte ich ein relativ vereinfachtes, sag ich mal, Framework, um die Entwicklung des Wissens auch gleichzeitig zu evaluieren, was ja immer so das schönste Thema ist, mit dem uns alle beschäftigen, weil alle natürlich immer nachdenken, wenn ich das jetzt mache, wann sehe ich und wo sehe ich denn, was mir das bringt. Aber das ist so ein einfaches Beispiel.

 

Spannend. Also die Möglichkeiten durch KI sind grenzenlos und ich muss gerade begeistert schmunzeln, weil du damit genau ins Herz des Claims von meinem neuen Startcon triffst, wo ich ja sage, where WorkTech meets Attitude. Das ist genau die Verbindung von den beiden.

 

Technologie kann heute fast alles, aber hast du eigentlich das richtige Mindset, die richtige Einstellung, die richtige Attitude bei den Mitarbeitenden und da seid ihr natürlich mit dem Thema Learning voll unterwegs. Gleichzeitig muss man ja auch immer sagen, KI ist einerseits ein Segen, auch aus Unternehmerperspektive, würde ich sagen, und gleichzeitig auch so ein bisschen Fluch, vielleicht auch manchmal Bedrohung, weil man kann sich natürlich die Frage stellen, wenn mir jetzt ein KI-Assistent als Mitarbeitender künftig genau erklärt, was ich für meine Arbeit wissen muss, wozu brauche ich überhaupt noch ein LMS? Also ist das langfristig nicht eine Bedrohung oder wie schaust du da drauf? Nee, finde ich gar nicht, ganz im Gegenteil. Ich glaube, es ist eine super Chance, weil am Ende des Tages ist, ich glaube, ich habe irgendwo mal einen interessanten Artikel gelesen, in dem steht, dass die Superpower der Menschheit ist eigentlich nicht Intelligenz.

 

Deswegen ist KI wirklich ein Segen für uns, sondern die Superpower der Menschheit ist halt eine echte emotionale Verbindung. Ich glaube, das kann man mit KI auch nicht ersetzen. Gerade im Learning-Umfeld ist das, glaube ich, eines der Themen, die mich schon sehr stark treiben, weil Lernen hat ja viel mit der Bereitschaft zu tun, das zu wollen, sich zu entwickeln, die Themen auch zu adaptieren und wann, wie konsumiere ich welche Inhalte? Das sind alles so Dinge.

 

Ich glaube, das ist alles das, was eine KI nicht kurzfristig ersetzen wird, sondern am Ende brauchst du eine Lösung, die, sage ich mal, personalisiert, mir Informationen zur richtigen Zeit zur Verfügung stellt. Diese Informationen dann zu haben, das kann ich super mit KI machen, aber ich sage mal, dieses Architektur-Thema, das ich so ein bisschen meine mit strukturiert, ich brauche so ein ACM-System. Das ist das, das wird eine KI kurzfristig nicht entscheiden können, technologisch.

 

Oder es wird auch nicht sinnvoll sein, weil ich glaube, dass da Menschen im Prozess mit drin sind, das macht total viel Sinn. Und dann ist es, glaube ich, eine gute Kombination aus zum einen technologisiert die Inhalte verfügbar machen und dann in der Form, wie ich gerne lerne. Also, wenn ich jetzt irgendwie ein Thema angehe und ich bin eben nicht der Typ, der gerne Bücher liest oder mir Handbooks durchliest und mir ist irgendwie ein Podcast oder ein Video besser, dann ist es ja mit KI super einfach, das Wissen in unterschiedlichen medialen Ausprägungen zur Verfügung zu stellen.

 

Aber was ich wann brauche und wie das auf meine Weiterentwicklung einzahlt, ich glaube, das ist immer noch ein Thema, wo Menschen und Architektur eine Rolle spielen. Und das ist, glaube ich, was, was wir als Unternehmen gut können und wo uns Technologie sehr viel unterstützend helfen kann. Aber dass es das komplett ablöst, das sehe ich jetzt aktuell auch noch nicht, ehrlicherweise.

 

Aber hey, wenn wir uns die letzten sechs Monate angucken und überlegen, was dann in den nächsten sechs Monaten passiert, sind wir alle gespannt. Aber im Moment finde ich es eher sehr gut und bin sehr dankbar für viele Entwicklungen. Ja, jede andere Antwort von dir hätte mich jetzt auch wirklich total überrascht nach unseren bisherigen Gesprächen, gerade auch in letzter Zeit.

 

Und vielleicht muss man auch dazu sagen, was die Menschheit ja auch extrem auszeichnet, will ich aber jetzt nicht tiefer einsteigen, dann sind wir eher im philosophischen Bereich, ist das ganze Thema Adaptionsfähigkeit. Einfach sich auf neue Situationen einstellen, damit umgehen. Und das wird hier, denke ich, auch genau der Fall sein.

 

Aber zurück zum eigentlichen Thema. Angesichts der demografischen Entwicklung, angesichts der Tatsache, dass die Unternehmen zunehmend weniger, trotz aller KI-Substitution, was Mitarbeitende angeht, werden Unternehmen trotzdem in diese Fachkräftemangelsituation reinrutschen. Sind sie auch jetzt schon.

 

Also auch in einer schwierigen Wirtschaftslage gibt es immer wieder Engpass-Zielgruppen, wo es verdammt schwierig ist, überhaupt vom Markt die richtigen Leute zu bekommen. Und wenn die nicht da sind, was ist dann die Lösung? Ja richtig, Learning ist die Lösung oder neudeutsch ausgedrückt Re- und Upskilling. Also das wird wahrscheinlich ein riesengroßes Thema werden in den nächsten Jahren, noch viel größer als heute.

 

Heute ist es so, dass die HR-Budgets ja massiv unter Druck sind. Wie erlebst du die Zahlungsbereitschaft am Markt? Haben die Unternehmen inzwischen erkannt, wie wichtig das Thema ist? Und sind auch bereit, dafür Geld auszugeben, zu investieren? Also teils, teils glaube ich. Ich denke, dass gerade für mittelständische Unternehmen eine große Herausforderung ist, gerade zu entscheiden, wo gebe ich wann welches Geld drauf, auch mit der Perspektive, was bringt mir das langfristig, weil auch das abzuschätzen, ist gerade auch mit diesem Thema technologische Entwicklung natürlich nicht ganz einfach, weil keiner so richtig weiß, mit der Geschwindigkeit, die wir gerade haben, wie geht das in den nächsten sechs bis zwölf Monaten weiter.

 

Jetzt sind die meisten unserer Kunden und Kundinnen auch keine Software-Expezialisten. Also das heißt, sie tun sich grundsätzlich mit solchen Investments ein bisschen schwer. Was aber total sinnvoll ist, weil irgendwie die machen das, was sie gut können und wir machen das, was wir gut können.

 

Ich glaube insgesamt, was wir schon sehen und das glaube ich, gerade im Mittelstand wird sich der Teil der Unternehmen, die in Tools wie LMS investieren, das wird sehr stark wachsen. Also wir gehen davon aus, dass es so proportional 60 Prozent bis 2030 sein wird. Weil das notwendig ist, um eine Infrastruktur zu haben, auf der ich irgendwie weitermachen kann.

 

Und das glaube ich, haben alle mittelständischen Unternehmen verstanden, auch in ihrem Tagesgeschäft, dass das ein super Benefit ist. Ich kann Produktivität besser messen. Darum geht es ja.

 

Weil gerade, wenn ich Fachkräftemangel technische Herausforderungen habe, geht es ja darum, auch das, was ich habe, optimal auszusteuern. Das ist das, was jeder Unternehmer macht, dass er halt guckt, okay, was habe ich für Herausforderungen? Was habe ich für Fähigkeiten im Unternehmen? Wie löse ich die Herausforderungen mit dem, was ich habe? Gerade wenn ich Schwierigkeiten habe, neue Mitarbeitende zu finden. Deswegen glaube ich, ist neue Leute einstellen immer gar nicht die beste Antwort, sondern bestehende Mitarbeitende weiterzuentwickeln.

 

Das ist ein super Asset, weil ich kriege mehr Produktivität aus dem Unternehmen. Und das kann ich natürlich mit Technologie sehr viel besser. Und von daher ist, glaube ich, der Ansatz oder das Verständnis der Unternehmer, Geld in diese Themen zu investieren, gerade im HR-Bereich, das ist, glaube ich, angekommen.

 

Da sehe ich sehr positive Entwicklungen, auch gerade in unserer Zielgruppe. Größere Unternehmen waren da in der Vergangenheit schon sehr viel schneller. Von daher ist es eher etwas, was ich positiv sehe.

 

Es gibt natürlich auch Unternehmen, die sich damit schwer tun. Das hat aber eher meistens infrastrukturelle Gründe. Die haben dann einfach nicht genug Leute dafür, um das umzusetzen.

 

Aber auch da, glaube ich, ist Software eher der richtige Ansatz. Weil wenn ich jetzt selber kein HR-Department habe, das sich darum kümmern kann, ich kaufe aber eine Software ein, die mir hilft, Teile davon zu automatisieren und dann über Reportings nachzuvollziehen, hat es was gebracht, dann ist es ja genau der richtige Ansatz. Also ich glaube, das ist ein Thema, wo ich auch eher positiv überrascht bin, dass sich das besser entwickelt, als ich das vielleicht noch vor ein, zwei Jahren geglaubt hätte.

 

Ja, cool. Ich vermute, das wird auch positiv sich weiterentwickeln. Wir werden es ja sehen.

 

Jetzt bezogen auf euch seit 2023. Was waren eure wichtigsten Produktinnovationen und welche davon schaffen aus deiner Perspektive bei den Kunden den größten Mehrwert? Also ich glaube, das eine Thema ist, wir haben dieses ganze Thema Inhaltsentwicklung super weiterentwickelt, weil das natürlich für uns immer eines der wichtigsten Themen war. Gerade wenn man mit kleinen mittelständischen Unternehmen spricht, zu sagen, jetzt habe ich hier irgendwie die Bibliothek mit 500 oder 50 Powerpoints.

 

Teilweise ist da Wissen drin, das ist irgendwie, so Unternehmen haben ja meistens so eine 50, 60, 80, 100 jährige Historie. Das habe ich alles irgendwie offline verfügbar, aber wie mache ich denn daraus jetzt? Also was bringt mir da jetzt ein LMS? Und ich glaube, das ist das, was wir in den letzten Jahren sehr stark weiterentwickelt haben mit unseren Kunden und Kundinnen gemeinsam. Weil das ist so eine Fähigkeit, die wir als Firma früh entwickelt haben, eben konzentriert zu arbeiten in diesen Themen.

 

Dass wir Unternehmen eben unterstützen, ihr eigenes unternehmensinternes Wissen unkompliziert und technisch verständlich in digitale Kurse zu übersetzen, weil es denen natürlich einfach eine Vielzahl von Möglichkeiten gibt, Lernen auf einem völlig anderen Niveau zu machen. Ich glaube, das ist eine der wichtigsten Entwicklungen, die wir gemacht haben. Dann haben wir angefangen, eine Library zusammenzustellen aus eben Compliance, Leadership, Soft- und Hardskill-Themen, die unsere Kunden unterstützen, eben schnell das Produkt auch ins Leben zu bringen.

 

Weil wenn man so eine Investition in so ein LMS macht, dann will man natürlich irgendwie schnell Ergebnisse sehen. Und dieser Effekt, ich sage mal, wäre die dritte Entwicklung, die eine große Rolle gespielt hat. Ich nehme mein Learning-Management-System, eLearnio, stepsel es an mein Personalsystem an.

 

Dann werden alle Mitarbeitenden automatisch übertragen. Dann kann ich denen eine Rolle geben. Dann kann ich innerhalb von eLearnio mit fertigen Inhalten aus dem Compliance oder Leadership oder Soft-Skill-Sektor erste Inhalte zuweisen.

 

Die können die ersten Kurse konsumieren, sehen, wie gut es funktioniert. Dann kriege ich so eine Sogwirkung. Die Leute haben Lust auf Lernen.

 

Und dann kann ich halt parallel anfangen, mein eigenes Wissen zu digitalisieren, die Library größer zu machen und eben noch mehr Informationen zur Verfügung zu stellen. So, das ist, glaube ich, was in dem Bereich die Entwicklung, die wir da gemacht haben, produktseitig in den letzten zwei, drei Jahren, die waren einfach super wichtig. Zum einen für uns als Unternehmen, um natürlich in unserem Markt und für unsere Kunden die Herausforderung zu lösen, die die eben haben, aber auch, um Unternehmen zu zeigen, was machbar ist.

 

Weil das ist oftmals, was wir gesehen haben in den Gesprächen, die wir mit Kunden und Kundinnen geführt haben, dass diese Perspektive, was kann ich denn machen mit so einem LMS? Die ist bei vielen halt eben noch sehr begrenzt auf, ich habe da irgendwie so ein paar Kurse, die klicken die Leute durch, dann kriegen die einen Quiz am Ende und ich kann im Report sehen, ob sie den Kurs gemacht haben. Das ist ja lange nicht mehr LMS, aber das ist noch ein Bild, was in vielen Köpfen herrscht und eben mit solchen Entwicklungen zu zeigen, was eigentlich geht, ist eben für Kunden und Kundinnen auch super, um denen nochmal eine Perspektive in die Hand zu geben, mit der sie intern auch eine bessere Entscheidung bekommen. Wenn du jetzt aus einer C-Level Perspektive drauf schaust und man stelle sich vor, man ist Unternehmer, überlegt für sein Unternehmen, sowas einzuführen, ja, nein, vielleicht, dann sind natürlich Kennzahlen zentral.

 

Also woran kann ich denn messen, dass das Ganze auch was bringt? Also die Anzahl der Kurse, ja, kann man machen, ist aber, also wenn ich jetzt aus meiner CEO Perspektive drauf schaue, würde ich sagen, das ist zwar nett, aber das ist ja nicht das, was wirklich zählt. Also vielleicht ist es die Einarbeitungszeit, die Produktivität. Was sind die Kennzahlen, die ihr in euren Pitches bemühen könnt, aber vielleicht auch beweisen könnt, aus anderen Kundenhistorien heraus? Ja, da gibt es natürlich eine ganze Reihe von Themen, mit denen wir uns ja auseinandersetzen, aber ich glaube, es gibt so zwei, drei, die schon schnell messbar und prägend sind.

 

Also das eine ist, nehmen wir das Einfachste, ich muss als Unternehmen ja heute regulatorisch bestimmte Compliance- und Pflichtunterweisungen machen und das sorgt intern in meinem Unternehmen in der Regel immer für Aufwand. Also entweder habe ich irgendwie einen Dienstleister dafür, der das mitmacht, das kostet natürlich Geld, dann habe ich irgendwie doppelte Kosten. Sowas kann man natürlich mit einem LMS sehr einfach machen.

 

Ich kann dort eine Library anknüpfen, kann personalisiert in den Bereichen, die Compliance-Schulung zuweisen, die die Mitarbeitenden machen sollen. Die werden jedes Jahr wieder geholt. Ich habe einen automatischen Report.

 

Wenn irgendjemand kommt und prüft, kann ich den aus meinem System ziehen, Haken hinter. Keiner muss sich da irgendwie innerlich mit beschäftigen. Das macht das Thema auf jeden Fall.

 

Ich bin compliant, habe das aber zu einem guten Kostenfaktor und keinen manuellen Aufwand. Das ist so, glaube ich, die Compliance-Rate im Unternehmen. Das ist, glaube ich, ein Thema, das man schnell sehen kann.

 

Ich glaube, das zweite Thema ist, was du schon so auch angesprochen hast, ist Produktivität. Das ist eigentlich unser größtes KPI-Thema, das wir schnell zeigen können. Wenn ich mir vorstelle, ich stelle einen neuen Mitarbeitenden in einem Unternehmen ein.

 

Der braucht in der Regel drei bis vier Monate, um im Onboarding-Prozess in seiner Rolle anzukommen. Und ich schaffe das in der Hälfte. Bei gleichbleibender Qualität habe ich automatisch einen, sage ich mal, Arrow-Eye, den ich messen kann.

 

Also ich habe früher mehr Produktivität. Das zahlt sich positiv auf die Ergebnisse der Firma ein. Also das kann man, glaube ich, sehr schnell machen.

 

Das Gleiche gilt auch für Weiterentwicklungsprozesse. Da kann ich genauso Produktivitätszugewinn messen mit einem LMS. Wir haben da auch eigene Berichtswesen für, um das einfach auch zu zeigen, weil es natürlich ein gutes Argument auch für die, sage ich mal, Personal- und Learning-Development-Departments ist, warum so eine Investition in so ein Tool sich lohnt.

 

Und am Ende, was ganz simpel ist, was aber, glaube ich, vielen Unternehmen sehr stark wehtut, ist das Thema gesparte administrative und persönliche Zeit von HR und Leadership. Weil das natürlich heute in vielen Unternehmen, die keine digitalen Lösungen haben, sehr oft so ist, dass Dinge dann manuell gemacht werden. Also man stelle sich vor, da fängt jemand am ersten Arbeitstag an.

 

Und dann sitzt er plötzlich in einer neuen Abteilung. Jemand muss sich darum kümmern, dass der an Bord kommt. Also da ist noch oft die Situation, ja, hier hast du alle Informationen, arbeite dich mal ein.

 

Und wenn du Fragen hast, dann melde dich bei deiner Führungskraft. Die ist aber eigentlich eh schon unter Rasse mit tausend Themen. So, wenn ich dieses Thema jetzt steuern kann, dass der eigentlich nur noch mit den Leuten spricht, wenn ich weiß, anhand der Ergebnisse aus dem LMS-Tool sehe ich, okay, bei den und den Themen muss ich nochmal nachsteuern, kann ich viel gezielter mit den Leuten reden.

 

Die haben früher das Gefühl, im Unternehmen anzukommen. Und ich habe natürlich gleichzeitig so mein Leadership in die Rolle versetzt, dass sie da unterstützen, wo es wirklich sinnvoll ist. Und das zahlt gleichzeitig auf die Kultur ein.

 

Also solche Themen kann man gut sehen. Ich sage mal, administrative Stunden gehen runter, die Produktivität geht hoch und am Ende bin ich als Company compliant und muss mir da keine Gedanken drum machen. Ich glaube, das sind so Themen, die viele unserer Kunden und Kundinnen heute sehr stark beschäftigen.

 

Naja, damit kann man ja auch einen schönen Business Case rechnen und sich überlegen, ob das Investment halt, wie schnell sich das Investment sozusagen auszahlt. Lass mal nochmal insgesamt auf den Markt schauen, vielleicht auch nochmal auf unsere gemeinsame Erfahrung auf der Unleash. Also ich schätze, sie ist eine gemeinsame Erfahrung, vielleicht widersprichst du mir aber auch.

 

Mein Denken war so ein bisschen Donnerwetter. Die ganzen großen HR-Suites, die geben gerade derart Vollgas und versuchen also ganzheitlich die Dinge abzubilden, schaffen sich eine Armada von KI-Agenten an und haben natürlich Geld und investieren massiv. So, jetzt seid ihr natürlich eine Lösung, die erstmal Best-of-Breed darstellt, würde ich sagen, aber eben kein Suite-Ansatz ist.

 

Wie schaust du aus deiner unternehmerischen Perspektive darauf und auch auf die Zukunft? Glaubst du, dass es eine Zukunft für Best-of-Breed gibt? Das ist ja meistens so wellenförmig. Mal sind die Suites vorne gewesen in der Vergangenheit, mal Best-of-Breed. So im Moment würde ich ganz klar sagen, gibt es so einen Hang zur Zentralisierung.

 

Aber wie schaust du da drauf? Das ist natürlich ein super spannendes Thema. Viele Diskussionen, die habe ich auch im Rahmen von der Analyse und auch in anderen Themen, merke ich sowas natürlich immer und bin da sehr dankbar, auch für den Kreis an Leuten, um sich da auszutauschen, weil ich das natürlich super spannend finde und auch nicht eine ganz einfach zu beantwortende Frage finde, ehrlicherweise. Ich glaube, diese Trends sehen wir auch in anderen Bereichen, außerhalb von Age-Attack oder Learning, immer mal wieder, dass es irgendwie Konsolidierungsthemen gibt, wo die Leute eher nach einem Tool das alles kann, suchen.

 

Das kann man natürlich machen. Auf der anderen Seite, mein Urverständnis ist immer, du kannst halt nicht alle Sachen 100% gut machen. Was willst du eigentlich als Kunde? Ich glaube, das ist am Ende des Tages, ob eine All-in-One-Suite zu mir passt oder ob ich eher in bestimmten Teilen auf Spezialwissen in Form von Tools zurückgreife, ist ein bisschen davon abhängig, was bin ich für ein Unternehmen, was brauche ich für eine Lösung, die mir wirklich hilft, Dinge abzubilden.

 

Ich habe ja nichts davon, wenn ich jetzt irgendwie das geilste Tool kaufe, was meine Payroll macht. Und die haben auch was mit Learning, aber das Learning ist halt so mit den Standardthemen aufgesetzt und das bringt mir am Ende des Tages aber die Produktivität nicht, die ich eigentlich brauche, weil da Sachen fehlen, die würden die nicht entwickeln, weil die halt gerade mehr mit Payroll beschäftigt sind. So, das muss man sich auch angucken, so ein bisschen.

 

Von daher, glaube ich, ist die Entwicklung schon unternehmensgrößenabhängig. Ich glaube, im Mittelstand sehe ich das Thema aktuell eher, dass die Unternehmen gucken, schon nicht tausend Tools zu kaufen, weil die müssen doch alle administriert werden, aber dass sie schon mit einem starken Verständnis gucken, zu welcher Zeit brauche ich welche Lösung. Denen hilft halt jetzt eine All-in-One-Lösung nicht, weil die in allen Themen gar nicht losgelaufen sind, um Themen zu lösen und umzusetzen, sondern die sind jetzt dabei, erstmal ein Work, keine Ahnung, ein AGI-Tool einzuführen und dann denken die als Nächstes darüber nach, was könnte im Learning-Bereich für die Sinn machen.

 

Das heißt, denen hilft schrittweise immer die richtige Software zum richtigen Zeitpunkt. Von daher, glaube ich, dass kleine mittelständische Unternehmen noch weiter auch gucken werden, Spezial-Tools einzusetzen für bestimmte Themenbereiche. Die sollten dann aber nicht zu nischig sein, weil ich glaube, dieses ganze Thema so Nischentools, ich mache jetzt nur was für irgendeinen bestimmten Bereich im Compliance-Segment.

 

Ich glaube, das, ich will nicht sagen, das hat keine Zukunft, das wäre auch falsch, aber ich glaube, da wird die Nachfrage schon eher gehen, ich will mein Learning-Thema in einer Suite abwickeln und dann will ich meine Personal-Themen in einer Suite abwickeln. Also brauche ich irgendwie ein HRS und ein Payroll-Thema und ich brauche ein Learning-Tool. So was sehe ich schon.

 

Jetzt alles in einer Suite, ich meine, am Ende des Tages ist es auch immer so hypothetisch, wo sich das alles hin entwickelt. Auch eine Technologie wissen wir alle nicht, zumindest nicht in allen Teilen, aber ich glaube schon, dass die Auswahl der richtigen Software stark davon abhängig ist, wo bin ich als Firma gerade, welches Problem will ich lösen. Da kann zum einen Teil eine All-in-One-Suite Sinn machen, es kann aber auch Sinn machen, eben ein Tool für ein bestimmtes Thema anzuschaffen, um das Thema im Unternehmen voranzutreiben und das ist, glaube ich, dann immer sehr stark davon abhängig, dass ich da jemanden an der Hand habe, der sich mit dem Thema irgendwie auskennt.

 

Also ich glaube, Software einkaufen, das, was ich mir wünschen würde, ist ein Thema, wo es Sinn macht, auf Spezialisten zurückzugreifen, weil das für die meisten unserer Kunden und Kundinnen ist nicht deren Homebase. Und das können wir gut und die da zu beraten, das glaube ich, damit steigt der, sag ich mal, Beratungsaufwand, den wir als Unternehmen haben, wenn wir Kunden versuchen zu helfen, dass er was drauf gucken würde. Ich glaube, die Auswahl am Ende ist dann davon abhängig, was bringt den meisten Benefit.

 

Ja, super. Also wer jetzt hier zuhört und denkt, war spannend, was der Jörn da so erzählt, ich werde natürlich dein LinkedIn-Profil verlinken in den Shownotes, genauso wie die eLearning-Webseite, aber auch das Profil innerhalb der Saatkorn-Datenbank findet ihr alles in den Shownotes und auf der Plattform. Vielleicht nochmal zwei Fragen habe ich noch.

 

Die eine, die geht eher in die Richtung deines Unternehmertums, jetzt gar nicht nur deine eLearning-Expertise, sondern deine Gründerperspektive interessiert mich. Du bist jetzt seit einigen Jahren dabei, ein SaaS-Unternehmen aufzubauen. Was ist so deine unternehmerische Lektion? Da wird es viele geben, aber vielleicht gibt es da so ein Hauptlearning für dich selber oder eine Haupterkenntnis, wo du sagst, das ist wirklich sehr spannend gewesen oder ist gerade sehr spannend.

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